
Dieser Artikel stammt aus der M! 339 (Dezember 2021).
KARLSTAD • Der Schwede Lars Wingefors ist Jahrgang 1977, Spiele-Fan und -Fachmann seit seiner Kindheit und gründet sein erstes Software-Unternehmen bereits mit 16. Heute sammelt der Chef des aktuell dynamischsten europäischen Game-Konzerns, Embracer, nicht nur 100 Spiele-Studios und 1.000 IPs, sondern möchte auch alle Computer- und Videospiele besitzen – alle, die je entwickelt und vermarktet wurden, egal für welche Plattform (inklusive Automaten), egal ob amerikanisch, japanisch oder europäisch! Um sich (und seinen Aktionären) den Traum jedes Retro-Spielers zu erfüllen, erwirbt der Konzern ein Berg(werk)grundstück nahe der Embracer-Zentrale – gewaltige, durch Stahltüren gesicherte Hallen, tief unter dem Erdboden – und macht dann Jagd auf die Bestände internationaler Sammler. Ein paar Millionen Euro flossen bereits, um gut geführte Privatarchive komplett aufzukaufen und gen Norden zu verschiffen. Auch große Sammlungen und teure Einzelstücke aus dem deutschsprachigen Raum wanderten schon nach Schweden, sodass Embracers ”Game Vault” gegenwärtig über 50.000 Spiele, Konsolen und Zubehörteile hortet. Das ist längst nicht genug (und längst noch nicht die weltweit größte Sammlung). Wer viele oder besonders rare Klassiker verkaufen möchte, darf sich mit Inventar-Datenbank und vielsagenden Fotos gerne an thomas.sunhede@embracer.com wenden.
Einseh- oder gar begehbar ist die Embracer-Sammlung bislang noch nicht; das soll sich ändern, irgendwann. Die Konzern-Webseite zeigt bislang nur ein paar Fotos und ein, zwei Early-Access-Videos, in denen Game-Historiker Thomas eine Handvoll Archivstücke auspackt und erklärt. Ach ja, ein paar weitere Firmen sackte Embracer in den letzten Wochen natürlich auch ein: Über die Berliner Tochter DECA Games kamen der chinesische Mobile-Game-Entwickler Jufeng Studio und dessen acht Spiele-IPs in die Embracer-Gruppe, via Koch Media UK die englische Event-Firma Splatter Connect.









Ehrlich gesagt bin ich begeistert.
Bin nun am überlegen, ob ich ihm Dracula X (jap.) für den Saturn und M.U.S.H.A Aleste (US) für den Mega Drive verkaufe.
Beide natürlich in Top-Zustand mit Anleitung und OVP.
Selbstredend aus einem tierfreien Nichtraucherhaushalt.
Da wahrscheinlich viele Sammler aus der Mittelschicht bald aus Geldnot ihre Schätze günstig abgeben müssen (wenn es halt so weitergeht), könnte Wingefors seinen Bunker wohl in den nächsten 5 bis 10 Jahren ganz gut gefüllt bekommen, könnte ich mir vorstellen. Wäre dann wohl auch alles ziemlich weltkriegssicher.