Michael Pachter: “Ohne Gebrauchtspiele wird die Industrie zerfallen”

11
83

Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis der in der Videospielbranche omnipräsente Michael Pachter, seines Zeichens Analyst bei Wedbush Morgan, seine neuesten Erkenntnisse zu einem kontrovers diskutierten Thema zum besten gibt. Diesmal ist es in der aktuellen Ausgabe von Pach Attack geschehen, in der sich Pachter mit dem Thema Gebrauchtspiele beschäftigt.

“Ich glaube, es wird keine Videospiele mehr geben, wenn die nächste Konsolengeneration keine Gebrauchtspiele mehr unterstützt”, beginnt Pachter. So sei der Anteil Sonys an verkaufter Software nur 10 Prozent, wogegen 90 Prozent auf die Third-Party-Hersteller entfielen. Sony helfe den Gesamtverkäufen nur marginal, ungefähr ein bis zwei Prozent. Dieser Zuwachs werde ad absurdum geführt, wenn man selbst auf eine Gebrauchtspielsperre setze, Microsoft aber nicht. Dadurch treibe man die Kunden in die Arme des Konkurrenten und das werde man sicher nicht zulassen.

Desweiteren würden die Verluste, welche durch Gebrauchtspiele entstünden, von den Herstellern überschätzt – er gehe von rund fünf Prozent aus. Begründet sei dies damit, dass nicht jeder Käufer gleich am ersten Tag zuschlage und sich meist auch länger als eine Woche mit dem Spiel beschäftige. Faktisch würden nur rund 40 Prozent der Spiele überhaupt wieder abgegeben und dies geschehe überwiegend erst so spät, dass sie die Neuverkäufe nicht mehr belasteten.

11 Kommentare
neuste
älteste
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Dirk von Riva
24. Mai 2012 14:15

Bei den preissturz wo die Spiele seit Jahren haben, kaufe ich mir selten Gebrauchtspiele, wozu auch? Die Spiele erscheinen und sind in ein paar Monaten nur noch halb so teuer^^Richtig sparen kann man, wenn man auch vor Ort Preise vergleicht, z.b. ist der Media Markt oft viel günstiger als Pro Markt und auf amazon.de sind die Preise meist weitaus günstiger… mein FF13-2 hat nur 30 gekostet und im Laden steht nach wie vor 60!

captain carot
22. Mai 2012 9:41

Wenn man aber etwa mal die Sonderaktionen bei Steam ansieht ist der Preis völlig ok, vor allem wohl auch, weil im PC-Sektor die verschiedensten Downloadplattformen im Konkurrenzkampf stehen.WVK bei PC-Spielen ist obendrein dank Accountbindung meist eh kein Thema mehr, die Situation ist einfach von vorene bis hinten eine andere als die aktuelle auf den Konsolen.

Threepwood
22. Mai 2012 9:35

[quote]Das glaube ich nicht. Steam ist im PC-Markt sehr erfolgreich. Es ist sicherlich nur eine Frage der Zeit.[/quote]Es ist eine Frage der Preispolitik. Ich bin ein Gegner von Onlinezwang und trotzdem nutze ich Steam. Warum? Weil dort Spiele weit unter Wert verkauft werden, mit ein wenig Geduld (es hagelt ja nur so Sonderaktionen) kann man so gut wie jedes Spiel für einen Bruchteil des Ladenpreises (der schon ca. 30% unter Konsolenpreis liegt) kaufen. Zum Anzocken prima. Der Nachteil liegt aber auf der Hand keine Packung, kein Weiderverkauftswert, kein Sammlerwert und Onlinezwang. Steam hat zwar einen Offlinemodus aber der funktioniert erst wenn Schweine fliegen lernen.Auf den Konsolen kostet ein neuer AAA Titel zwischen 50-60€ (Importe mal ausgenommen), in meinen Augen sind Sie das oft auch Wert, auch weil die Wertigekeit eine Andere ist als auf dem schnelllebigen PC Markt. Auf Konsole geht es um Sammeln und Zocken, wenn man das unterbindet wird der Markt zusammenbrechen und sich neu strukturieren Formen müssen. Vollpreis für DLC- oder Einmal-Ware zahlt doch Keiner.

cloud1429
22. Mai 2012 1:27

Muss auch sagen, dass die Spiele heutzutage irgendwie mau sind. Wenn ich daran denke wie genial die Storys der alten Spiele sind, z.B. auf den SNES (Lufia, Zelda, Mystik Quest, Secret of Mana, ect), können die heutigen Final Fantasy´s und Co gar nicht mehr mithalten. Ich frag mich echt wo diese Genies hin sind. Bei denen war jeder Cent gut investiert. Heute aber bekomme ich schon Ausschlag, wenn ich Worte wie Call of Duty, FiFa oder WWF höre.

tak
tak
21. Mai 2012 22:01

Nur in Deutschland ist der PC so stark, anderswo spielt diese beinahe keine Rolle. Kann sein, dass der Konsolenmarkt bei einem Onlinezwang erstmal abstürzt und die ganzen Firmen haben ja schon jetzt Schwierigkeiten schwarze Zahlen zu schreiben.Und ich kenne sogar Leute die von nichts eine Ahnung haben und ihre PS3 per Cinch an die riesen Glotze angeschlossen haben^^Jeder PC ist im Internet, naklar gibt es auch Millionen Konsolen Onlinezocker, aber es sind wohl mehr Konsolen offline als online vermute ich.Ich glaube, dass viele Konsolenzocker mit einem Online/Sonstwas Zwang einfach überfordert wären. Und interessant ob der Pachter weiterhin Mist erzählt und ich diesmal seine Meinung teile oder er doch ein wenig Ahnung hat^^

Beeberman
21. Mai 2012 20:41

Ich bin seiner Meinung und denke auch, wer die Gebrauchtspielsperre bringt wird es stark bereuen. Ich habe für meine Ps3 fast nur Gebrauchtspiele gekauft und kann mir auch andere Spiele nicht immer leisten (da student) und naja für mich würde eine Konsole ohne Gebrauchtspielemarkt sofort aus dem Interessensbereich fallen.Mir gefällt es nicht, wie sich die Branche seit dieser Gen entwickelt… es waren ja in der letzten Gen schon viele Anzeichen dafür aber so sehr wie in dieser Gen wurden Kunden niemals gemolken…

gunsenbrenner
21. Mai 2012 19:39

Das glaube ich nicht. Steam ist im PC-Markt sehr erfolgreich. Es ist sicherlich nur eine Frage der Zeit.

21. Mai 2012 16:18

Derjenige, der zuerst eine Gebrauchspielesperre einbaut, wird auch als erster untergehen.

cloud1429
21. Mai 2012 14:24

Ich verkaufe Spiele nur, wenn sie mich ziemlich enttäuscht haben oder einfach so alt sind, dass ich sie nicht mehr spiele.So habe ich z.B. Final Fantasy 12 einige Wochen nach Release gleich wieder verkauft, da ich sehr enttäuscht vom Spiel war. Ich fand keine Motivation es weiter zu spielen oder überhaupt noch mal reinzuwerfen. Und bevor es im Regal verstaubt, soll jemand anderes seine Freude dran haben.Genauso wie Rainbow Six. Geniales Spiel und es hat mir viel Spaß gemacht. Ist aber schon alt und wird kaum noch online gezockt. Daher auch lieber zu Geld machen und was neues her.Und wie schon die anderen sagten, können Gebrauchtspiele dabei helfen eine Serie zu starten. Von Darksiders war ich zuerst nicht so angetan. Konnte nix damit anfangen. Später brauchte ich was neuen und da habe ich es mir günstig gebraucht gekauft. Und ich fand das Spiel klasse. Den Nachfolger werde ich mir sicherlich zum Release holen. Somit wieder ein Punkt FÜR Gebrauchtspiele ^^

kneipenterrorist86
21. Mai 2012 14:06

Es ist ja nicht nur das ! Manchmal möchte man ein Spiel haben, wobei man aber nicht genau weiss ob das wirklich für einen was ist! Dafür hole ich mir gebracht Spiele und wenn das Spiel dann Bock macht wird der nächste Teil neu gekauft! Und die sollten sich auch mal überlegen das die Publisher und Entwickler durch ihre DLC Politik sich auch nochmal Kohle in die Tasche spülen lassen!

BlackHGT
21. Mai 2012 13:39

WOW..Das mach ja sogar mal sin was der Herr erzählt. Ein WUNDER!!