Braucht Ihr Combos, Erfahrungspunkte, knackige Bossfights, Inventarmanagement, perfekte Kollisionsabfrage oder eine klassiche Gut-Böse-Heldengeschichte zum Glücklichsein, dann könnt Ihr um den Titel einen Bogen machen. Auch ich schätze diese Dinge an vielen Spielen, kann aber auch mal ohne leben bzw. zocken. Deshalb und natürlich weil es betörend inszeniert ist hatte ich große Freude mit Bound.
Zum Start des Spiels lenke ich die langsamen Schritte einer schwangeren Frau über den Sandstrand einer so gar nicht abstrakten Welt. Doch schon wenige Sekunden später reißt es mich einen Strudel aus Erinnerungen, Farben und zersplitterten geometrischen Formen. Plötzlich bin ich eine grazile Tänzerin, die einer schräg aussehenden Blumen-Alien-Königin ins Antlitz blickt und von ihr den Befehl erhält: “Ein Monster zerstört mein Königreich. Geh und halt es auf!”
Also gehe ich nein tanze ich durch das 3D-Königreich, ein pulsierendes Cyberwunderland. Tausende winzige Polygone schwirren durch die Luft, formen Objekte, zerfallen wieder. Das “Meer” um die Level-Bauteile herum ist eine Suppe aus brodelnden Würfeln. Sieht alles sehr modern, sehr stylisch aus.

Und erst die Animationen meiner Spielfigur: Elegant drückt sie sich an Wände, läuft auf den Zehenspitzen, vollführt Pirouetten und Überschläge. Lege ich den Controller ein paar Sekunden beiseite, macht die Ballerina ein paar Stretch-Übungen. Begleitet von mal luftigen, mal bedrohlichen elektronischen Klängen springe und hopse ich weiter wenn zuckende Tentakel (oder sind es Flammen oder Nadeln?) nach mir greifen, genügt ein Druck auf die Viereck-Taste, um mich zu befreien. Am Ende jedes Spielabschnitts tanze ich gegen wabernde Polygon-Gebilde an, ergründe in düsteren Räumen die Kindheit meiner Spielfigur und surfe auf einem Stoffband nochmal an den surrealen Level-Kompositionen vorbei. Wow.
Die für akkurate Sprünge zu ungenaue Steuerung stört mich schon ein bisschen, und das Suchen von alternativen Wege in der bizarren Welt reizt mich nicht sonderlich. Dafür ist ein recht mächtiger Foto-Modus an Bord und nach dem Durchzocken wird eine Speedrun-Variante freigeschaltet. Unterm Strich bin ich also sehr zufrieden mit Bound, dem dritten Plastic-Produkt. Die Polen haben eines der visuell eindrucksvollsten PS4-Spiele erschaffen, das zudem eigenständig, kreativ und künstlerisch wertvoll ist. Und dafür lasse ich doch gern mein Deus Ex: Mankind Divided weiter in seiner Hülle schmoren









@Matthias : Danke,lesen müsste man können 😉 Übrigens: ohne deine Besprechung von Pac-Man256 hätte ich wahrscheinlich ein besonderes Highlight verpasst.
@Max Snake:Danke, ich macht so weiter :)Zu deiner Frage: Das war Motion Capturing.Der Studio-Chef sagt in diesem Interview: https://the-optional.com/how-dance-gave-new-life-to-ps4-platformer-bound-aade798a9b5e#.jk442j6w7“”In one session we did the dancing
@Matthias Hab dein Bericht gelesen und die Screenshots gesehen zur Bound. Ich fühle mich hingerissen wie du beschieben hast und wie großartig die Bilder sind, dass mich an eine berühmte Künstler denke (wenn ich wüsste wie er heißt). Nach deine Download –
@BigBen: ganz einfach, es ist ein PS4-exklusives Spiel und ich steuere eine Ballerina
Wer beruflich mit Spielen zu tun hat,ist vermutlich noch schneller übersättigt als der Hobby-Zocker,trotzdem erliege auch ich immer häufiger dem Charme der Indie-Spiele,die statt mit Bombastpräsentation zu blenden, mit Spielspass glänzen. Die Bezeichnung “”PS4-Ballerina”” verstehe ich in dem Zusammenhang allerdings nicht…
Matthias kommentiert: Ich bin eine PS4-BallerinaDas Schicksal teilst du dir mit Millionen von Usern. XDSag, wurdest du von D00M bestochen?