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| Spiel: | The Mortuary Assistant |
| Publisher: | DreadXP |
| Developer: | Darkstone Digital |
| Genre: | Adventure |
| Getestet für: | Switch |
| Erhältlich für: | Switch |
| USK: | 16 |
| Erschienen in: | 6 / 2023 |
Sowohl das DreadXP-Label als auch der Solo-Entwickler Darkstone sind aufs Horror-Genre spezialisiert und kommen schnell zur Sache. Nach Gesundheitswarnung – ”Wenden Sie sich bitte an Kirche oder Geisterjäger!” – und Abschied von der besorgten Oma – ”Trag dieses Amulett stets bei Dir!” – steht Rebecca schon am neuen Arbeitsplatz und folgt den Instruktionen ihres Chefs. Als Azubi des Bestattungsunternehmers muss sie die Körper jeder Nachtschicht auf Verletzungen untersuchen, entbluten, präparieren und balsamieren, die Kiefer vernähen und die Augen schließen. Sie schiebt die Körper zwischen Kühl- und Untersuchungsraum hin und her, wühlt in Schubladen und Regalen: Wo stehen noch mal die Methanolfläschchen, wo finde ich Skalpell, Kanülen und Schläuche?
Dass sie an einem Zentrum geplagter Seelen und ruheloser Geister ist, wird Rebecca erst in der Einzelschicht der folgenden Nacht verklickert. Ein paar Tonbänder, eine okkulte Datenbank und – wir befinden uns in den 1990ern – ein Netscape-Navigator geben ihr die Instruktionen, wie sie Dämonen aufstöbert und identifiziert und wie man den korrekten Gegenzauber bastelt. Zunehmend routiniert arbeitet Rebecca die beruflichen Tasks ihrer Liste ab und hält gleichzeitig Augen und Ohren nach übernatürlichen Zeichen offen. Davon gibt es von Anfang an mehr als genug: Klopfen, Rumpeln und Flüstern, Licht, das plötzlich ausgeht, huschende Silhouetten und bleiche Kadaver, die sich erheben. Je näher Rebeccas Untersuchungen einem Dämonen kommen, desto wilder werden dessen Attacken und ihre Visionen: Sie erleidet Ohnmacht und Flashbacks, taumelt durch surreale Gedanken-Labyrinthe.
The Mortuary Assistant erlebt man aus der Ich-Perspektive und auf äußerst begrenztem Areal: Ein paar Albtraumsequenzen, der abendliche Aufbruch zur Nachtschicht und das Finale sind die einzigen Momente, an denen man Rebeccas Arbeitsplatz – Büro, Bad, Rumpelkammer, zwei ”dark hallways”, Untersuchungs- und Leichenraum – kurz verlässt. Die Heldin kann in jeder Nacht scheitern, doch nicht sterben: Man tritt immer wieder zu einer Schicht an, um aus den Spukfragmenten Rebeccas Story und Schicksal zu ergründen.






















