
In der aktuellen Ausgabe findet Ihr unseren großen Jubiläumsartikel “Was Ihr schon immer wissen wolltet!”. Aus Platzgründen mussten wir die Frage “Was war Euer coolster Pressetrip” in verkürzter Version beantworten. Hier gibt es nun die komplette Story mit allen Einzelheiten und der vollen Ladung an Bildern. Vielleicht denkt Ihr nach dem Lesen anders über den “Traumberuf Videospielredakteur”…Cannes, Juli 2000 Konami lädt 50 Journalisten an die Côte d’Azur, um das kommende PS2-Line-up für Europa vorzustellen. Einer dieser Journalisten bin ich; erst seit gut einem Jahr bei der MAN!AC, aber schon viel in der Weltgeschichte herumgereist und diverse Pressetrips miterlebt.
Konamis Ein-Tages-Unterhaltungsprogramm vor der eigentlichen Veranstaltung, das wohl die Vielschichtigkeit des Software-Portfolios spiegeln sollte, sticht aber bis heute mit seiner Verrücktheit aus der Event-Masse heraus. Los ging’s an besagtem Tag um 8 Uhr, mit einer mehrstündigen Busfahrt in die französischen Alpen. Auf der im Vorfeld verschickten Einladung stand in etwa “Bitte wetterfeste Freizeitkleidung einpacken”, was für die meisten Schreiberlinge Jeans, Turnschuhe und bei wenigen eine Regenjacke bedeutete.
Auf etwa halber Strecke marschierte eine französische Betreuerin mit Klemmbrett und Teilnehmerliste durch den Bus und fragte in gebrochenem Englisch: “Paragliding or Ill Climbing?” Da die Option “Grillfleisch und bayerisches Bier” auch auf Nachfrage nicht angeboten wurde, entschied ich mich fürs “Ill Climbing” als Oberpfälzer kennt man sich mit Mittelgebirgen und Hügeln aus. Kurz vor der Ankunft gab die Französin schließlich bekannt, dass das “Paragliding” aufgrund des schlechten Wetters (zu viel Wind) entfallen würde und stattdessen nun alle zum “Ill Climbing” eingeteilt sind. Die Späße über die vermeintlich dilettantische Aussprache des Hügelbesteigens blieben uns im Hals stecken, als uns Bergführer in 5er- bis 7er-Seilschaften einteilten, die Handhabung der beiden Sicherungsseile erklärten (eins bleibt immer am Führungsseil!) und Schutzhelme verteilten das “kranke Kraxeln” der Französin traf den Nagel doch ganz gut auf den Kopf.

So ging es mehrere Stunden durch die Berge, vielfach mit kurzen Hosen und rutschigen Sneakern bekleidet. Ein Kollege musste sogar von mehreren Bergführern aus einer Felswand befreit werden: Erschöpfung und Lederschuhe mit glatter Sohle forderten ihren Tribut. Den Rest erwartete gegen späten Mittag nicht ein leckeres Essen, sondern eine Seilbahnfahrt weiter die Berge hinauf. Auf einer im Winter als Skihang genutzten Wiese folgte eine halsbrecherische Abfahrt auf Rollern, die mit großen Gummireifen ausgestattet waren. Zu dumm, dass das hohe Gras die quer zum Hang laufenden Traktorreifen-Rinnen verdeckte: Ich hatte Glück, aber einige neben mir fahrende Kollegen stiegen Kopf voran über den Lenker ab; sprich: sie wurden kanonenkugelartig talwärts katapultiert. Glücklicherweise blieben den Pechvögeln keine gebrochenen Gliedmaßen, sondern nur Schürfwunden und zerrissene Klamotten als Andenken.

Nach einer Stärkung am Grill (Fleisch ja, bayerisches Bier fehlte) folgten ein Hochseilgarten inklusive Überquerung eines Sees per Seilrolle. Ab in den Bus, zack, zack, wir sind spät dran! Nach der mehrstündigen Fahrt zurück ins Hotel (die meisten haben den wunderschönen Panoramablick aufs Meer verschlafen) blieben 30 Minuten, um uns frisch fürs Abendessen zu machen endlich etwas Leckeres schlemmen! Treffpunkt zur Abfahrt: Lobby. Ziel: der Hafen. Klang nach Abenteuer, toll. Es ging tatsächlich auf ein Schiff, das uns zum Ort des Abendmahls bringen sollte.
20 Uhr: Leinen los. 20:30 Uhr: Bier schon alle. 21:30 Uhr: Die ersten lehnen sich über die Reling, um die Fische zu füttern ihnen ist schlecht vor Hunger oder die lange Seefahrt schlägt ihnen einfach auf den Magen. 23 Uhr: Wir gehen vor Anker ein gutes Stück vor der Küste, im Irgendwo. Ein Schlauchboot mit als Piraten verkleideter Besatzung holt uns grüppchenweise ab und bringt uns an Land viele bibbern in ihren Shorts, weil sie nicht damit gerechnet haben, nachts auf dem Meer herumgeschippert zu werden. 23:30 Uhr: Landgang. Hunger! Durst! Und was gibt es am Mitternachtsbuffet? Bevorzugt die Meerestierchen, die einige von uns vorher gefüttert haben.
Mahlzeit und danke, Konami, für den Fisch!
Oliver Schultes ist Chefredakteur der M! Games. Wenn er nicht gerade auf Reinhold Messners Spuren klettert, zupft er die Gitarre!
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Weitere Impressionen:









:))
Sniper Wolf hat euch nicht erwischt?
Ja, was manche Veranstaltungen so für tolle Ideen auffahren ist schon manchmal recht grenzwertg.Ein nicht näher genannter und nun schon wieder verkaufter/umstrukturierter Großkunde von uns, hat uns auf einem seiner Seminare zum Laser-Gotcha geschleppt – ebenfalls mit dem Hinweis auf der Einladung von wegen “”sportlicher Kleidung””. DAS war aber mal richtig genial …Ein anderer Partner von uns aus der Schweiz, macht auch jedes Jahr ein Seminar, zu dem ich auch schon zwei Mal war. Essen und Trinken, Unterkunft – alles top. Vor ein paar Jahren haben sie aber noch eher wildere Sachen zum Networking mit angeboten, neben Rafting auch “”Biking”” (sprich Fahradfahren) in einfach und schwer. Ich hab dann kurz nach Anfang der leichten Tour abgebrochen – sehr zum Glück von zwei Anderen, die auch die Gelegenheit sich ebenfalls abzusetzen genutzt haben.Die leichte Tour hat für einige dann jedoch mit teils recht bösen Blessouren geendet. Bei der schweren Tour ist sogar einer ins Krankenhaus gekommen.Die große Gefahr im letzten Jahr war für mich dann der Barmixcourse! 😉
hardcore
Ich hatte zumindest Turnschuhe dabei. Und eine Regenjacke. Streber.
Hehe. Ich hoffe, zumníndest der Herr Schultes hatte gescheite Schuhe.
Vielleicht war das nur eine “”Überredung Hilfe, für Hohe Zahlen… Wie die Hohen Berge!”” 🙂
Aber war die Frage nicht “”was war euer coolster PR Trip?”” – und nicht “”was war der schlimmste Pressetrip den ihr niemals machen wolltet und nur mit Glück überlebt habt?””
Genial! 😀