Sonys Shuhei Yoshida: 3G-Vita ist ein “Experiment”

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Die PlayStation Vita kommt bekanntlich auch als eine 3G-Variante in den Handel. Für die Nutzung dieses Online-Service fallen zusätzliche Gebühren an, welche bei vielen Spielern auf Ablehnung stoßen. Gegenüber IndustryGamers gab sich Shuhei Yoshida, Sonys Worldwide Studio Boss, nun einsichtig. “Ich kann die Bedenken absolut verstehen. Es ist etwas Neues, die 3G-Möglichkeit in einem Gaming-Handheld zu haben, und während wir am Design der Hardware arbeiteten, glaubten wir daran, dass wir es mit 3G machen könnten, aber bis wir das System auf dem Markt haben und Entwickler Sachen ausprobieren können und Rückmeldung von den Konsumenten erhalten… nun, es braucht Jahre um zu experimentieren und einen Weg zu finden, das Ganze zu nutzen, aber wenn wir nicht irgendwann beginnen, können wir nicht einmal etwas ausprobieren.”

Yoshida sieht jedoch auch jede Menge Potenzial in der Hardware. “3G ist also unsere Investition in die Zukunft. Ich hoffe, viele Käufer sehen das Geld, dass sie dafür ausgegeben haben, ebenfalls als eine solche Investition in die Zukunft. Diese Systeme werden viele Jahre überdauern, wir werden die Firmware upgraden, neue Features bereitstellen, aber Hardware-Updates sind nicht leicht. Der Hauptgrund, warum wir 3G in die PlayStation Vita eingebaut haben, ist jedoch die soziale Anbindung, welche wir in das Zentrum der Vita integriert haben. Wenn man ein Spiel öffnet, startet man es nicht automatisch, sondern Ihr werdet zu einer Internet-Seite gebracht welche ständig von Publishern auf dem neuesten Stand gehalten wird. Dort seht Ihr außerdem die Aktivität Eurer Freunde oder erhaltet in-game items von Ihnen. Diese ganze soziale Interaktivität wird durch 3G ermöglicht.”

Ein wichtiger Faktor bei der 3G-Anbindung ist für Yoshida das asynchrone Gameplay. “Wenn Ihr also Eurem Freund etwas schicken oder sehen wollt, ob Euer Score geschlagen worden ist, geschieht das sofort, und über die soziale Verbindung hinaus gibt es asynchrones Gameplay, welches viele Social Games auf Facebook erfolgreich nutzen. Wir integrieren viele dieser Features in unsere Spiele. Bei MotorStorm etwa kann man nach jedem abgeschlossenen Event eine Herausforderung an einen Freund schicken. Wenn man diese Herausforderung via 3G erhalten hat, kann man mit nur einem Knopfdruck das gleiche Event starten. Das geht natürlich auch über Wi-Fi, doch dies ist nicht überall verfügbar. 3G ist nicht für großangelegte Online-Spiele geeignet, aber für diese sozialen und asynchronen Features taugt es sehr gut.”

Die PlayStation Vita erscheint am morgigen Mittwoch offiziell in Deutschland. Neben der 3G-Version wird auch eine reine Wi-Fi-Variante erhältlich sein.

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bupple
23. Februar 2012 11:05

PS: Die Prepaid-Tarife habe ich nicht berücksichtigt. Aber 4 € für einen Tag muss man auch erstmal verdienen. Da wägt man ab: einmal Döner essen oder Zocken. Lohnt sich vielleicht, wenn man mal n Ausflug an die Ostsee macht.

bupple
23. Februar 2012 11:00

Hallo,um 3G zu nutzen, braucht man einen Vodafone Vertrag – wenn ich die Info-Seite richtig verstanden habe. Die Tarife sehen so aus:Flatvolumen bis 300 mb – 10 €Flatvolumen bis 1000 mb – 15 €Flatvolumen bis 5000 mb – 25 €das finde ich ganz schön heftig, wenn man mal bedenkt, dass man da zwei Jahre gebunden ist und die Kohle NUR für die PS-Vita raushaut. Da hab ich dann zb. noch n iPhone für 30 € im Monat, was noch ein günstiger Vertrag ist, ein Hausanschluss mit DSL-Flat für irgendwas zwischen 30 und 50 €. Vielleicht noch Abokosten für ein MMORPG (lächerlich…).Klar braucht man zwischen dem Einen und dem Anderen keinen Zusammenhang herstellen, aber die Kohle für die 3G-Fähigkeit der Vita ist eindeutig zu viel. Cool wäre zum Beispiel, wenn ich die T-Mobile SIM-Karte aus meinem iPhone in die Vita packen könnte, wenn ich online zocken will. Aber diese monatlichen Kosten werden einfach viel zu viel. Ich stell mir auch die Eltern vor, die neben Vereinsbeiträgen, Sky-Sports-Abo, Abbezahlen der Wohnung und so weiter den Kiddies ein 2-Jahres-Vertrag für die Vita kaufen. Sind insgesamt nämlich dann nochmal 240 Euro, plus einmalige Bereitstellungsgebühr, in der günstigsten Variante. Da wird die Vita auf einmal doppelt so teuer und kostet schlappe 600 Euro. Für ne Handheldkonsole, für ein besseren Gameboy! Und dann kommt es, wie es kommen muss: man zockt mal im Bus das neue Uncharted und *pling* ist das Volumen erreicht. Am 12. des Monats. Dann hat man die restlichen 18 Tage erstmal NICHTS von seinem 3G.Schön, dass man mal über sowas nachgedacht hat. Aber den Benutzer so deutlich die Kosten für Innovationen aufzubrummen, von denen er in der übernächsten Handheldgeneration dann mal was hat, ist unverschämt. Wer kauft sich denn ne PS-Vita, um derart in die Zukunft zu investieren, dass Sony demnächst ein besseres Produkt verkaufen kann?! Der Käufer will zocken, für den Rest ist Sony verantwortlich.Naja, ich bin erstmal mit meinem 3DS zufrieden und warte die Preisentwicklung der Vita ab.Grußbupple