Spec-Ops: The Line – im Test (PS3 / 360)

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Euer Alter Ego namens Walker wirft drei verschiedene Granatentypen, darf zwei Schießprügel bei sich tragen und bleibt gerne mal an der falschen Wand kleben, wenn Ihr in Deckung gehen wollt. Er beißt schon nach wenigen Treffern ins (nicht vorhandene) Gras, nach langer Ladezeit startet Ihr dann erneut von einem der fair verteilten Checkpoints. Alles in allem erinnern die Schießereien (bis auf eine Handvoll Railshooter-Passagen gibt es keinerlei Abwechslung) stark an die Gears of War-Spiele: Ihr verbringt einen Großteil der Schießereien hinter Barrikaden und Säulen, die Bösewichte sind aggressiv, aber nicht sonderlich klug, gehen manchmal vor statt hinter schützenden Wällen in die Hocke und werfen zielsicher Granaten. Alles schon mal gesehen.

Spec Ops: The Line muss sich auch in puncto Gewaltgrad nicht hinter Epics Shooter-Größe verstecken. Kommt Ihr an einem verwundeten Feind vorbei, lädt das Spiel zur Exekution ein. Auf Knopfdruck schlägt Walker seinen wehrlosen Widersacher dann mit der bloßen Faust tot, rammt ihm den Gewehrkolben an den Kopf oder drückt ihm den Lauf seiner Waffe ins Gesicht. Yagers Shooter lässt Euch brutal sein, die rohe Gewalt passt aber ins Szenario. Ihr spaziert mehr als einmal durch Massengräber, Leichen sind an Telefonmasten aufgeknüpft und Eurem Team merkt Ihr die steigende Belastung an: Aus den braven Soldaten mit sauberen Gesichtern, strahlenden Uniformen und moralischen Prinzipien werden mit der Zeit dreckige, verzweifelt dreinblickende Überlebenskünstler (die komischerweise in den kompletten sieben Stunden der Kampagne keinen Schluck trinken). Ihr militärischer Drill wird von Idealen und persönlichen Gefühlen abgelöst.

So kommt es auch dazu, dass Ihr ab und an unbequeme Entscheidungen treffen müsst, wobei Lugo und Adams unterschiedliche Standpunkte vertreten. Allerdings halten sich die Auswirkungen Eures Handelns in engen Grenzen – welches Ende des Spiels Ihr seht, beeinflusst Ihr nur kurz vor Schluss. Praktisch: Wer verschiedene Lösungen ausprobieren will, ist per Kapitelanwahl schnell wieder am gewünschten Punkt. Habt Ihr Euch einmal quer durch Dubai gekämpft, steht außerdem ein weiterer höherer Schwierigkeitsgrad bereit.

Aus technischer Sicht geht das Wüstenabenteuer in Ordnung, ohne zu glänzen. Die Katastrophen-Atmosphäre kommt durch kleine Details und eine stimmige Farbpalette gut zur Geltung, die Texturen brauchen aber immer eine Weile, um sich scharfzustellen, und die Animationen der Charaktere sind zu zackig und abgehackt. Auf die Ohren gibt es rockige Klänge aus den 1970ern, die nicht einfach so ertönen, sondern von einem durchgeknallten DJ über die Lautsprecher der Stadt abgespielt werden. Die Waffen klingen schwach, dafür leisten sowohl die deutschen als auch die originalen Sprecher gute Arbeit.

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Sinuhe
I, MANIAC
Sinuhe

Leider hat sich das Spiel laut Yager nicht so dolle verkauft. Das ist echt schade, denn das Spiel ist gut. Für Leute die mehr wert auf emotionale Auseinandersetzungen bei einem Shooter stehen ist das hier genau das Richtige. Ich hab lange auf genau diesen Anfang von einem Entwickler gewartet. Endlich kein Kriegsshooter sondern eben mehr Antikriegshooter. Geht das? Ich glaube Videospiel haben es da generell etwas schwerer als Filme. Aber wenn es Entwickler klug anstellen, dann glaube ich stecken da ungeahnte Möglichkeiten in unserem Lieblingsmedium, die locker die filmischen Möglichkeiten in die Tasche stecken können. Und in Ansätzen kann man es eben hier endlich sehen. Ich finde da kann man Yager gar nicht genug danken, dass sie sich so weit herangewagt haben. Für mich eines der wichtigsten Spiele in der PS360 Generation, eben weil es unangenehm ist. Hat man allerdings Probleme sich emotional von dem Spiel fangen zu lassen, dann gibt’s wahrscheinlich besser Shooter. Das ist dann Pech aber es kann natürlich nicht für jeden gleich funktionieren. Ich hoffe nur das das Beispiel von Yager schule macht und trotz der mäßigen Verkaufszahlen für Nachahmer sorgt. Vielleicht klappt es nächstes mal auch mit Shootermechanik.

ElCoyote
I, MANIAC
ElCoyote

Wie kann man das auch nur ansatzweise mit einem Ghost REcon FS vergleichnen? Ubisoft hat aus einem ehemals Taktikshooter quasi einen Railshooter gemacht, der nur noch von Inszenierung lebt.SOTL ist das Härteste und Fatalischste, was seit Shellshock in diesem Genre erschienen ist, und das ist gut so. Ich kann diese 08/15 gute Westler gg. pöse Ostmenschen/Islamisten nicht mehr sehen. Danke, Yager, gut gemacht.

Piotrik
I, MANIAC
Piotrik

Die Levels sind derb schlauchig aber ansonsten ein echt guter Actiontitel für echte Soldaten-innen!

dajayjay
I, MANIAC
dajayjay

Mich hat Spec-Ops positiv überrascht. Spielerisch teilweise wirklich ein Standard 3rd Person Shooter, aber die Story ist wirklich gut und packend. Das Spiel macht eine Sache richtig gut: es verherrlicht den Krieg nicht, sondern zeigt die hässlichen Seiten davon. Das habe ich dann doch wieder als innovativ empfunden, vor allem wenn man es mit “”amerika-fuck-yeah-wir-bombem-alles-kurz-und-klein”” Spielen wie CoD MW vergleicht.

Lofwyr
I, MANIAC
Lofwyr

Dieses Spiel ist mit das Beste was es storytechnisch im Shooterbereich gibt. Ich habe dieses Spiel stellenweise gehasst wegen den Entscheidungen die ich treffen musste. Stichwort Mörserszene gegen AC 130 Szene in MW1.

Max Snake
I, MANIAC
Max Snake

@ Sawesome16 Du sprichst Nagel auf dem Kopf, so stand es im Test drauf, aber schön das solche Entwickler zeigen, das es auch anders geht.

Sawesome16
I, MANIAC
Sawesome16

Max Snake Die demo zeigt dir ein 0815 militär shooter,aber wenn du es spielst wirst du sehen das es ganz und gar nicht USA Dominates and we are the best ist.

Max Snake
I, MANIAC
Max Snake

Bei der Demo hat sich Spec – Ops: The Line nach Gears of War an. Irgendwann leihe ich es aus.

Gast

Ich habe SO:TL nicht bis zum Ende durchgehalten. Im Vergleich mit Shootern aus der letzten Zeit sieht das Spiel gegen “”Max Payne””, “”Binary Domain”” und vor allem das grandiose “”Future Sodier”” keinen Stich. Zugegeben Wüste ist nicht mein Lieblings-Setting und eine “”vielversprechende Story”” spielt beim Kauf eines Ego-Shooters nur eine untergeordnete Rolle für mich. Die Entscheidungen, die ich ab und an zu Treffen habe und deren Konsequenzen, wären in den zuvor genannten Spielen so etwas wie das Salz in der Suppe. Hier ist es das Salz in einen Topf voll Wasser.