Matthias meint zur gamescom:
„Ist Köln jetzt wirklich die bessere Wahl?“ Das ist die wichtigste Frage, die sich während und nach der ersten gamescom stellt – das haben mir auch Gespräche mit unseren Lesern auf der Messe bestätigt. „Sag mal ehrlich, findest du die Messe hier jetzt besser als in Leipzig?“ wurde ich mehrfach gefragt. „Nein“, habe ich geantwortet, „diese Kleinigkeit finde ich besser, jene etwas schlechter.“ Ich hatte es auch nicht erwartet: Leipzig hat jahrelang einen sehr guten Job gemacht und innerhalb kurzer Zeit eine europäische Leitmesse und gleichermaßen eine erfolgreiche Publikumsmesse aus dem Boden gestampft. Die Atmosphäre war stets freundlich, das Gelände schön. Dass Köln als neuer Standort weder alles anders machen noch bei der Premiere in jeder Hinsicht Maßstäbe setzen kann, war klar. Schön ist der größere Freiraum in den Gängen und zwischen den Ständen, für Menschenstaus prädestinierte Flaschenhälse wie die Röhren zwischen einigen Hallen in Leipzig fehlen – sehr angenehm.
Während sich Philip zu den Ständen im Allgemeinen äußert, will ich noch einige Worte über den Messeauftritt bestimmter Hersteller verlieren: Sega hat ein hübsches Winterwunderland rund um Mario und Sonic bei den OlympischenWinterspielen geschaffen – dafür ist aber auch nur dieser Titel spielbar. Microsoft backt im Publikumsbereich etwas kleinere Brötchen als in so manchem Jahr davor und widmet ein Viertel seiner Standfläche seinem neuen Betriebssystem Windows 7 – für uns als Konsoleros wenig spannend; schön hingegen, dass die bald erscheinenden Kracher Forza 3 und Halo 3: ODST spielbar sind. Konamis Bereich ist erneut recht schlicht und schick gehalten, Capcom lockt mit einem Firmenstand und nicht nur einer Area, die ausschließlich einem Spiel gewidmet ist – was auf so mancher Games Convention der Fall war. Eindrucksvoll ist die schiere Größe von Activision: Gefühlte dutzende Musikspiele werden gezeigt, Diablo III für PC ist spielbar und erzeugt riesige Schlangen; Call of Duty: Modern Warfare 2 wird nur präsentiert – anzocken verboten! Nintendos Bereich hat mich weder positiv überrascht noch enttäuscht, beeindruckend groß und vielfältig hingegen ist Sonys Stand.
In puncto großer Neuankündigungen herrschte bis auf die PS3 Slim und Fable III Flaute – nach der sensationellen E3-Messe im Juni auch kein Wunder. Außerdem naht das Weihnachtsgeschäft: Die potenziellen Verkaufsschlager wollen dem Kunden und den Händlern präsentiert werden – Titel, die Mitte bis Ende 2010 erscheinen würden da nur stören.
Olli meint zur gamescom:
Als Technikfan freut es mich, dass ein E3-Trend auf der gamescom seine Fortführung fand, zumindest in dem für die Presse zugänglichen Teil der Messe: Spiele mit 3D-Effekt wurden bei diversen Herstellern gezeigt – und die sahen verdammt gut aus. Bei Capcom schaute ich Chris Redfield und Sheva Alomar aus Resident Evil 5 über die Schultern, bei Eidos zog der Superhelden-Flattermann in Batman: Arkham Asylum gegen durchgeknallte Gangster ins Feld – beide Male auf PC und befeuert von Nvidias 3D-Technologie, die via Shutterbrille täuschend echte räumliche Welten auf die für meinen Geschmack viel zu kleinen Monitore zauberte. Bei Ubisoft durfte ich mit Polarisationsbrille auf der Nase in die futuristischen Avatar-Welten eintauchen: Der riesige Flachbildschirm wirkte wie ein Tor in eine andere Welt, die sich tief in den TV hinein auszubreiten schien. Daneben lief Avatar auf einer zweiten Xbox 360, die mit einem normalen Display verkabelt war – ganz ehrlich: Auch wenn das Game dort immer noch gut aussieht, in der ‚alten Form’ möchte ich es nun nicht mehr spielen wollen. Mein zweiter Ausflug in die 3D-Welten bekräftigt mich in meinem Gefühl: In zehn Jahren ist diese Art zu spielen – und Filme zu gucken – die Regel.
Eine weitere Technik wird dann ebenfalls selbstverständlich zum Gaming dazugehören: Steuerung via Gesten- und Körpererkennung. Das zeigte mein Termin bei Microsoft, wo ich hinter verschlossenen Türen Project Natal ausprobierte. Die Technik funktioniert nach wie vor fast einwandfrei: Nur bei der ersten Demo führte eine kleine Zeitverzögerung zwischen meiner Geste und der Reaktion auf dem Bildschirm zu etwas Konfusion. Um die auf mein virtuelles Alter Ego zufliegenden Bälle zurückschlagen zu können, musste ich dem Programm einen Herzschlag voraus sein. Bei der zweiten Demo mit einer modifizierten Burnout Paradise-Version funktionierte dann alles einwandfrei: Vor den Fernseher stellen oder setzen, die Hände um ein imaginäres Lenkrad legen und das rechte Bein einen Schritt nach vorne bewegen – los geht es mit der rasanten Fahrt durch die Häuserschluchten. Bewusstes Lenken weicht nach den ersten paar Kurven einem „man macht es einfach“. Schön, dieses Gefühl selber mal zu erleben. Schön aber auch, dass Entwickler-Chef Kudo Tsunoda noch ein bisschen aus dem technischen Nähkästchen plauderte und ausführlich demonstrierte, wie die Sensoren bei Project Natal funktionieren. Infrarotsicht, RGB-Bild, Polygonmodell des Körpers, eine menschliche Silhouette übersät mit Kameratrackpunkten und ein mein Abbild bestehend aus unzähligen Nadeln – die Fülle an Messdaten beeindruckt. Und es funktioniert, weil die Natal-Kamera über einen eigenen Prozessor verfügt, der die komplexen Berechnungen übernimmt. Gerne hätte ich Sonys Motion-Controller-Technologie als Vergleich herangezogen, doch Köln war dem japanischen Konzern nicht der richtige Ort. Erst die Tokyo Game Show Ende September wird hier nähere Einblicke bringen.
Philip meint zur gamescom:
In vier riesigen Hallen präsentieren sich die Spielehersteller den Besuchern. Aufmerksame Augen vermissen THQ, Codemasters und Disney. Zumindest beim Micky-Maus-Konzern wundere ich mich über dessen Abwesenheit. Schließlich wirbt die gamescom mit einem großen Einzugsgebiet, das viel – mitunter auch spielefremdes – Publikum anziehen soll: sprich Familien und Teenies. Entsprechende Casual-Software von Disney wäre hier gut aufgehoben. Aber auch DiRT 2 von Codemasters überlässt der Rennspielkonkurrenz von Microsoft (Forza Motorsport 3) und Electronic Arts (Need for Speed: SHIFT) das Feld neugieriger Besucher.
Trotzdem sind die Ausstellerflächen gut gefüllt. Im Vergleich zur Games Convention in Leipzig müssen die Stände in Köln Abstriche in puncto Größe machen – pompöse Bauten bis ins Hallendach wie in den letzten Jahren seht Ihr nicht. Die Standfläche ist bei manchen Ausstellern wie Sony, EA oder Blizzard zwar nach wie vor beeindruckend, man wird das Gefühl aber nicht los, dass die andauernde Rezession, die langsam die Spielebranche erfasst, für finanzielle Vorsicht sorgt. Anspielmöglichkeiten für Besucher sind dennoch zahlreich vertreten, nur wird eben beim Schnickschnack gespart. Der Schauwert der Stände hält sich dadurch in Grenzen – lohnenswert ist der rostige ‘Container‘ von Bethesda zum kommenden Shooter „Brink“ sowie der große Sony-Stand, an dem es viel zu entdecken gibt. Ein großes Thema sind übrigens Musikspiele: SingStar, Lips 2 und Def Jam Rapstar fordern ausladend zum Karaoke-Singen auf und zahlreiche Band-Simulation wie Guitar Hero 5 oder The Beatles: Rock Band animieren zum Ausprobieren. Der Games-Convention-verwöhnte Besucher wird sich vermutlich die eingangs von Matthias aufgeworfene Frage “Ist Köln jetzt wirklich die bessere Wahl?“ stellen, insgesamt ist die Messepremiere in Köln aber gelungen – zumal mit Köln die eindeutig attraktivere Stadt gewählt wurde. Das ist aber nur meine persönliche Meinung.









@vader: Vollste Zustimmung. Ich warte lieber auf Demos und die Zusammenfassung von Leuten die damit ihr Geld verdienen.
So, muss jetzt auch mal ein Fazit ziehen, und das ist leider kein Gutes:Die Messe litt meiner Meinung nach enorm unter dem hierzulande vor kurzem nochmals deutlich verschärftem Jugendschutzgesetz!Bei allen für mich interessanten Spielen musste man sich stundenlang anstellen, um zumindest einen Blick darauf werfen zu können – nix mit offenen Bummel-Areas, wo man mal eben gemütlich durchlaufen und wenigstens anderen Erwachsenen beim Anzocken zuschauen kann, wie das noch vor Jahren in Leipzig z.B. bei Saints Row der Fall war!Habe Donnerstag in Köln auch einen südländischen Gast beobachten können, der nach rund 15 Minuten Wartezeit beim neuen Halo sauer die Schlange verließ! Wie ich schon vorher vermutete: Ausländische erwachsene Besucher fühlen sich verarscht, dass hierzulande viele Teenie-Spiele nur für Erwachsene freigegeben sind! Habe das neue Halo ja auch noch angezockt und muss sagen, dass es nun wirklich kein typisches Killerspiel ist, sondern eher ein spannender Alien-Action-Shooter – eben typisch Halo! Man schießt absolut nicht auf menschliche Gegner! Warum dieses Spiel in D erst ab 18 freigegeben ist, ist mir ein Rätsel! Und dafür mussten ich und meine Kumpels rund 45 Minuten anstehen!Ist doch ein schlechter Witz, oder?Wie dem auch sei: Ich werde die GC in den nächsten Jahren wohl ignorieren, da ich einfach keinen Bock mehr habe, zwischen 1-4 Stunden für ein 18+-Game in der Schlange zu dösen!Es sei denn, die Veranstalter ändern schon fürs nächste Jahr das Konzept und richten z.B. eine eigene Halle (oder großen Bereich mit einer 2m Wand umzu) nur für Erwachsene ein! Und mir kann keiner sagen, das wäre nicht möglich bzw. lohnenswert – zufriedene erwachsene Besucher, die ja die meisten Games kaufen, sind es die “”Mühen”” immer wert!Ich habe es hier an andere Stelle aber auch schon mal gesagt: Dann lieber eine Messe im benachbarten Ausland, wenn die deutschen Bürokraten mal wieder so bescheuert sind!Ach, und die 8,- Euro Parkgebühren und 5,90 Euro für eine 20x20cm Pizza sind eine Frechheit – mögen die Abkassierer an meinem sauer verdienten Geld ersticken ;o)Alles in allem habe ich aber “”nur”” in etwa die Kosten eines neuwertigen Spieles für den Besuch der GC investiert. Aber ich schätze mal, dass ich mir anstatt der stundenlangen Anstell-Marathons (waren bei mir etwa rund 4 Stunden für 3 Spiele) nächstes Jahr lieber ein Spielchen gönne und daheim bleibe!Bin ja gespannt, wie hoch die Besucherzahlen 2010 ausfallen – bin mir schon fast sicher, es wird rückläufig…
So, grad wieder angekommen^^. Zum Glück hab ich Bekannte in der Nähe von Köln, sonst hatte ich das Ganze ja quasi vor der Haustür, aber das hat sich ja nun erledigt.War gleich am Donnerstag und fand’s gut, aber auf keinen Fall besser als in Leipzig. Und hab ich da richtig gesehen, da war doch so ein USK oder BPJS-Stand??! Hehe, ein Wunder das der noch nicht gebrannt hat :).Ansonsten muss ich mich starscream anschließen, es sollte wirklich eine Halle ab 18 geben, die Anstellerei war auch in Leipzig schon ätzend. Vielleicht eine Chance für Köln was besser hinzukriegen :).Ich hab Tim Schafer gesehen, der hat uns eine aufblasbare “”Teufelszeichenhand””(keine Ahnung wie das richtig heißt) zugeworfen :). Die haben wir dann einem Jungen mit seiner Mutter geschenkt, dem wir sie vorher weggeschnappt hatten…riesengroße Freude, herzergreifend nicht war xD.
ja die hallen waren geräumig ..aussteller hatten gute flächen ..allerdings war auch viel zu viel “schrott “vertreten .. arbeitsamt ,bundeswehr ,fragwürdige dritthersteller .. muss das sein? .. war die letzten jahre seit 07 in leipzig nicht dabei .. war da auch schon soviel unnützes dabei? .. für konsoleros überhaupt (kam mir so vor) war auch nicht gerade soooviel interesantes vertreten ..pc modder und gamer hatten da etwas mehr support finde ich .. die warteschlangen waren (wie üblich denke ich ^^) wiedereinmal unerträglich (COD 2 Tekken 6 u.s.w.) .. fand die messe aber ganz oke ..die GranTurismo area fand ich besonders gelungen ..ein schmankerl war die classic area ..sehr nette sammlung über super erhaltene konsolen und heimcomputer der 70er 80er und 90er ..
NATAL und Avatar hören sich wirklich vielversprechend an. Wird auch irgendwie langsam mal Zeit für eine echte Revolution, Gamecube Technik mit Fuchtelteil ist’s für mich jedenfalls noch nicht.
Ich denke das die gamescom einfach Zeit braucht. Die Messe Leipzig hat sich ja auch von Jahr zu Jahr gesteigert. Warten wir einfach das nächste Jahr ab und für´s erstmal fand ich es gut.
Das mit der attraktiveren Stadt hättest auch weglassen können …Hört sich nach ner Menge guten Futter für Gamer an.