Die Xbox-Konsolen sollen, wenn’s nach Microsoft geht, nicht einfach nur als Spieleplattformen dienen, sondern “Entertainment” rundum bieten – vor allem durch exklusive TV-Inhalte.
Das es Microsoft Ernst damit ist, zeigt die Personalie Nancy Tellem: Diese war nichts Geringeres als die Chefin vom TV-Riesen CBS, bevor sie engagiert wurde, um die Entertainment- und Digital-Media-Sparte des Konzerns zu leiten. Damit obliegt ihr nun auch die Leitung des XboxLive-Programms.
In ihrer Wirkungstätte Hollywood hätten viele noch nicht “die Fülle an Erzählkunst und Produktionswerten von Videospielen” erkannt, erklärte sie gegenüber [a]list daily. Mit 48 Millionen Xbox Live-Abonnenten hätte Microsoft eine “größeres Publikum als DirecTV” . Dem wolle man Tribut zollen, indem man mit den Xbox Live-Inhalten nicht einfach nur “Zerstreuung” (“distraction”) bieten will – aus “Respekt vor den Abonennten”, welche sich – wie sie auch erklärte – natürlich längst im Visier der Werbeindustrie befinden.
Die ersten Shows für Xbox Live sollen bekanntlich im Juni starten; Steven Spielberg und Ridley Scott sind mit Halo-Projekten betraut; weiter angekündigt sind die Football-Talent-Show Every Street United, die 6-folgige Serie Signal to Noise, sowie das in Großbritannien produzierte Humans. Auch bestätigt: Deadlands, Extraordinary Believers, Fearless, Gun Machine, eine Show mit Sarah Silverman sowie mit Tim, Eric und Reggie Watts und Michael Cera von Arrested Development.
Bleibt abzuwarten, was wir davon hierzulande tatsächlich zu sehen bekommen – in der Vergangenheit blieb im deutschsprachigen Raum bekanntlich wenig von Microsofts früheren “Entertainment-TV”-Ambitionen hängen. Frage ist auch, ob man das wirklich haben möchte – wie steht Ihr dazu?