Mein unbekannter Liebling: Super Aleste

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MAN!AC-Menschen und Köpfe der Videospiel-Szene stellen ihr Lieblingsspiel, das nie in einer Top 10 war. Dieses mal mit einem Titel, von dem wir uns nicht sooo sicher sind, ob er nicht doch mal in einer Top 10 war: Super Aleste/Space Megaforce – präsentiert von Videospielladen-Inhaber Christian Corre.

Wie darauf gekommen?
Als stolzer Besitzer eines Super Nintendos hatte man es zum Start nicht leicht, wenn man auf harte Ballerkost stand. Die ersten Spiele für Nintendos 16-Bitter hatten alle mit dem langsamen Chipsatz zu kämpfen und ruckelten oftmals unerträglich. Die Freude war riesig, als in der „Videogames“ im Juli 1992 unter der Überschrift „Baller Knaller“ Compiles Actionkracher vorgestellt wurde. Im November desselben Jahres erschien es dann unter dem griffigen Titel „Space Megaforce“ in den USA und wurde sofort beim Importdealer meines Vertrauens bestellt.

Was ist so gut?
Kurzform: Alles! Bis auf den Soundtrack.
Ausführlicher: Das Waffensystem ist innovativ, denn es besteht aus sechs verschiedenen Schussarten (Laser, Streuschuss, etc.), mit verschiedenen Schussmustern und jeweils sechsstufigem Upgrade. Grafisch gibt es 1992 nichts Vergleichbares. Vom Flug über begrünte Planetenoberflächen weiter zu einer Mode 7 morphenden Raumstation (die auch als Endgegner herhalten muss), durch einen Asteroidensturm bahnt sich unser Weg zu einer psychedelisch-wabbernden, knallbunten zwölften Endstage. Um zum finalen Boss zu gelangen, wollen tausende Gegner abgeschossen werden, dennoch geht das Super Nintendo nicht in die Knie – da ruckelt und flackert nichts! Eine technische Meisterleistung.Nur die Sounduntermalung trifft so gar nicht meinen Geschmack. Belangloses Synthie-Pop-Gedudel begleitet den infernalischen Kugelhagel. Die Soundeffekte hingegen sind wirklich top – es kracht und poltert sehr basslastig an allen Ecken.

Bester Moment?
Der komplette siebte Level. Von der Farbgebung eher unauffällig grün gehalten, besticht er mit Multiebenen-Parallax-Scrolling, Steingegnern, die nach umfassenden Beschuss in einem dumpfen „Boom“ explodieren, einer Highspeed-Passage und schlussendlich mit einem morphenden und zoomenden Endgegner. Da lässt das Super Nintendo die Mode7-Muskeln spielen.

Warum kennt es keiner?
Wenn man in den 90er Jahren technisch perfekte Shoot’em ups spielen wollte, dann griff man eher zum Mega Drive oder zur PC Engine. Das auf dem Super Nintendo einmal ruckelfreie Actionkracher erscheinen würden, wurde jahrelang bezweifelt. Somit fristeten Shoot’em ups auf dieser Konsole eher ein Nischendasein.

Wo oder wie kann man es heute spielen?
Super Aleste wurde sowohl in Japan, USA (als Space Megaforce) als auch in Europa veröffentlicht. Wenn man den Titel mit Box und Anleitung erwerben möchte, dann werden die US und Euro Versionen richtig teuer – die Japanversion ist noch für halbwegs normale Preise aufzutreiben.
Leider wurde Super Aleste nicht für die Virtual Console zugänglich gemacht – der Hersteller Compile ging 2003 insolvent – die Veröffentlichungsrechte sind ungeklärt.

Super Aleste-Longplay von YouTube-User World of Longplays:

Entwickler: Compile Publisher: Toho
Erhältlich für: Super Nintendo/Super Famicom Erscheinungsdatum: 1992
Mehr Infos:
> Test von Super Aleste von Andreas Knauf auf Kultboy.com (Power Play-Sonderheft)
>
Super Aleste bei Wikipedia (EN)

Über Christian
Angefangen hat alles mit einem Textadventure auf dem DDR Bürorechner PC1715 im Büro seiner Mutter. Ein wenig später wurde auf dem KC85 und im Urlaub auf dem „Poly Play“ Automaten gedaddelt. Nach der Wende ging es dann richtig los mit einem Gameboy und dem Super Nintendo. Und spätestens da war es um Christian geschehen und jedes erwähnenswerte Videospielsystem wurde bespielt, auf dem es mindestens einen herausragenden Actiontitel gab. Seine Lieblingssysteme sind die PC-Engine, Segas Dreamcast und das Super Nintendo – auf diesen Konsolen wird auch noch regelmäßig gespielt.
2004 hat Christian sein liebstes Hobby zum Beruf gemacht und betreibt den Videospieleladen & Onlineshop NIPPONDREAMS.COM in München. Dort gibt es nicht nur die neuesten Titel, sondern auch Retrospiele und Klassiker aus Asien.

Über “mein unbekannter Liebling”: GTA V, FIFA 15, Assassin’s Creed…  ja, wir kennen sie, diese Spiele. Aber es gibt viele, die wir nicht kennen – oder nie gespielt haben. Und wir sollten sie spielen. Liebevolle Titel, die unter dem Radar geflogen sind. MANIAC.de hat Persönlichkeiten der Games-Szene gefragt, welches ihr Lieblings-Underdog ist. System und Zeit spielen keine Rolle.

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greenwade
29. Juni 2015 21:21

danke!

Red XIII
14. Juni 2015 18:21

@greenwadeAuf den Heft-DVDs der Ausgaben 3+4/2008 gab es ein zweiteiliges Special namens””30 Jahre Schoot ém up””. Das dürfte er wohl gemeint haben…

greenwade
8. Juni 2015 12:24

[quote=Max Snake]

Mein Händler des Vertrauen ist auf Maniac.de gefallen. : D

Super Aleste kenne ich im bewegten Bilder des Shoot em´Up Special auf Maniac DVD. Der Preis sind happig, aber es ist ein guter Geheimtipp.

[/quote]es gab ein shoot em up special auf dvd? in welcher ausgabe?

zockeraNdi
5. Juni 2015 10:21

Fast alle Aleste Spiele sind spitzenklasse und für mich spielt “”Super”” ganz vorne mit.

Death66
31. Mai 2015 17:07

Das Spiel kannte in meinem Videospielumkreis (Stammladen World of Games in Pforzheim) jeder, der ein SNES hatte, eben weil Ballerspiele auf dem SNES Mangelware waren. Ebenso wie Axelay und Parodius Pflichttitel waren.Kennt noch jemand Truxton auf dem Sega Mega Drive? Was habe ich das geliebt.

captain carot
27. Mai 2015 17:48

[quote=EvilFiveHunter]

Das Spiel gehört in die Virtual Console und zwar sofort! Axelay ist bereits im VC und jetzt fehlen noch Parodius und oder die R-Type Reihe!

[/quote]Dumm nur, dass sowas wie Super Aleste niemals für die VC kommt. Bei Hersteller insolvent bleibt der Emulator meist das einzige.

Max Snake
26. Mai 2015 12:48

Aber ist Super Aleste ein Spiel, das jeder SNES Spieler kennt im Mainstream Bereich? Ich kannte weder als Werbung noch von andere Magazin außer die Maniac über das Spiel. Genauso die Entwickler Compile,die kenne ich Spiele wie Zanac X Zanac und das kenne nur wenige, denke ich.

Danijel78
23. Mai 2015 13:34

Schliesse mich rusoko und tetsuo an. Das Spiel war früher sogar sehr bekannt gewesen. Habe selber die jap. Version und jeder, den ich kannte und ein SNES, Mega Drive oder ‘ne PC-Engine hatte, war scharf auf die Aleste Titel.

Red XIII
23. Mai 2015 3:26

Ah; Nippondreams!Da war ich erst letztens wieder in München und hab´ einiges an Geld liegenlassen…Wer sich mal in der Nähe aufhält, sollte einen Abstecher in die Rosenheimer Strasse 125 wagen.@GenpeiSo ein Zufall; das ist genau der Laden, den ich in der Rubrik “”zuletzt gkauft”” gemeint habe!

Cheeky Cherry
22. Mai 2015 16:22

Ich kenne übrigens auch nur Musha Aleste. Das “”Super-Pendant”” ist mir nicht bekannt gewesen. Obwohl ich schon gerne geballert habe (und noch tue). Wahrscheinlich ist damals irgendwas “”interessanteres”” zeitnah erschienen und als Schüler war nicht mehr als ein Spiel pro Monat drin. Und dann noch diese Sache mit dem plötzlichen Interesse am anderen Geschlecht…

Cheeky Cherry
22. Mai 2015 16:11

Das “”Über Christian”” klingt bis auf den ersten Satz wie ein Auszug aus meiner (fiktiven) Autobiographie. “”Poly Play””-Automaten hießen die also, ganz vergessen. Kann mich an einen Urlaub erinnern, da waren 50-Pfennig-Stücken Mangelware bzw. heiß begehrt und wir haben im Konsum (so hieß unser Aldi/Lidl/Penny) die Kaugummis einzeln gekauft und auf das richtige Wechselgeld gehofft.

22. Mai 2015 14:49

Das Spiel gehört in die Virtual Console und zwar sofort! Axelay ist bereits im VC und jetzt fehlen noch Parodius und oder die R-Type Reihe!

tetsuo01
22. Mai 2015 0:53

also das dass keiner kennt halte für ein Gerücht. Das Spiel war damals doch ziemlich im Umlauf. Die heutigen Preise sind natürlich völlig utopisch. Und gerade den syntisound fand ich ziemlich geil damals…

rusoko
21. Mai 2015 20:21

Kennt keiner?? Pfff, Anfänger ^^

genpei tomate
21. Mai 2015 17:47

@ChristianFull Agree bei deinen Impressionen, ich dachte ich wäre fast der einzige, der Super Alestes Musik nicht mag, trotzdem ist es eine virtuose Ballerei.Danke für den Link zu deinem Laden, ich werd stöbern! ;-)@SonicFanSchau mal im Forum im Shmup Thr

Abe
Abe
21. Mai 2015 17:44

Subba Laden!

bitt0r
21. Mai 2015 14:51

ich hab die pal-fassung lol.

Ronyn
21. Mai 2015 14:42

[imgcomment image[/img]

SonicFanNerd
21. Mai 2015 14:07

Und wieder ein netter Ausflug in eine fremde Gamerherz-Galaxie. Find’s nach wie vor super.Gab’s das nicht auch für den MegaDrive? Da bin ich ganz ehrlich nicht firm drin, bei den Shmups. Hab ich damals (bis auf ein paar Mainstreams: Space Invaders, R-Type, Thunderforce, Parodius) nicht wirklich gespielt. War ich immer zu mies drin. :)Ich musste nun erstmal nachforschen mit welchem SNES-Spiel ich das Super-Aleste verwechselt habe. Es war Axelay (super Shmup mit nem tollen OST!).

Eiji
21. Mai 2015 13:59

Da holt ein doch direkt die Nostalgie ein…Fand seiner Zeit Robo Aleste noch ein Tick besser.Warum wird sowas mal nicht auf einer Retro-Disc zusammengefasst?!

Sturmreiter
21. Mai 2015 13:51

Ich habe es damals auf dem SNES gehabt und bis zum Erbrechen gespielt. Alles was oben geschrieben steht kann ich so unterschreiben, auch wenn ich den OST eigentlich gut fand. Kamen gerade wieder Nostalgie Wellen hoch als ich das Video gesehen habe. Was für mich als Kiddie mit am geilsten war, waren die Boss Gegner die auch mit ihrer tiefen Stimme geredet haben ( oder den Spieler eher heraus gefordert ) ^^Hach ja man wird alt 🙂

MadMacs
21. Mai 2015 13:49

Ich habe es geliebt – nicht nur auf dem SuperNES, auch auf MegaDrive und MegaCD

Max Snake
21. Mai 2015 13:12

Mein Händler des Vertrauen ist auf Maniac.de gefallen. : DSuper Aleste kenne ich im bewegten Bilder des Shoot em´Up Special auf Maniac DVD. Der Preis sind happig, aber es ist ein guter Geheimtipp.