Metroid: Other M – im Klassik-Test (Wii)

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So vielfältig sich Videospiele heute präsentieren, so ähnlich sind sich die meisten Titel eines ­Genres hinter ihrer bunten Fassade – orientieren sie sich in puncto Spielmechanik doch häufig an erfolgreichen Meilensteinen. Umso schwieriger kann es für Videospiel-Redakteure werden, sich im vor Spielen überbordenden Einheitsangebot unkonventionellen Ausreißern gegenüber offen zu zeigen – man ist halt ein Gewohnheitstier, vor allem unter Zeitdruck. Diese unbequeme Tatsache musste ich mir bei Metroid: Other M ­eingestehen.

Samus Arans neues Abenteuer markiert auf den ersten Blick eine radikale Abkehr von etablierten Markenzeichen der Serie und setzt auf ein ungewöhnliches Steuerungskonzept, bei dem schon Kollege Schultes während eines frühen Probespiels die Nase rümpfte. Seinen Eindruck teilte ich über weite Teile der Testphase, die mich entnervt fluchen und wiederholt die Konsole wütend ausschalten ließ – einmal flog gar die Wii-Remote durch den Raum. Doch ich stellte auch fest, dass nicht jeder Spieler solche Schwierigkeiten hatte, wie Oliver oder ich.

Der Stein des Anstoßes ist die Entscheidung der Entwickler, lediglich die quer gehaltene Wii-Remote für Samus’ Navigation einzusetzen. Das erinnert an das frühe NES-Debüt, welches ebenfalls mit wenigen Knöpfen auskam, erweitert wird dies aber durch die neuen Möglichkeiten des Bewegungscontrollers: Other M präsentiert Euch nämlich verschiedene Perspektiven – die meiste Zeit des mit zehn bis zwölf Stunden vergleichsweise kurzen Weltalltrips seht Ihr Samus von Außen, wenn sie mal klassisch seitlich, mal in die Bildtiefe flitzt. An Bord des Bottle Ship getauften Schauplatzes, der Eis-, Pflanzen- und Lavagebiete sowie metallische Räume bereit hält, wechseln sich enge Gänge mit arenenartigen Abschnitten ab, in denen Ihr Hüpfpassagen und Rätsel meistert und häufiger als früher Mini-Bosse bekämpft.

Sowohl im Kampf gegen bestimmte Feinde als auch um versperrte Pforten zu analysieren, richtet Ihr die Fernbedienung gen TV und seht Euch aus der Ego-Perspektive mit gedrückt gehaltener B-Taste um – andere Bewegungen sind nicht möglich.

Hier begannen meine Schwierigkeiten: Da die vielen Gegnertypen, von denen ein Großteil aus früheren Episoden stammt, individuelle Stärken und Schwächen mitbringen und entsprechende Taktiken erfordern, arrangierte ich mich nur langsam mit den umständlichen Kontrollen. In der Standardansicht nimmt Samus Gegner automatisch aufs Korn und fegt Kanonenfutter per Knöpfchenhämmern mühelos weg, größere Widersacher erfordern mehr Hirnschmalz und Timing – beim Angriff wie beim Ausweichsprung per Steuerkreuz.
So friert Ihr bestimmte Widersacher mit Samus‘ Eisschuss am Boden fest, springt auf deren Rücken (was dank einer Schräg-oben-Perspektive nicht immer klappt) und erledigt sie mit einem Nahkampfmanöver, das Ihr durch Loslassen des aufgeladenen Charge Beams auslöst. Andere Feinde sind gegenüber Raketen empfindlich, die Ihr nur aus der Ego-Sicht bei aufgeschalteten Zielen abfeuern dürft.Während ich versuche, in der Hektik eine sichere Position einzunehmen, da einige Biester ohne Unterlass auf mich feuern, starrt meine Heldin häufig in die falsche Richtung. Als nicht minder frustrierend erwiesen sich Versuche, punktgenau an seitlich angebrachte Platten zu springen, mit denen ­Samus durch Levelschläuche fährt. Untypisch für Nintendo-Spiele klappte das mancherorts nur nach mehrmaligem Nachjustieren.

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hnh4u
18. April 2026 15:19

Ich denke, wäre das Spiel nicht im Umfeld der Metroid Prime Trilogy erschienen, es wäre deutlich besser angekommen.
Ich mag den düsteren Stil, das hat es MP3 voraus, fühlte mich hier isolierter, machte atmosphärisch sehr viel her und die “weinerliche” Samus störte mich null. Das Einzige, was mich wirklich nervte, waren die Bugs, die nur im Nahkampf zu besiegen waren. Einmal nicht aufgepasst, ich war erledigt. Und den finalen Boss, wo der Bildschirm voller Bugs ist, hab ich ewig nicht geschnallt. Dabei ists so simpel.

kraftw33rk
16. April 2026 23:19

Ich fand diesen Metroid-Teil damals gut und auch noch heute viel besser als sein Ruf.
Kommt immer wieder mal (physisch) in meine geliebte WiiU.

Max Snake
16. April 2026 21:08

Die Meinung von Michael Herde und Thomas Nickel (aus der Extended Metroid Duell) kann ich die beide verstehen. Metroid Other M ist und bleibt ein unkonventionelle Action Spiel wie alle Jubeln Jahre es gibt. Die Level sind wenig berauschend, unglücklich Spiel – Design (Lava Suit erst aktiviert, wenn der Cornel sagt.)
oder klischeehaft Story. Trotzdem konnte mit den Steuerung ganz klar in verschiedenen Perspektiven und die reduzieren Metroid Feeling hat es mich weniger gestört.

Ein ehrgeizig Wii Spiel von Team Ninja.

Whitebeard91
16. April 2026 16:04

The Baby…the baby…the baby
Orher M ist besser als sein Ruf. Es hat ein paar Macken und die Steuerung ist manchmal etwas kompliziert, aber nicht alles an dem Spiel ist Mist. Entsprechend ist eine Wertung im 70er Bereich angemessen.
Für Wii Verhältnisse sah das Spiel echt gut aus, die Areale waren ganz cool und es hat mich ganz gut unterhalten. Nicht mehr und nicht weniger