Columns for Carrots #14: Hör mal, wer da hämmert

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Da sich hier mittlerweile eine eigene und erstaunlich umfangreiche Subkultur entwickelt hat versuche ich mal ganz schnell, die Kurve zu kriegen. Neben kreativen Fanprojekten findet man schließlich auch noch eine geballte Ladung Freizeitjournalisten.

Info ist ihr Hobby

Anders als bei den Fankünstlern steht hier Information im Vordergrund. Dennoch, selbst hier findet man mittlerweile die verschiedensten Arten von Informationsquellen. Die klassischste Art dürfte mittlerweile wohl genau das hier sein, ein Blog. Immerhin erlaubt ein Blog relativ viele Freiheiten bei Themenwahl, Stil sowie Verhältnis zwischen Objektivität und Subjektivität. Gegenüber klassischen, redaktionellen  Inhalten ist das erstmal ein Vorteil, der Blog erlaubt erstmal alles von Anekdotensammlungen über eine völlig subjektive Meinung bis zum objektiven Artikel. Die formale Freiheit geht aber auch mit einer gewissen Verantwortung einher, etwa dann, wenn man zwischen subjektiven und objektiven Inhalten trennen muss. Ebenfalls populär ist mittlerweile Newsspreading. Interessante Neuigkeiten landen mittlerweile oft weit schneller in den Foren als auf Newsseiten.

Dazu kommen aber ebenso Nutzertests, Wikis rund um das Thema Spiele ebenso wie Wikipediaartikel, kurzum, Hobbyisten texten reichlich. Sie produzieren aber auch Blogs, Videoreviews, Let’sPlays und andere Videos.

Bis hierhin haben alle Arten von User Generated Content vor allem zwei Dinge gemeinsam. Sie bauen auf der Arbeit anderer auf. Bei Mods und Fanart ist das auch relativ unproblematisch. Es ist zwar wesentlich einfacher, auf einem bestehenden Spiel mit Engine, Animationen etc. aufzubauen und es ist ebenso einfacher, mit einer fertigen Hintergrundgeschichte zu arbeiten oder fertige Designs verwenden und variieren zu können, beides stellt aber auch nur eine Erweiterung dar.

Gleichzeitig reicht die Qualität von unterirdisch bis hervorragend. Es gibt miserable Multiplayer-Maps nun mal ebenso wie hervorragende Total Conversions, schlechte Bilder wie auch erstklassige Fanfiction. Und ja, bei manchem Artikel in Spielewikis rollen sich Anhängern von Orthographie und Grammatik halt die Zehennägel auf. Da ich die Angebote nutzen kann aber nicht muss und da sie obendrein nix kosten macht das absolut nichts. Schlimmstenfalls verliert man etwas Zeit.

Bei journalistischen Inhalten sieht das etwas anders aus. Gerade Newsspreading nutzt die Arbeit anderer intensiv, falls eine News nicht übersetzt werden muss mit minimalem Aufwand, aber ohne journalistische Verantwortung. Der ein oder andere nutzt das denn leider auch, um die Arbeit anderer als seine eigene zu verkaufen. Dazu kommen Fälle, in denen Gerüchte als Fakten verkauft werden oder Fans gezielt Falschinformationen streuen. Dazu gehörten im letzten Jahr auch die Fertigungsprobleme bei der Xbox One. Was nun dran war, lässt sich heute kaum noch sagen, da Microsoft in der Lage war, den Grafikchip höher zu takten und anscheinend auch keine Probleme hatte, ausreichend Stückzahlen zu liefern, anscheinend nicht sehr viel.

Bei Blogs und Reviews wiederrum stellt sich oft die Frage nach der Objektivität. Es gibt wirklich gute und erstaunlich professionelle Hobbyartikel, andere strotzen regelrecht vor persönlicher Meinung, Fanboytum oder inhaltlichen Fehlern. Ebenso kann ein Blog massiv auf der Arbeit anderer aufbauen. Ein Messeblog von zu Hause ist schlicht kein Problem, praktischerweise wird das Netz von bezahlten Profis mit Info zu gebombt. Als Hobbyschreiberling kann man sich hier reichlich redaktionelle Arbeit sparen, die anderswo teuer bezahlt wird.

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captain carot
21. Januar 2014 18:57

Der war gegenüber der PC-Sandbox auch gar nicht so extrem abgespeckt. Gut, Texturen und Audiofiles importieren war da z.B. ein Problem, es ging aber eine Menge.

TrueEdelNextGen
21. Januar 2014 13:05

Der Level-Editor von Far Cry auf der 360 war sogar echt gut. Nur leider hat es niemand mehr online gespielt als ich es hatte :,(

M-chael
20. Januar 2014 20:59

also ich finde deine blogs sehr interessant und sie helfen mir oft zeit zuverbringen wenn ich langeweile hab und ich finde UGC muss sich mehr durchsetzten wenn ich da jetzt mal nicth vertue sind die kostenlosen add ons in gmod UGC weil mods in ner mod is doch irgendwie komisch

WNxKraid
20. Januar 2014 17:08

Guter Artikel Carot.Mittlerweile gibt es da ja einen mehr oder weniger fließenden Übergang von Modding- zu Indie-Szene.So haben sich schon ettliche Mods zu vollwertigen Indie-Spielen entwickelt.Ich nenne jetzt nur mal Dear Esther, The Stanley Parable und Blade Symphony.Eine Entwicklung die ich aber auch etwas mit gemischten Gefühlen sehe.Deswegen finde ich den Bereich der Fanmods noch etwas interessanter, da die Modder hier wirklich ihre Liebe zur Orginal IP ausdruck verleihen und finanzielle Motivation von Vornherein ausgeschlossen sind.So kann man auch einige Spiele erleben für die es von offizieller Seite aus diversen Gründen kein Nachfolger/Remake/update geben wird.Dank dieser Leute kann man z.B. in Goldeneye Source, Goldeneye in HD und mit Online Multiplayer erleben (Jetzt kommt mir nicht mit Goldeneye Reloaded, das war eher ein CoD mod mit James Bond Theme)Oder man schwingt sich ins Cockpit eines Starfury um sich in diversen Mods für Freespace, X3, usw. durchs Babylon 5 Universum zu kämpfen.Das offizielle Spiel ist ja durch die Sierra Pleite leider nie erschienen.Oder man kann Metroid 2 in Zero Mission Optik und Gameplay erleben (AM2R) ohne darauf warten zu müssen das Nintendo irgendwann mal auf diese Idee kommen könnte.Und natürlich gibt es noch viele weitere Beispiele.

Pennratte
19. Januar 2014 21:59

Stimmt, das wäre weniger für die Kategorie UGC geeigent ^^

captain carot
19. Januar 2014 21:41

Net Yaroze. Sozusagen für Homebrew und Freeware. Das Thema hab ich absichtlich ausgespart, hätte den Rahmen gesprengt. Das wäre was für einen Free & Indie Blog.

Pennratte
19. Januar 2014 20:55

Sony brachte doch Ende der 90er eine programmierbare, schwarze Play Station raus. Weiß nicht mehr wie die heißt, aber man brauchte glaube ich noch einen extra PC und musste sich mit C auskennen um darauf Spiele zu machen. Die Kiste hat jedenfalls nicht viel Absatz gefunden ^^

mobby
19. Januar 2014 15:30

Danke für den Eintrag, toller Rundumschlag (ich denke bei sowas immer sofort nur an Mods und nicht an Fanart und dergleichen).[quote=captain carot]

Es wäre trotzdem schön, wenn die Publisher UGC endlich mal als Bereicherung statt als Konkurrenz sehen und sich da etwas mehr öffnen. Davon würden zwar primär Spiele profitieren, die nicht sowieso jährliche Updates erhalten, solche Titel könnten aber erheblich länger im Fokus stehen und sich in Folge auch noch besser verkaufen.

[/quote]Absolut. Valve baut da wohl auch heftig drauf, hab mich damit nicht näher beschäftigt, aber Gabe meinte auf einer LinuxCon bei seinem Vortrag zu Steam genau das und, dass sie selbst gar nicht mehr die Ambitionen haben, große Singleplayer-Werke à la Half-Life zu bringen sondern lieber die optimale Umgebung (Workshop: http://steamcommunity.com/workshop/) für eben jenen User-Content schaffen wollen. Man kann sogar seine Models, die man für Spiele erstellt (z.B. für das kostenlose Team Fortress 2), zum Kauf anbieten und wie es scheint können einige Menschen davon leben.

captain carot
19. Januar 2014 15:25

Es gibt halt kaum relevante Mods auf Konsolen. Anfang der Achtziger gab es u.a. diverse Versuche, Konsole und Homecomputer zu verheiraten, damals durch die Bank mit Modulen.Dann wäre da noch Ataris XEGS, war ein XE in Konsolengewand, den man zum Heimcomputer erweitern konnte.Das Problem bei Nr. 1, man konnte sich ggf. Listings zusammenprogrammieren, damals aber nicht vernünftig speichern. Teilweise müsste es da sogar Basic auf Modul gegeben haben.Bei Nr. 2 hat man eh einen getarnten Heimcomputer.Davon ab, das Thema hätte mehr Seiten haben können, aber wenn der Blog zu lang wird hagelt es ja auch wieder Kritik. :-p

19. Januar 2014 14:22

Zwing mich nicht zu recherchieren, Wurzelgemüse … 😉

captain carot
19. Januar 2014 14:00

@Nightrain: Wenn dir der Name schon entfällt… xDEs gab nunmal keine halbwegs erfolgreiche Konsole, die das bot. Mit ein bisschen Gesuche findet man sicher auch irgendwelche Mods für Amiga CD³² Spiele. Immerhin konnte man Tastatur und Diskettenlaufwerk d

Ronyn
19. Januar 2014 12:24

Hömma wer da wo behämmert

19. Januar 2014 11:31

*In den semi-Klugscheißer-Modus wechselt*””Hier fehlt es nicht nur an passenden Eingabegeräten, um Codezeilen zu ändern und dergleichen, auf Modulen kann man nicht speichern.””Stimmt SO nicht. Anfang der 80er gab es tatsächlich eine Konsole, die das erstellen eigener Software ermöglichte und damit sogar Werbung machte. Der AVGN hatte die mal in seiner Show, der Name ist mir entfallen … und ich bin zu faul zum suchen … 😉

ChrisKong
18. Januar 2014 15:08

Siehe Minecraft, dass seinen Erfolg eben der Vielzahl an Möglichkeiten verdankt, mit denen sich ein Spieler eben selbst einbringen kann.

captain carot
18. Januar 2014 14:40

@Klinnik: Natprlich liefern auch bezahlte Journalisten nicht unbedingt gute Arbeit ab. Und natürlich sind viele freie Artikel im Netz wirklich gut.Allerdings werden Hobbyartikel auch von vielen als Ersatz für bezahlten Journalismus gesehen, was aus versch

Shadolf
18. Januar 2014 13:57

UGC ist echt top, vorallem wenn es sich dabei um Translations handelt.Sonst wäre ich wohl nie in den Genuss von “”Valkyria Chronicles 3 Extra Edition”” gekommen.Schede nur, das man für sowas immer noch CFW´s braucht. Sollten echt mal drüber nachdenken UGC´s und Translation Patches auf den neuen Konsolen zu ermöglichen, ohne das sich erst die Hackergemeinde die Firmware vornehmen muss.

18. Januar 2014 13:32

“”Dennoch, gerade die Veröffentlichungen im Netz verdienen neben Anerkennung auch einen kritischen Blick.”” Veröffentlichungen aller Art und überall verdienen einen kritischen Blick. Beispiel:Gestern saßen drei Jungs ca. 12 mit mir in einem S-Bahnabteil. Weil ich gerade Bravely Default gezockt habe, kamen sie auf das Thema Spiele, was sich in dem Alter wohl hauptsächlich auf Handys bezieht. Auf einmal meinte der eine:””Im Radio sagen sie, dass Apple bald pleite geht.”” Selbst bezahlte Journalisten verzapfen hin und wieder Müll, um sich interessant zu machen bzw. die Auflage, Klickzahl etc. zu steigern.Was UGC angeht, habe ich den seit LBP2 nicht mehr genutzt, aber ich weiß die Arbeit von all den Leuten die 3 Tage nach Erscheinen eines Spiels den kompletten Walkthrough ins Netzt stellen sehr zu schätzen. Ich denke, so mancher bezahlter Spielejournalist hat davon auch schon profitiert.

ChrisKong
18. Januar 2014 12:34

Leider wird im Gaming Bereich, dieser Part von den Herstellern weitestgehend ignoriert und gefördert schon mal gar nicht. Obwohl mans als Chance betrachten könnte, gerade viele hierzulande unveröffentlichte Spiele, die von Fans übersetzt wurden und die diese gerne zur Verfügung stellen würden, werden gnadenlos ignoriert.Diese Sturheit seitens der Hersteller werte ich als ein Kommunikationsproblem. Auch neuerlicher Unmut, seien es nicht abschaltbare Leuchten an Controllern, Accountbindung von DLs statt Hardwarebindung, fehlende Tools, um die Festplatte vernünftig zu verwalten, macht sich so breit.Ich kriege nicht das Gefühl, als würden die Hersteller besser auf die User hören, eher, dass sie noch mehr versuchen aus Prinzip ihren Stiefel durchzudrücken.Und solange das so bleibt (Testembargos sind eine neuerliche Spielart, die eigentlich das noch untermauert), ist UGC nett, aber längst nicht das, was es sein könnte.Ich bezieh mich da aber schon auf Sachen, die durch die Hersteller direkt blockiert werden, also nicht jetzt generell Blogs, Letsplays und so, da ist die Einflussnahme sicher auch da, aber vermutlich weit geringer.Um nochmals den Bogen zurückzuspannen, was viele hier als Chance begreifen, wird in den Köpfen der Hersteller eher als Bedrohung wahrgenommen, leider.

Lofwyr
18. Januar 2014 12:14

Wie immer ein schöner Artikel. UGC ist eine feine Sache die man als Konsolero leider oft suchen muss. Trials ist ein schönes Beispiel da hier die Entwickler einfach ihr eigenes Tool als Editor beigelegt haben und die Community unglaubliche Sachen machen. Es gibt sogar Ego Shooter. In Trials. Mit dem Editor erstellt.

ChrisKong
18. Januar 2014 12:24

Bevor ich weiterlese, User Generated Content, das hatte ich schon ewig lange her mal angesprochen, nur so von wegen, Schweizer Berggorilla.Btw: Nochmals auf die fettgedruckten Spieletitel schielen Stichwort Quake 🙂

Pennratte
18. Januar 2014 12:11

Interessanter Artikel. Ich selber bin ein großer Fan von Mods und Erweiterungen durch Nutzer, weshalb ich zum Teil ganze Spielereihen wie z.B. TES nie auf Konsole spielen würde weil Modding dort einfach kaum möglich ist. Die Silent Hill Alchemilla Mod zu Half Life 2 ist grandios und auch Amnesia ist um haufenweise zusätzlichen Content erweitert worden.Ich meine mich daran zu erinnern, dass du zu Morrowind oder Oblivion selber was gemacht hast, richtig, Carrot?

TG215
18. Januar 2014 14:08

UGC ist ne tolle Sache. Dadurch können die Langlebigkeit und der Wiederspielwert der Spiele unter Umständen enorm gesteigert werden. Auf Konsole ist UGC vielleicht wirklich etwas schwerer umzusetzen, aber es gab in der letzten Generation schon recht gute Ansätze. Besonders positiv ist mir da neben dem bereits erwähnten Little Big Planet vor allem das Indie-Game Sound Shapes für PS3 und PSvita im Gedächtnis geblieben. Der Level-Editor ist super mit dem Pad bedienbar und sehr einsteigerfreundlich aufgebaut. Das Spiel selbst kam nur mit ner handvoll Levels daher, aber das Angebot an durch die Community erstellten Levels ist inzwischen riesig und zum großen Teil auch sehr kreativ und hochwertig. Ich kann wirklich jedem nur empfehlen da mal reinzuschauen!Klasse Thema und toller Artikel! 🙂