Nachdem Link im Ocarina of Time-Remake für 3DS ein weiteres Mal das Land Hyrule vom Bösen errettet hat, folgt der zweite Streich: Auch Majoras Mask, der N64-Klassiker von 2000, hat es auf das Handheld geschafft. Grafisch aufgehübscht, mit detailreicheren Texturen und Charakteren, jedoch etwas zu oft eingesetztem Blur-Effekt und gealterter Polygongrafik folgt Ihr Link in das Paralleluniversum Termina. Dort steht der Karneval der Zeit vor der Tür und der Name dieses Volksfests deutet bereits auf die zwei Hauptmotive des Spiels hin: Maskerade und Zeitmanipulation.
Schon in Ocarina of Time wurde mit Zeitsprüngen und Kontinuität in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gespielt, doch Majoras Mask geht viel weiter: Ihr seid in einer Drei-Tage-Zeitschleife gefangen! Und das gruselige Horror Kid (das Link in diese Welt gebracht hat) will den Mond auf die Hauptstadt fallen lassen, genau am Tag des Karnevals. Ihr habt drei Tage Zeit, um dieses Unglück zu verhindern. Nur die vier Giganten können helfen, Ihr müsst sie befreien und das besessene Horror Kid besiegen.
Eine Stunde im Spiel entspricht 45 echten Sekunden, somit bleiben Euch 54 Minuten, bis der Mond die Hauptstadt dem Erdboden gleichmacht. Verdammt wenig Zeit, um die Welt zu retten!
Zum Glück könnt Ihr mit Eurer Okarina die Zeit manipulieren, sie langsamer (oder auch schneller) ablaufen lassen. Aber auch bei halb so schnell verstreichender Zeit ist das Unterfangen nicht zu schaffen, deswegen müsst Ihr vor Ablauf der Frist die Zeit zurücksetzen und wieder an dem Tag beginnen, als Ihr Termina betreten habt. Also alles von vorn?
Nicht ganz: Zwar erinnert sich kein Bewohner an Euch oder daran, dass Ihr ihm geholfen habt, und Ihr verliert eine Reihe Items, wie Rubine oder Verbrauchsgegenstände (Bomben, Pfeile, Heiltränke) doch wirklich wichtige Dinge wie Waffen oder die Allzweckflaschen bleiben Euch erhalten. Damit Ihr zudem nicht jede Nebenquest mehrmals absolvieren müsst, habt Ihr ein schlaues Notizbüchlein, in dem steht, welchem der exzentrischen Bewohner von Unruh-Stadt Ihr bereits so weit geholfen habt, dass Ihr die Belohnung einsacken konntet. Für alle anderen illustren Gestalten ist dort auch vermerkt, wann Ihr sie wo treffen und wie Ihr ihnen helfen könnt.
Denn die Bewohner führen während der drei Tage ein reges Leben: Sie gehen ihren Berufen nach, machen Erledigungen. Gleichzeitig wird die Stadt, je näher der Mond der Oberfläche kommt, immer ausgestorbener bis sie am Abend des letzten Tages gespenstisch leer wirkt. Das Notizbuch wurde im Vergleich zum Original aufgewertet: Dort finden sich nun nicht mehr nur die Bewohner mit ihren Problemchen, auch andere Hinweise und Quests sind vermerkt.
Und was ist mit der Maskerade? Das zweite große Feature in Majoras Mask sind Überraschung! Masken (insgesamt 24 an der Zahl). Die sind nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern haben spezielle Fähigkeiten. Manche nützen Euch nur für eine einzige Nebenquest, andere bringen praktische Vorteile mit: Mit der Ka-Bumm-Maske sprengt Ihr Dinge in die Luft, die Hasenohren lassen Link schneller laufen.
Die drei wichtigsten sind Deku-, Zora- und Goronenmaske, denn durch das Anlegen verwandelt sich Link in einen Vertreter der jeweiligen Spezies und erhält deren Stärken (aber auch Schwächen). Zora-Link kann gut schwimmen, Goronen-Link ist stark und Deku-Link sieht nicht nur lustig aus, sondern kann sich aus Blumen herauskatapultieren und einige Meter segeln. Diese Fähigkeiten sind essenziell, um die Rätsel auf dem Weg zu und in den Tempeln zu lösen. Während diese Verliese bei Ocarina of Time einen großen Spielanteil ausmachen, sind in Majoras Mask nur vier enthalten Nebenquests und anderes Drumherum belegen einen deutlich größeren Prozentanteil. Insgesamt ist der Umfang von Majoras Mask geringer als beim großen Bruder. Die Spieldauer verlängert sich schon mal, wenn Ihr Euch verschätzt und denkt Den Tempel schaffe ich noch an einem Tag. Klappt das nicht, muss zwar nicht immer der ganze Dungeon, aber das Geplänkel bis dorthin noch mal gespielt werden.
Im Vergleich zum Original ist das Spiel im Großen und Ganzen dasselbe von kleinen Änderungen (z.B. bei der Steuerung des Zora-Link, Bosskampf im Wassertempel) abgesehen. Die Steuerung wurde gut angepasst, via Touchscreen könnt Ihr im Menü schalten und walten, mit dem Bogen zielt Ihr optional per Bewegungssteuerung. Das Schiebepad Pro und der New 3DS bringen mehr Komfort: Dank des zweiten Analogsticks dreht Ihr frei die Kamera, sonst bleibt Euch nur das hakelige Zentrieren, wenn Ihr den Überblick verloren habt.
Matthias Schmid meint: Majoras Mask ist und bleibt mein liebstes Zelda. Warum? Weil mich die ausgeklügelte Zeitschleifen- und Zeitmanipulationsmechanik fasziniert die intelligente Verzahnung mit den zahlreichen Nebenquests ist der Knaller! Auch die (wenigen) Dungeons überzeugen mit dem Wassertempel verbindet mich eine regelrechte Hassliebe. Des Weiteren sind die teils absurden Charaktere, die morbide Weltuntergangs-Atmosphäre und das Finale starke Argumente für Majoras Mask. Beim 3DS-Remake speziell empfinde ich die frei drehbare Kamera (dank Schiebepad Pro bzw. C-Stick) als Segen, auch die verbesserte Bildrate ist angenehm. Ich hoffe, dass das teils ungeliebte Kind der Zelda-Serie von Euch seine verdiente zweite Chance bekommt. Schon allein, weil der putzige Deku-Link gar so niedlich durch die Landschaft watschelt.
Kerstin Mayer meint: Ein tolles Spiel! Klar kann die Grafik nicht ganz mit modernen Titeln mithalten, doch die kantige, sehr saubere Spielwelt mit ihren schrägen Charakteren überzeugt. Das Zeit-Feature ist immer noch fantastisch, auch wenn es mich manchmal zur Weißglut bringt. Ich wollte doch nur noch den Boss besiegen und danach die Feen in die Quelle bringen warum ist der Tag schon vorbei? Da habe ich mich wohl mal wieder verschätzt. Gut, dass das Speichern vereinfacht wurde: Bei den Eulen kann nun jederzeit gesaved werden, ohne dass der Spielstand wie früher beim Laden gelöscht wird. Auch die aufwendigen, miteinander verknüpften Nebenquests, die zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten gelöst werden müssen, machen Laune. Für alle, die diese Perle auf dem Nintendo 64 verpasst haben, gilt: spielen! Das ist ein Befehl!
- 3-Tage-Zeitschleifen-Feature, 4 Tempel
- 24 Masken mit verschiedenen Fähigkeiten
- Zeitverlangsamung nur um den Faktor 2 (in der N64-Version war es Faktor 3)
- frei drehbare Kamera dank Schiebepad bzw. C-Stick
Keine Ermüdungserscheinungen: kluges 3D-Zelda mit raffinierter Zeit-Mechanik und coolen Verwandlungen.
| Singleplayer |  | 89 |
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| Grafik |  |
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