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Die übrigen Sportarten demonstrieren unterhaltsam die Einsatzmöglichkeiten der neuen Bewegungsfreiheit, doch nicht jede zündet gleichermaßen: Basketball und Wakeboarding sind für Einsteiger zu kompliziert, Radfahren ist schlicht öde und der Luftkampf mit zwei Flugzeugen zu verwirrend.
Zwar seid Ihr durchaus mehrere Abende beschäftigt, ehe Ihr alle Spielmodi freigeschaltet habt, doch konzeptionelle Schwachstellen fallen schon früher auf. So ist unverständlich, weshalb Nintendo auf einen Online-Modus verzichtet hat, der gerade mit dem Simpel-Sport das Wii-Phänomen um eine neue Dimension hätte erweitern können. Sei es in Ranglisten oder internationalen Matches: Familie Müller aus dem Ruhrpott gegen den Singh-Klan aus Kalkutta – geniale Idee, doch Chance vertan.
Neben DSL-Kunden suchen auch spielhungrige Balance-Board-Besitzer vergeblich nach frischem Futter, denn ihr Fitness-Zubehör wird glatt ignoriert. Enttäuschend sind auch Schlampereien im Detail: Die spärlichen Sprachsamples ertönen nur in Englisch, Längenmaße beim Frisbee-Golf wechseln munter zwischen Yards und Metern und unverständliche Abkürzungen wie ”Reg. Mii ändern” im Optionsmenü verwirren und lassen Sorgfalt vermissen.
Andererseits nimmt Euch das Spiel bei der Hand und lässt sie nicht mehr los. Angefangen mit dem Einstiegsvideo erfahrt Ihr in nicht enden wollenden Erklärungen und Aufmerksamkeitstests, wie der Hase läuft. Ihr wollt spielen? Nicht so schnell. Erst den Mii auswählen, dann die Fernbedienung auf den Tisch legen, um sie zu kalibrieren. Das erfolgt im Laufe eines Abends durchaus mehrmals. Dann folgen Texttafeln, unterbrochen von einem Verständnistest, bei dem Ihr A- und B-Taste gleichzeitig drückt. Schließlich Kamerafahrten und weitere Erklärungen. Dabei ist Wii Sports Resort gar nicht so kompliziert – oder doch?






















Habe es zwar auch, mitsamt Balance Board, aber der Reiz aus der Zeit des Vorgängers war schon ein wenig verflogen. Einige Disziplinen ( Jet Ski, Bogenschießen und Golf sowieso) sind dennoch richtig gelungen.
Am Ende bleibt es eine spaßige Kuriosität, aus einer Zeit, als die Branche nach einer relativ gleichförmigen Gen ( Ps2/XB/GC) sich neu aufgestellt hat und eventuell zum letzen mal so vielfältig war:
Sony protzte mit Technik, Ms zog mit und verfing sich nebenbei in Experimenten ( Kinect) und Nintendo, wie gewohnt, “anders” drauf, anderen Pfaden suchend und mit außergewöhnlichen bis bizarren Konzepten um sich werfend.
Leider oder zurecht ( ? ) blieb nicht so viel von der Motion-Control Ära übrig, außer einigen Standards, die heute in den Controllern schimmern und mit VR, die die Idee des sich beim Videospielen bewegen, noch mehr auf die Spitze trieb/treibt.
Ich mag mich beim Gaming nicht mehr so viel bewegen, wie zu der Zeit, als ich dachte, diese Art des Spielens könne man durchaus dauerhaft integrieren und begrüße heute jede Software, die mir das nicht aufzwingt.