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Der Gegenpol zur Himmlischen Macht ist der durch den Federwahn steigende Wahnsinn: Mit jedem Tod und jedem erledigten menschlichen Gegner wird er größer. Einen genauen Wert können wir im Charaktermenü nachsehen, grob lässt sich der Fortschritt aber auch an der Färbung der Anzeige für die Himmlische Macht oder Wuchangs Augen ablesen. Werden beide rot, stehen wir kurz vor der Vollendung. Doch wie wirkt sich Wahnsinn im Spiel aus? Generell bedeutet es, dass wir stärker zulangen, aber mehr Schaden einstecken. Auch das gesammelte rote Quecksilber erhöht sich. Andererseits verlieren wir alles, wenn wir ins Gras beißen. Und wenn wir an den Ort unserer Niederlage zurückkehren, um es wieder einzusammeln, erwartet uns eine weitere Überraschung: Unser innerer Dämon manifestiert und muss besiegt werden, um das Quecksilber zurückzubekommen und den Wahnsinn zu beenden. Das ist kein triviales Unterfangen, doch nach und nach lernt man, die immer wechselnden Angriffsmuster zu kontern und ihn zu überwältigen.
Was, wenn wir plötzlich merken, dass wir für unsere Spielweise falsch gelevelt haben? Wuchang: Fallen Feathers ist in dieser Beziehung unglaublich flexibel und erlaubt uns jederzeit, die vergebenen Erfahrungspunkte auf dem Skilltree komplett neu zu verteilen. Das ist nützlich, wenn wir etwa einem schier unbezwingbaren Boss gegenüberstehen, denn wir können unterschiedliche Strategien ausprobieren. Die eigentlich bewährten Doppelklingen wollen nicht zum Erfolg beim Bossgegner führen? Probieren wir es doch mal mit dem Langschwert und der Blocken-Fähigkeit. Dieser jederzeit mögliche ”Re-Spec” macht das Spiel trotz seines mitunter immensen Schwierigkeitsgrads deutlich zugänglicher als viele andere Soulslikes.
Ist Wuchang am Ende vielleicht das bessere Dark Souls geworden? Nicht ganz. Gerade im Bereich des Erzählens seiner Geschichte ist es unterlegen. Geschwätzige Zwischensequenzen führen meist nur dazu, dass man noch mehr Fragezeichen vor Augen hat. Optisch ist das Spiel aber ein echter Gewinner: Es begeistert in seinen in sich zusammenlaufenden und eine Open World suggerierenden Schlauchlevels mit teils wunderschönen Landschaften, Wäldern und unheimlichen Höhlen. Doch gerade die Zugänglichkeit des Level-Systems und das gelungene Kampfsystem sind Punkte, die auch eher vor Soulslikes zurückschreckenden Naturen eine unerwartete Menge Spaß am genretypischen Frust bereiten könnten.









Schöner Test, dem ich im Großen und Ganzen nur zustimmen kann.
Bin bereits bei Ng2+ und es macht immer noch Freude.