Ausnahme-Entwickler Intelligent Systems schafft sich ein drittes Standbein: Neben Fire Emblem und Advance Wars bringt das Team aus Kioto jetzt einen neuen Taktik-Titel an den Start, der sich radikal von seinen menübasierten Cousins unterscheidet. Mitten in einem wilden Angriff Lovecraftscher Aggressoren trefft Ihr auf John Fleming und John Henry, die sich mit dampfbetriebenen Waffen gegen die Invasoren zur Wehr setzen. Schließlich werden die beiden von niemand Geringerem als Abraham Lincoln gerettet und schließen sich seiner Spezialeinheit S.T.E.A.M. Strike Team Eliminating the Alien Menace an. Gemeinsam mit prominenten Figuren der Literatur wie Tom Sawyer, Tiger Lily oder dem Löwen aus Zauberer von Oz nehmen sie den Kampf gegen die unheimliche Bedrohung auf. Natürlich unterscheiden sich Eure Helden nicht nur in Charakter und Aussehen, jeder Protagonist bringt auch eigenen Talente und seinen Kampfstil mit.
Ihr zieht Eure Figuren nicht wie bei Fire Emblem über eine aus der Vogelperspektive dargestellte Karte. Stattdessen lenkt Ihr John Fleming und Co. direkt durch die verwinkelten Szenarien, nehmt Feinde aufs Korn oder aktiviert diverse Mechanismen. Dabei gilt es aber, Euer Aktionspotenzial zu beachten jede Tätigkeit kostet eine gewisse Menge an Dampf. Oft empfiehlt es sich, am Ende einer Runde noch etwas übrig zu lassen, damit Ihr die extrem machtvollen Overwatch-Kontermanöver ausführen könnt, wenn ein Gegner Eure Schusslinie kreuzt.
Ein wenig erinnert dieses System an Segas PS3-Geheimtipp Valkyria Chronicles, aber es gibt Unterschiede: Die Szenarien von Code Name: S.T.E.A.M. sind weitaus enger und verwinkelter, zudem fehlt eine Karte, die Euch einen Überblick über die Umgebung verschaffen würde. Noch dazu hält das Spiel unterschwellig zur Eile an: Lasst Ihr Euch zu viel Zeit, erscheinen mehr und mehr neue Gegner, derer Ihr Herr werden müsst.
Thomas Nickel meint: Code Name: S.T.E.A.M. gefällt mit frischen Ideen, einer angenehm albernen Story und ungewöhnlicher Präsentation im Stil amerikanischer Silver-Age-Comics. Auf den ersten Blick scheint Intelligent Systems also wieder einen veritablen Hit abzuliefern. Allerdings greifen nicht alle Zahnräder so elegant ineinander wie in ihren anderen Titeln: Man merkt, dass spielerisches Neuland betreten wird. In Ermangelung einer Karte seid Ihr oft gezwungen, arg vorsichtig zu agieren. Riskante Herangehensweisen zahlen sich in den seltensten Fällen aus, immerhin wurden die extrem langen Handlungsphasen der Gegner mittlerweile per Patch gestrafft. Unterm Strich bietet das Dampf-Abenteuer Strategie-Kennern wie -Einsteigern eine Menge Spaß und Abwechslung. Es wäre aber schön, wenn Intelligent Systems einem möglichen Nachfolger noch etwas mehr Feinschliff verpassen könnte.
- interessantes Setting
- abwechslungsreiche Figuren
- ungewöhnliches Kampfsystem
- amiibo werden erkannt
Der Grafikstil und viele interessante Ideen des einsteigertauglichen Stratiegespiels gefallen, ein paar Detailmängel kratzen aber am Lack.
| Singleplayer |  | 78 |
| Multiplayer |  |
| Grafik |  |
| Sound |  |