Der Ego-Shooter Chasing Dead hat viele Vorzüge: Man kann schießen (sogar mit mehreren Waffen), es gibt Gegner (aber nur ein paar) und das Umschauen sowie Nach-vorn-Laufen klappt (meistens). Außerdem wirkt sich das Spiel nicht nennenswert auf die Erderwärmung aus und unterstützt weder Kinderarbeit noch Tierquälerei. Doch kommen wir nun zu den negativen Seiten: Die Grafik ist ekelhaft hässlich. Wirklich! Das Niveau von Gegenermodellen, Waffen, Umgebungstexturen & Co. dümpelt konstant auf PS2-Niveau herum garniert mit haarsträubenden Clipping-Fehlern. Da verzeiht man die Bildrate von 10 bis 20 Frames pro Sekunde doch gerne bei Bossfights geht es aber auch drunter. Mit Magnum, Flammenwerfer, Kettensäge, Schrotflinte, Stachelknüppel sowie einer Reihe MGs (die komplett falsche Typbezeichnungen tragen) schießt Ihr Soldaten und Zombies in blutige Stücke (ziemlich genau drei!) oder steigt in der afghanischen Wüste hinters Steuer eines Jeeps dann vereinen sich Bildrate, Sichtweite, Kollsionsabfrage und Steuerung zu einer Comedy-Nummer, wie wir sie seit vielen Jahren nicht erlebt haben.
Die Liste der absurd schlechten Spielmomente (die wir in wenigen Stunden erlebten) lässt sich beliebig fortsetzen: Wir mussten über eine umgefallene Antenne (die wir nur durch Zufall entdecken) von einem Hausdach zum nächsten kraxeln und erleben danach, wie sich ein Zwischenboss-Helikopter im (!) Haus verkeilte. Oder wir kämpften in den Laboren unter Prypjat gegen Mutanten doch auf der Flucht aus den Katakomben griffen uns plötzlich Wölfe und Tiger an. Mindestens ebenso gut war das Duell mit dem unsichtbaren Zombie-Piloten im Flugzeug oder die ca. zehn Todesstürze von Leitern, weil das Klettern fast unsteuerbar ist.
Matthias Schmid meint: We need shelter Wie brauchen Tierheim: Lustigerweise passt die Qualität der deutschen Texte zum Rest dieser digitalen Bankrotterklärung. Auch die Zwischensequenzen mit echten Schauspielern (wir vermuten, dass hierfür die Schwestern oder Freundinnen der Entwickler genötigt wurden) sind eine Farce. Dieser Ego-Shooter ruckelt wie Hölle, steuert sich sperrig und hakelig, sieht grafisch entsetzlich aus und spuckt auch in puncto Missionsdesign, Bossfights, KI oder Setting auf alle Standards, die unser schönes Hobby in der letzten Dekade aufgestellt hat. Euch wird nicht angezeigt, wo Ihr hin sollt, Feinde spawnen kullernd in der Luft oder stecken in Wänden fest und beim Hochlaufen von Treppen müsst Ihr regelmäßig hüpfen, weil Euer Charakter sonst nicht vorwärtskommt. Ich habe keinen blassen Schimmer, was die Programmierer geritten hat, dieses Spiel so zu veröffentlichen und dafür auch noch 30 Euro zu verlangen. Wer Trash liebt, für den ist Chasing Dead das Spiel des Jahres!
Grausig schlechter Ego-Shooter, der ideal ist für Freunde des wahren Trashs.
| Singleplayer |  | 1 |
| Multiplayer |  |
| Grafik |  |
| Sound |  |