Journey – im Test (PS3)

11
823
Spiel:
Publisher:
Developer:
Genre:
Getestet für:
Erhältlich für:,
USK:
Erschienen in:

Hier kommt ein Konsolenabenteuer für all jene, die das Träumen noch nicht verlernt haben. Das kalifornische Mini-Studio thatgamecompany liefert nach flOw und Flower sein Meisterstück: Journey (deutsch: Reise) ist ein ebenso bildgewaltiges wie zartes, atemberaubend schönes wie bemerkenswertes Videospiel.

Die Hauptfigur ist weder Mensch noch Tier, trägt keinen Namen und spricht nicht. Und dennoch ist das bemäntelte, zierliche Wesen ein Charakter zum Gernhaben. Egal, ob sein naiver Unschuldsblick über Gebäuderuinen schweift oder es seine staksigen Beinchen hastig über den traumhaft animierten Wüstensand tragen – wir fühlen eine emotionale Verbundenheit mit dieser Kreatur. Gerne folgen wir ihr durch farbenfrohe, stilistisch einzigartige virtuelle Welten: Unsere Reise beginnt unter der sengenden Wüstensonne, wir dirigieren unser Männchen (Weibchen?) per Analogstick über die Dünen. Außer einem klingenden ’Pling’-Ton, den wir auf Knopfdruck aussenden, gibt es am Anfang keinerlei Interaktion mit der Spielwelt. Wir lassen uns darauf ein, laufen los und werden in der Folge erkennen, dass uns Journey äußerst geschickt zum nächsten relevanten Punkt in der leeren Welt lotst – sei es durch eine interessante Ruine, einen Lichtstrahl oder nur durch das Gefälle eines Pfades. Schon bald erkennen wir, wozu das Aussenden unseres Tones gut ist: Zum einen machen wir so in den Welten verteilte Altarinschriften sichtbar, die an das Schriftbild versunkener mittelamerikanischer Kulturen (z.B. Olmeken) erinnern und nach und nach die Geschichte vom Aufstieg und Niedergang einer Kultur erzählen. Außerdem dient der Klang dazu, verstaubten Stoffbahnen neues Leben einzuhauchen. Klingt komisch? Fühlt sich aber bald sehr natürlich an. Lasst Ihr einen Ton erschallen, werden Stoffstücke lebendig und füllen die Energie Eures Flugschals auf. Dessen Länge wiederum erweitert Ihr durch das Sammeln leuchtender Symbole hat Eure Spielfigur einen längeren Schal, könnt Ihr länger und höher durch die Luft schweben. Das war’s dann auch schon in spielerischer Hinsicht, fast jedenfalls. Ihr dreht die Kamera via Sixaxis bzw. rechtem Stick und könnt über eine Online-Verbindung auch zu zweit auf die Reise gehen.

Seine Brillanz zieht Journey aus der Vermählung von wunderschöner Grafik, sanfter Musik, einer Stilsicherheit, die im Spielebereich ihresgleichen
sucht, und der zauberhaften Welt, die von der ersten Sekunde an Neugier schürt. Zudem lässt das zweistündige Abenteuer, das von nur elf Leuten erschaffen wurde, viel Interpretationsspielraum: Ist die Reise der Spielfigur als Wanderung von A nach B zu verstehen oder eine Metapher für den Abschied von allem Irdischen, eine Art Himmelfahrt also? Was hat es mit den rätselhaften Stoffdrachen auf sich? Sind die Stelen am Wegesrand Grabsteine vergangener Wanderer, die ihr Ziel nicht erreicht haben? Wer sich am fehlenden spielerischen Gehalt (Kampfsystem? Super Moves? Waffen?) nicht stört, der erlebt eine unvergessliche Reise voller Poesie und Wow-Momente – kurz: eines der bislang eindrucksvollsten Spielerlebnisse.

Ein Spiel als Erlebnis und jenseits des üblichen Sortiments.

Singleplayer90
Multiplayer
Grafik
Sound
11 Kommentare
neuste
älteste
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
noMOREheroes
16. April 2012 10:03

hab mir extra ne ps3 für gekauft^^

Mustafa
12. April 2012 11:23

Dieses Spiel erinnert mich sehr an diesen “”After the End””-Story-Arc aus Homestuck.Gefällt mir, was ich an Trailern und Reviews gesehen habe, werd aber erstmal die Demo ausprobieren, und hoffen, dass es nicht so unglaublich langweilig ist wie Flower…

Equipo
11. April 2012 19:01

Völlig verdiente 10 Punkte!@ Klinnik””mangels anspruchsvollem Gameplay””Das ist doch gar nicht der Sinn dahinter & brauch man auch überhaupt nicht!””kurzen Spieldauer””Für den Preis absolut in Ordnung, vor allem weil es eig auf den Onlinemodus ausgelegt ist. (Und dort auch zum mehrmaligem durchspielen einlädt)

Saldek
11. April 2012 18:39

Die Dauer ist perfekt, da es Spielfilm-Länge hat. Habe es schon mehrfach beendet. Bestes Videospiel der letzten Monate für mich.

Max Snake
11. April 2012 17:50

Was für Melaconische Spiel.

11. April 2012 16:45

Naja, das Spiel ist sehr kurz und nach dem ersten Durchgang hab ich schon alles gesehen, bzw werd es in nächster Zeit auch nicht mehr spielen; aber für den Preis ist es mehr als ok.

11. April 2012 15:11

Eine “”9″” hätte mangels anspruchsvollem Gameplay und der kurzen Spieldauer gereicht, finde ich. Bis kurz vor Schluss war ich nach dem ganzen Hype sogar eher enttäuscht.

Spacemoonkey
11. April 2012 13:32

ist wirklich was besonderes

henning
11. April 2012 12:35

sieht echt wunderbar aus

Lofwyr
11. April 2012 12:26

Keine Chance. Sony hat drei Spiele von thatgamecompany vorfinanziert deshalb ist das PS3 exklusiv.

Christian xy
11. April 2012 12:14

gibt es Pläne das dieses Spiel auch auf XBOX Live kommt???Hört sich alles sehr gut an, erninnert mich an Limbo und Braid