MAN!AC-Menschen und Köpfe der Videospiel-Szene stellen ihr Lieblingsspiel, das nie in einer Top 10 war. Dieses mal mit einem Titel, von dem wir uns nicht sooo sicher sind, ob er nicht doch mal in einer Top 10 war: Super Aleste/Space Megaforce – präsentiert von Videospielladen-Inhaber Christian Corre.

Diese Reihe wird jeden Donnerstag fortgesetzt. Bisher dabei:
| Zillion – Martin Gaksch |
| Everblue – Jan Sönke Steffen |
| Carnage Heart – Andreas von Lepel |
| Night Trap – Fabian Döhla |
| Super Aleste/Space Megaforce – Christian Corre |
Wie darauf gekommen?
Als stolzer Besitzer eines Super Nintendos hatte man es zum Start nicht leicht, wenn man auf harte Ballerkost stand. Die ersten Spiele für Nintendos 16-Bitter hatten alle mit dem langsamen Chipsatz zu kämpfen und ruckelten oftmals unerträglich. Die Freude war riesig, als in der Videogames im Juli 1992 unter der Überschrift Baller Knaller Compiles Actionkracher vorgestellt wurde. Im November desselben Jahres erschien es dann unter dem griffigen Titel Space Megaforce in den USA und wurde sofort beim Importdealer meines Vertrauens bestellt.

Was ist so gut?
Kurzform: Alles! Bis auf den Soundtrack.
Ausführlicher: Das Waffensystem ist innovativ, denn es besteht aus sechs verschiedenen Schussarten (Laser, Streuschuss, etc.), mit verschiedenen Schussmustern und jeweils sechsstufigem Upgrade. Grafisch gibt es 1992 nichts Vergleichbares. Vom Flug über begrünte Planetenoberflächen weiter zu einer Mode 7 morphenden Raumstation (die auch als Endgegner herhalten muss), durch einen Asteroidensturm bahnt sich unser Weg zu einer psychedelisch-wabbernden, knallbunten zwölften Endstage. Um zum finalen Boss zu gelangen, wollen tausende Gegner abgeschossen werden, dennoch geht das Super Nintendo nicht in die Knie – da ruckelt und flackert nichts! Eine technische Meisterleistung.Nur die Sounduntermalung trifft so gar nicht meinen Geschmack. Belangloses Synthie-Pop-Gedudel begleitet den infernalischen Kugelhagel. Die Soundeffekte hingegen sind wirklich top – es kracht und poltert sehr basslastig an allen Ecken.
Bester Moment?
Der komplette siebte Level. Von der Farbgebung eher unauffällig grün gehalten, besticht er mit Multiebenen-Parallax-Scrolling, Steingegnern, die nach umfassenden Beschuss in einem dumpfen Boom explodieren, einer Highspeed-Passage und schlussendlich mit einem morphenden und zoomenden Endgegner. Da lässt das Super Nintendo die Mode7-Muskeln spielen.

Warum kennt es keiner?
Wenn man in den 90er Jahren technisch perfekte Shoot’em ups spielen wollte, dann griff man eher zum Mega Drive oder zur PC Engine. Das auf dem Super Nintendo einmal ruckelfreie Actionkracher erscheinen würden, wurde jahrelang bezweifelt. Somit fristeten Shoot’em ups auf dieser Konsole eher ein Nischendasein.
Wo oder wie kann man es heute spielen?
Super Aleste wurde sowohl in Japan, USA (als Space Megaforce) als auch in Europa veröffentlicht. Wenn man den Titel mit Box und Anleitung erwerben möchte, dann werden die US und Euro Versionen richtig teuer – die Japanversion ist noch für halbwegs normale Preise aufzutreiben.
Leider wurde Super Aleste nicht für die Virtual Console zugänglich gemacht – der Hersteller Compile ging 2003 insolvent – die Veröffentlichungsrechte sind ungeklärt.
Super Aleste-Longplay von YouTube-User World of Longplays:
| Entwickler: Compile | Publisher: Toho |
| Erhältlich für: Super Nintendo/Super Famicom | Erscheinungsdatum: 1992 |
| Mehr Infos: > Test von Super Aleste von Andreas Knauf auf Kultboy.com (Power Play-Sonderheft) > Super Aleste bei Wikipedia (EN) |
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Über Christian
Angefangen hat alles mit einem Textadventure auf dem DDR Bürorechner PC1715 im Büro seiner Mutter. Ein wenig später wurde auf dem KC85 und im Urlaub auf dem Poly Play Automaten gedaddelt. Nach der Wende ging es dann richtig los mit einem Gameboy und dem Super Nintendo. Und spätestens da war es um Christian geschehen und jedes erwähnenswerte Videospielsystem wurde bespielt, auf dem es mindestens einen herausragenden Actiontitel gab. Seine Lieblingssysteme sind die PC-Engine, Segas Dreamcast und das Super Nintendo – auf diesen Konsolen wird auch noch regelmäßig gespielt.
2004 hat Christian sein liebstes Hobby zum Beruf gemacht und betreibt den Videospieleladen & Onlineshop NIPPONDREAMS.COM in München. Dort gibt es nicht nur die neuesten Titel, sondern auch Retrospiele und Klassiker aus Asien.















