Street Fighter IV – im Klassik-Test (360)

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Genug mit den Fakten, warum sollte man diesen 2D-Prügler in Zeiten von 3D-Perlen wie Soulcalibur IV oder Virtua Fighter spielen? Die Antwort liefert das unnachahmliche Spielgefühl: Die Special Moves sind schnell verinnerlicht, zumal es im Wesentlichen nur zwei Typen gibt – Shoto-Charaktere und Charge-Kämpfer. Der Reiz liegt also nicht im Erlernen komplexer Manöver, bei denen man sich über ihr Gelingen freut. Vielmehr steht das Lesen des Gegnerverhaltens im Vordergrund. Blockt Ihr beispielsweise Ryus Dragon Punch, bei dem er steil nach oben aufsteigt, freut Ihr Euch diebisch auf seine Landung, die mit einem saftigen Fußfeger quittiert wird, gegen den Ryu nichts ausrichten kann. Entscheidend ist dabei nicht nur gut getimtes Blocken, sondern auch die Stärke des Angriffs: Schnelle Schläge lassen sich zu Combos verknüpfen, ein feindlicher Dragon Punch mit leichtem Schlag lässt Euch wiederum kaum Zeit zur Vorbereitung des Fußfegers. Die Variation der Manöver sorgt für überraschende Ergebnisse. So ist es mit Charge-Charakteren wie Guile, M. Bison oder E. Honda empfehlenswert, Special Moves mit schräg nach unten gedrückter Taste aufzuladen. Der Vorteil: Je nach Situation lässt sich aus dieser defensiven Position eine horizontale oder vertikale Attacke ausführen. Weiß das auch Euer Gegenspieler, wird es spannend: Wie wird er versuchen, Euch zu treffen? Vermutlich mit einem Schuss aus der Distanz. Hier kommen die neuen Focus-Attacken ins Spiel: Durch Drücken der beiden mittleren Angriffstasten ladet Ihr einen verheerenden Konterangriff in drei Stufen auf, der sogar feindliche Schüsse absorbiert.

Für zusätzlichen Tiefgang sorgen die Super- und Ultra-Combos: Gerade Letztere reißen das Ruder immer wieder herum und richten massiven Schaden an. So lädt Ryu mit zwei aneinander gereihten Viertelkreis-Bewegungen einen vernichtenden Feuerball auf, der allerdings nur in Combos oder im Nahkampf zur Geltung kommt; aus der Ferne springt Ihr einfach darüber hinweg und verpasst ihm einen Tritt aus der Luft. Regelmäßig entstehen so unter gleichstarken Kombattanten spannende Duelle, ungleiche Gegenspieler passen ihr Handicap entsprechend an.

Bis Redaktionsschluss konnten wir den Online-Modus leider noch nicht überprüfen. Sobald das Spiel im Handel ist, folgt ein Nachtest mit unserem Japan-­Korrespondenten Jan. In normalen Matches offenbart der Xbox-360-Controller seine Schwächen, vor allem im Direktvergleich zur PS3. Mit Analogstick spielt man aufgrund der langen Bedienwege ohnehin nicht und die schwammige Scheibe lässt so manchen Move scheitern. Wir empfehlen die ­Anschaffung eines ­Arcade-Sticks.

Ansonsten gibt es kaum Anlass zu Kritik: Solisten klagen über mangelnde Modi-Vielfalt und der Schwierigkeitsgrad der einzelnen Matches steigt nach den ersten Runden ­rapide an. Besonders Endboss Seth treibt Euch an den Rand der Verzweiflung. Die Story-Schnipsel weisen zwar bei manchen Charakteren eine Verbindung auf, sind aber insgesamt öde. Alles kein Grund, sich diesen Meilenstein entgehen zu lassen!

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Rudi Ratlos
30. Juni 2025 14:23

Wieso ist das schon bei den Retrotests 😭 war damals megagut, hab noch die CE mit Diorama. Capcom-technisch durch diverse Updates dann weiter perfektioniert.

Illstar
27. Juni 2025 23:05

Ja, fand das damals auch super. Vor allem weil alpha und 3rd auch an mir vorbei gingen.

Durandal
27. Juni 2025 15:08

Mit Sicherheit eines der besten Serien-Revivals/Reboots ever. Und die Grafik war einfach sehr lecker.