Dadaismus digital: Gulp Splat Zong

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Gulp Splat Zong – Videospiel & Computermusik von den zwei Autoren Yoda Zhang und Kemal Ezcan (die aber eigentlich ein und dieselbe Person sind) ist eine 122 Seiten starke autobiografische Zeitreise.

Der Autor arbeitete unter anderem für Atari Deutschland und hat das Buch passenderweise auch nach drei seiner Programme benannt. Dabei schildert Zhang frei von der Leber weg seine ganz persönlichen Erlebnisse aus 18 Jahren Videospielwahnsinn. Er beginnt damit in einer Zeit, in der die Ananas noch ein “seltenes und teures Obst war” – 1977. Dabei stellt er immer wieder die für ihn wichtige Verbindung zur Computermusik her.

Auch wenn die Formulierungen nicht immer perfekt sitzen und teilweise schon fast zu “authentisch” sind, zeigt das Buch eines sehr deutlich: wie digitale Spiele seit ihren Anfängen unseren gesamten Lebensbereich durchdringen – scheinbar ganz besonders bei Kindern und Jugendlichen. So berichtet Zhang etwa, wie er sich als Schüler einen jähzornigen Klassenkameraden als Altered Beast-Spielfigur vorstellte. Oder wie er ein Power-Up beim Shoot’em Up Salamander nach einer Mitschülerin benannte, weil es seinen Freund und ihn an die sekundären Geschlechtsmerkmale ebendieser erinnerte.

Gulp Splat Zong ist kein Buch, um Eltern in Sachen Videospiele zu beruhigen – aber darum geht es ja auch nicht. Eine Leseprobe findet Ihr auf der Website.

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Klemens Franz
17. März 2011 9:51

Hab grad mein Exemplar bekommen … die erste Auflage ist scheinbar auf 100 Stk. limitiert.

D4L Phil
16. März 2011 14:43

Yeah, sass auch mit 7 od. 8 Jahren am C64 und hab Listings abgetippt um danach “”mein selbst programmiertes”” Spiel zu zocken – sehr funny – thx für die Erinnerung 🙂

Goombay Dance Band
14. März 2011 15:56

Ach schön irgendwie. Erinnere mich gerade an die Listings von “”KE-SOFT”” in irgendwelchen dubiosen Heften damals… hab nie eins abgetippt, hatte nur einen VC-20… aber immer vom Atari 800 geträumt!