Singularity – im Klassik-Test (PS3 / 360)

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Bevor wir in die Story von Singularity einsteigen, ein klitzekleiner Chemie-Geschichte-Crashkurs: Weit hinten im Periodensystem der Elemente, genauer gesagt am Platz mit der Ordnungszahl 99, sitzt das radio­aktive Element Einsteinium. Dieses kommt auf der Erde nicht natürlich vor, sondern entstand z.B. 1952 beim bis dato stärksten Atombombentest Ivy Mike und wurde von amerikanischen Forschern in dessen Fallout erstmals nachgewiesen. Aufgrund militärischer Geheimhaltung veröffentlichten sie ihre Ergebnisse erst 1955, im Todesjahr des Physikers Albert Einstein – ihm zu Ehren wurde das Element
Einsteinium getauft.

Singularity dichtet die Geschichte um: An der Stelle von Einsteinium sitzt das geheimnis- und verhängnisvolle Element E99 und anstatt der Amis haben es die Russen entdeckt. Um an die im E99 schlummernde Energie zu kommen (und damit den nahenden Kalten Krieg für sich zu entscheiden), wandelte die Sowjet­union das abgeschiedene Eiland Katorga-12 in ein Forschungszentrum um, in dem nicht nur die großen Geister des Sozialismus, sondern auch skrupellose, machtgierige Weißkittel ihrer Arbeit nachgingen. Singularity spult das ganze Programm ab: geheimes Forschungsprogramm, verheerender Unfall, Mutationen, Vertuschung etc. – am Ende sollt Ihr als amerikanische Spezialeinheit aufklären, was wirklich auf Katorga-12 passiert ist.

Euer wichtigstes Handwerkszeug – neben den für das Genre üblichen Flinten – stecken Euch die Entwickler nach etwa einer Stunde zu: das Zeit-Manipulations-Gerät, kurz ZMG. In diesem steckt eine Prise E99 und mit diesem könnt Ihr allerhand Schind­luder treiben: Auf Knopfdruck lasst Ihr Objekte in Sekundenschnelle altern bzw. setzt sie in den Originalzustand zurück – so zerbröselt Ihr Deckungsmöglichkeiten Eurer Feinde, baut kaputte Brücken wieder auf oder löst kleine, aber feine Kistenrätsel. Leider beschränken die Entwickler die ZMG-Funktionalität auf genau definierte Einsatzgebiete – freies Denken und Herumexperimentieren ist nicht erwünscht. Praktischerweise fungiert das ZMG auch als Waffe – dann allerdings mit begrenztem Energievorrat: Schleudert Monster wie ein Jedi-Ritter durch die Luft oder verwandelt menschliche Soldaten in Staub und Gerippe. Mittels einer blauen Schildblase schließlich friert Ihr alle Objekte und Feinde innerhalb des Radius ein – so spaziert Ihr unbeschadet durch einen Ventilator oder pumpt einen fixierten Feind mit Blei voll.

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