Wasteland 3 – im Test (PS4)

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Quests lassen sich stets auf unterschiedliche Arten lösen. Je nachdem, welche Skills Ihr aufgelevelt habt, bieten sich Euch verschiedene Möglichkeiten: Wer in Fertigkeiten wie ”Arschkriecher”, ”Hinterhältiger Scheiß” und ”Harter Hund” inves­tiert, hat vielleicht in Dialogen einen Vorteil; Spezialisten in ”Nerdkram”, ”Mechanik” und ”Schlösserknacken” nehmen alternative Wege und hacken Computer, im offenen Kampf sind dafür eher klassische Waffentalente gefragt. Es kommt aber auch immer wieder zu Überschneidungen, und vergesst den Skill ”Toasterreparatur” nicht! Wer seine Truppe wohlüberlegt ausbalanciert und verschiedene Spezialisten mitnimmt und ausbildet, hat die meisten Handlungsoptionen. Einen klar ersichtlichen besten Pfad durch die Geschichte gibt es dennoch nicht, Euer Handeln hat stets positive wie negative Konsequenzen, die sich teils erst Stunden später offenbaren – der Wiederspielwert ist hoch, die Storyentwicklungen und Enden zahlreich.

In den Kämpfen wechselt das Spiel wieder in einen Runden-Modus, in dem Ihr Euch über ein Raster bewegt und Aktionspunkte für Attacken und Fähigkeiten ausgebt. Im Gegensatz zum Vorgänger dürft Ihr aber jederzeit zwischen den Mitgliedern Eures Teams wechseln und ihre Angriffe koordinieren, statt einen nach dem anderen abzuarbeiten. In vielen Kämpfen unterstützt Euch darüber hinaus Euer gepanzerter Transporter als zusätzliches Truppenmitglied. Er verfügt nicht nur über kräftige Bewaffnung, sondern walzt auch Deckung (und Gegner) platt. Die Schlachten gegen die KI sind bereits auf der zweiten von vier Schwierigkeitsstufen recht anspruchsvoll, wer sich damit nicht herumärgern und lieber mehr über die Story grübeln will, wechselt am besten auf die leichteste Stufe, die mehr Fehler verzeiht.

Inhaltlich ist Wasteland 3 ein Brett, das Fans klassischer Rollenspiele locker bis in den Winter unterhält. Technisch ist leider aber noch viel Luft nach oben: Während unserer ­Testphase mussten wir uns auch nach einigen Patches immer wieder mit Abstürzen herumplagen, zudem funktioniert die Steuerung im ohnehin kompliziert zu bedienenden Inventar nicht reibungslos und es kommt immer wieder zu Rucklern und Hängern. Viel Geduld braucht es beim Betreten und Verlassen eines Gebietes, die Ladezeiten ziehen sich – blöd, wenn Ihr oft zwischen Questgebern hin- und herreisen müsst. Auch wenn all diese Probleme nicht wären, würde Wasteland 3 optisch im Jahr 2020 keinen Blumentopf gewinnen. Charaktermodelle und Texturen sind einfach nicht zeitgemäß. Nichts zu meckern haben wir hingegen beim Ton: Die Dialoge wurden stimmungsvoll englisch synchronisiert, der atmosphärische Soundtrack wird wohldosiert eingesetzt.

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senser
12. November 2020 13:09

Ich habe es durch auf höchsten Schwierigkeitens Grad und ja es war echt gut.
Die Kritik an der Technik ist aber mehr als berechtigt. Hier geht es aber nicht um sie Grafik sondern um den allgemeinen Zustand der als ich an fing sehr schlecht war.
Mittlerweile sind die meisten Sachen verbessert worden es stürzte aber noch regelmäßig bis zum Ende ab. Zusammen mit den gefühlt unendlichen ladezeiten kann das schon anstrengend sein. Habe es auf einer Fat One gespielt weiß nicht wie es auf den besseren Modellen läuft.
Aber für jeden der mit X Com und Fallout was anfangen kann ist es super. Ohne technische Mängel wehre ich so bei 88 Prozent.

Rudi Ratlos
12. November 2020 10:34

Der Test liest sich echt gut – dank diverser (?) Patches sollte es ja jetzt eigentlich recht rund laufen und dank GP kann man ja gratis reinschnuppern.

MadMacs
11. November 2020 17:21

Ich werde irgendwie nicht so recht warm damit.

donkiekung
11. November 2020 17:09

Es zählt das Spiel und hier weniger die mittelmäßige Technik. Und das Spiel ist sehr sehr gut.