Viele Spieler hierzulande mag es wundern, aber der Verlust von Capcoms Japan-Gassenhauer Monster Hunter an den 3DS hat die Vita nicht nur in Japan ziemlich getroffen. Immerhin, andere Dritthersteller freut es, können sie doch jetzt mit eigenen Produktionen diese lukrative Genre-Nische besetzen. Wer alleine oder besser noch im Team überdimensionale Unholde jagen möchte, kann das nicht nur bei Ragnarok Odyssey und Soul Sacrifice tun, auch Tecmo-Koeis Toukiden: The Age of Demons schlägt nun präzise in die Monster Hunter-Kerbe. Ihr baut zuerst Eure Figur und wählt eine Waffengattung: Zur Wahl stehen Langschwert, Kurzschwerter, Speer, gepanzerte Handschuhe, Bogen und Kettensichel, natürlich könnt Ihr später auch wechseln. Kaum im Dorf Utakata angekommen, warten erste Quests und Missionen: Erledigt umherstreunende Oni, sichert Gebiete und bringt Mitbürgern begehrte Rohstoffe. Abgeschlossene Missionen füllen Eure Kasse und das Inventar damit könnt Ihr beim hiesigen Schmied Rüstungen und Waffen erstellen oder aufwerten.
Während kleine Oni nicht allzu viel einstecken, ist der Kampf gegen deren größere Artgenossen schon knackiger zum Glück helfen Euch Mitama, befreite Seelen früherer Helden, im Kampf. Die rüstet Ihr aus und profitiert von ihren Spezialfähigkeiten. So ladet Ihr Eure Lebensenergie durch erfolgreiche Attacken auf oder setzt besonders durchschlagende Manöver ein. Dabei ist auch Euer inneres Auge eine große Hilfe: Per Select-Taste oder Touchscreen erkennt Ihr versteckte Gegenstände und die Schwachpunkte großer Monster, um Attacken darauf zu konzentrieren und die XXL-Onis Stück für Stück auseinanderzunehmen. Wo Capcoms Monster-Jäger ihre schuppige Beute nach dem Sieg gründlich ausweiden, da werden gefallene Oni in einem kurzen Ritual gereinigt. Das Ergebnis ist dasselbe nur so kommt Ihr an besonders wertvolle Rohstoffe.
Dabei seid Ihr nur in den seltensten Fällen alleine unterwegs, meist begleiten Euch ziemlich fähige KI-Kollegen. Die greifen nicht nur selbstständig an, sie übernehmen auch das Reinigen gefallener Gegner und beleben Euch wieder, wenn die Lebensenergie zur Neige gegangen ist. Außerdem könnt und solltet Ihr natürlich mit menschlichen Mitspielern auf Oni-Jagd gehen: Das funktioniert nicht nur über lokale Verbindungen, auch online beschützt Ihr Utakata gemeinsam vor seinen dämonischen Angreifern. tn
Thomas Nickel meint: Bei Toukiden & Co. ist es müßig, von einem Monster Hunter-Klon zu sprechen, hat sich das Spielprinzip des Capcom-Superhits doch längst zu einem eigenen Untergenre gemausert. Und als ein solcher Vertreter funktioniert Toukiden ganz hervorragend: Das mystisch angehauchte, im Untergang begriffene alte Japan ist eine spannende Welt. Die Waffengattungen könnten zwar zahlreicher sein, fühlen sich aber gut an, das Sammeln von Mitama und das innere Auge bieten ein willkommenes Maß an Eigenständigkeit. Beim Kampf gegen XXL-Monster ist die Kamera zwar nicht immer ideal, dank zweitem Stick habt Ihr aber ausreichende Perspektiv-Kontrolle und der feine Vita-Bildschirm bringt die hübschen Landschaften sowie die herrlich hässlichen Monster besonders gut zur Geltung.
- gelungene Monster-Designs
- hervorragender Soundtrack
- saubere, präzise Kontrollen
Nicht ganz so komplexe Ungetümjagd wie Monster Hunter mit exzellenter Spielbarkeit, toller Technik und spannendem Setting.
| Singleplayer |  | 82 |
| Multiplayer |  |
| Grafik |  |
| Sound |  |