| Spiel: | Pro Evolution Soccer 2017 |
| Publisher: | Konami |
| Developer: | Konami |
| Genre: | Sport |
| Getestet für: | PS4, XOne |
| Erhältlich für: | PS4, XOne |
| USK: | |
| Erschienen in: | 10 / 2016 |
Nach großen Veränderungen im letzten Jahr steht bei PES 2017 Feintuning auf dem Programm. Leider betrifft das nicht die Lizenzen des Konami-Kicks ganz im Gegenteil! Im Vergleich zu 2016 ist die Anzahl der originalgetreuen Teams ligenübergreifend stark gesunken. Besonders leiden Fans des spanischen und englischen Wettbewerbs: Nur bei FC Barcelona, Atlético Madrid, FC Liverpool und FC Arsenal stimmen Mannschaftsname, Logo und Trikots, bei allen anderen Vereinen lediglich die Namen der Akteure. Per verbessertem Editor aktualisiert Ihr alles selbst oder importiert Update-Dateien. Letztgenannte sollen Nutzer untereinander sogar tauschen können.
Auf dem Platz macht PES 2017 dafür eine sicht- und spürbar bessere Figur als die Vorjahres-Episode. Dank einer Vielzahl neuer Animationen fallen Pässe, Schüsse und Zweikämpfe deutlich variantenreicher aus: Begabte Mittelfeldspieler streicheln die Kugel regelrecht übers Grün, Stürmer stolpern nach einem Tackling noch den Ball ins Netz oder scheitern im letzten Moment am Torwart. Die Schlussmänner agieren viel agiler und halten mit tollen Paraden ihren Kasten sauber Aussetzer leisten sich die Keeper dennoch ab und zu. Das gilt auch für die Verteidigung, die erneut auf wenige Aktionen limitiert ist und nach wie vor den spielerischen Schwachpunkt darstellt. Eingeschränkte Laufrichtungen nach gegnerischen Steilpässen oder ein kurzes Stoppen beim manuellen Spielerwechsel können schnell einen Treffer des Gegners nach sich ziehen. Bei den Spielmodi erwarten Euch wie gehabt Freundschaftsspiel, Liga, Europa- und Weltmeisterschaft, die lizenzierten Wettbewerbe Champions League, Europa League und AFC Champions League, Werde zur Legende und Meister-Liga. Letztere wurde inhaltlich erweitert: Ihr wählt nun einen Lieblingsspieler Eures Teams, dessen Erfahrung schneller steigt. Auch erlernen Eure Mannen diverse Rollen (u.a. Anführer, Starspieler), die sich auf Spielweise und Teamchemie auswirken. Neuerungen gibt es auch im Modus myClub: Hier ersteigert (versteigern ist nicht möglich) Ihr mit GP-Währung Scouts, die auf dem Markt nach unterschiedlichen Kriterien Spieler für Euch suchen. Bis zu drei Scout-Spezialbereiche (z.B. England, Stürmer, AS Rom) lassen sich kombinieren, um im Idealfall einen bestimmten Sportler aus dem Pool von Zufallsspielern zu ergattern.
In jedem Modus legt Ihr nun zwei Offensiv- und zwei Defensiv-Taktiken fest, die sich während der Partie ein- und ausschalten lassen. So weist Ihr Außenverteidiger zum permanenten Flügellauf an oder lasst frühes Gegenpressing spielen. Die Taktiken wirken sich spürbar aus und geben Euch mehr Möglichkeiten bei der Spielgestaltung. Bei Ecken wählt Ihr aus vier Vorgaben und schickt Eure Angreifer zum Beispiel in den Fünfmeterraum oder an den zweiten Pfosten.
Den größten Fortschritt machten die Schiedsrichter: Sie pfeifen häufig und richtig, verteilen angemessen Karten, lassen Vorteil laufen und nutzen sogar das Freistoß-Spray.
Sascha Göddenhoff meint: PES 2017 gefällt in der Offensive mit tollen Bewegungen, schnellem Passspiel und anderen Verfeinerungen, dazu kommen sinnvolle Taktiken und sehr gute Schiedsrichter. Es entstehen klasse Torraumszenen, wenn Stürmer im letzten Moment am Keeper scheitern oder die Kugel akrobatisch über die Linie drücken. Aber gerade weil das Geschehen auf dem Platz deutlich geschmeidiger läuft, nerven Hänger beim Umschalten und teils passive Spieler noch mehr als bei PES 2016. Dazu sehen die Menüs, speziell bei Meister-Liga und Werde zur Legende, noch immer langweilig aus. Auch im Verlauf der Saison vermittelt die Präsentation nie die Lebendigkeit des tatsächlichen Fußball-Geschäfts. Der deutsche Kommentar ist eine Katastrophe emotionslos, sich ständig wiederholend, oft unpassend oder falsch. PES landet einige Treffer, vergibt aber erneut viele Chancen.
Tobias Kujawa meint: Nur zwei originale spanische Klubs und kein FC Bayern? Die Lizenzlage bei PES 2017 ist eine noch größere Katastrophe als in der Vergangenheit. Hoffentlich reichen Fanseiten im Internet zügig Editier-Pakete nach! In puncto Präsentation sollte mal jemand die Japaner wachrütteln: Meister-Liga und Werde zur Legende sind optisch so trocken wie meine Steuererklärung. Den deutschen Kommentar drehe ich schnell ab: Wer bei einem 11:0 von einem knappen Sieg redet oder bei einem Tor in der 105. Minute von einem frühen Treffer erzählt, sollte nicht gehört werden. Aber: Auf dem Rasen macht mir PES 2017 durch sein variableres Tempo und vor allem die grandiosen Animationen mehr Spaß als sein Vorgänger, wenn ich auch wie Sascha die limitierten Abwehrmöglichkeiten anprangere. Da bietet FIFA inzwischen einfach mehr Kontrolle.
- deutsche Teams: Dortmund, Schalke, Leverkusen
- viele neue Animationen, gute Schiris
- Defensiv-Aktionen noch immer limitiert
- deutscher Kommentar aus der Hölle
PES 2017 macht das Spiel vor allem in der Offensive ansehnlicher und taktischer. Verteidigung und Präsentation haben weiter Luft nach oben.
| Singleplayer | ![]() | 86 |
| Multiplayer | ![]() | |
| Grafik | ![]() | |
| Sound | ![]() |













