Filmkritik: Free Guy

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Dieser Artikel stammt aus der M! 337 (Oktober 2021).

MERING • Guy (Ryan Reynolds) hat eine Sinnkrise. Nachdem der Bankkassierer an eine magische Brille gelangt, muss er erkennen, dass seine Heimatstadt Free City eigentlich nur ein GTA-artiges Videospiel ist und er einer von Tausenden NPCs, die darin ihren vom Algorithmus diktierten Tagesabläufen nachgehen. ”Wenn wir nicht echt sind, bedeutet das nicht, dass nichts, was wir tun, Bedeutung hat?”, fragt er seinen besten Kumpel Buddy (Lil Rel Howery). Der gibt daraufhin die wohl simpelste, aber zugleich auch genialste Antwort auf ”Blade Runners” Frage, was künstliche Intelligenz eigentlich menschlich macht: ”Ich sitze hier mit meinem besten Freund und versuche, ihm durch eine schwere Zeit zu helfen. Wenn das nicht echt ist, dann weiß ich auch nicht.” Leider ist diese Szene der einzige Moment, in dem Regisseur Shawn Levy Interesse daran zeigt, solche Fragen tiefgehender zu untersuchen. Für Philosophisches hat Free Guy wenig Sinn. Mit einer neuen ”Truman Show” haben wir es nicht zu tun.

Dafür ist der Film eine der wohl spaßigsten Videospielverfilmungen seit Langem. Ob nun die Nonchalance, mit der Guy und Buddy den täglichen Zwölf-Uhr-Banküberfall hinnehmen, oder die stupide Game-Logik, mit der Guy jeden Morgen denselben Kaffee bestellt: Levy hat Spiele verstanden. Hardcore-Reverenzen spart er sich zwar, damit weniger spielaffine Kinogänger auch noch durchsteigen, am Ende wird es aber für alle unterhaltsam. Und das ist doch schon mehr, als man manchmal hoffen darf.

Die Blu-ray ist inzwischen erhältlich, außerdem ist Free Guy auch bei Disney+ streambar.

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MadMacs
22. Oktober 2021 11:28

So schlecht fand ich den gar nicht. Der Film hatte mich unterhalten und es waren ein paar gute Gags drinnen. Anschauen kann man ihn auf jeden Fall.

benderbot
20. Oktober 2021 18:53

Mir hat er leider gar nicht gefallen. Nach dem Trailer war ich ziemlich gespannt auf den fertigen Film, wurde habe dann doch relativ schnell gelangweilt, leider. Ich wollte den Film echt lieben, aber ich habe zwischendurch echt mit dem Einschlafen gekämpft.