er es als Allround-Wintersportler zu etwas bringen will, muss gut ausgerüstet sein auch wenn man sich eigentlich nur auf der heimischen Couch betätigen will. Die erste Überraschung von Sotschi 2014 erwartet Euch bereits, bevor es auf Schnee und Eis um Bestleistungen geht: Um alles spielen zu können, müsst Ihr nämlich sowohl das GamePad als auch eine Remote Plus griffbereit haben, zwischen denen je nach Disziplin getauscht wird.
Eine Logik dahinter lässt sich nicht immer erkennen: So müsst Ihr z.B. bei Ski-Abfahrt und Snowboardcross Euren Sportler nahezu identisch durch Controller-Neigung dirigieren. Ersteres verlangt aber nach der Remote, Letzteres will das GamePad. Treten mehrere Spieler gleichzeitig an, wird es teils sogar etwas unfair: Dass etwa beim Eishockey derjenige, der mit dem Analogstick herumkurven kann, gegenüber den Digikreuz-Teilnehmern Vorteile hat, liegt auf der Hand. Findet Ihr Euch mit dem ständigen Wechselspiel ab, fällt auf, dass viele Disziplinen gegenüber dem 2009 erschienen Wii-Vorgänger leicht überarbeitet und erweitert wurden: Bei Abfahrten erhaltet Ihr z.B. durch knappes Streifen der Tore einen Temposchub, beim Skispringen schwebt Ihr eine halbe Minute durch die Luft und sucht nach Windböen und die Gesten während des Einskunstlaufs verlangen mehr aktiven Einsatz das funktioniert zwar alles grundsätzlich, verliert aber einiges vom simplen und einsteigerfreundlichen Charme. Der Olympia-Modus des Vorgängers wich einer abstrakten Story, die einfach alle Disziplinen aneinanderreiht statt einer Mario Party-artigen Mehrspieler-Runde tischt der Geschick & Grips-Modus überwiegend misslungene Mini-Aufgaben auf.
Sinnvoller fallen dagegen Erweiterungen aus, die mit Online und Statistiken zu tun haben: Zwar sind nur vier Renndisziplinen via Internet spielbar, dafür tragt Ihr für Euer gewähltes Land zu den Rekordlisten bei. Auf dem GamePad-Bildschirm klickt Ihr Euch durch virtuelle TV-Kanäle, in denen u.a. Eure Leistungen mit der Welt verglichen werden, die Leistungen Eurer Freunde verfolgt werden können und Hunderte freischaltbarer Boni wie Musikstücke und Mii-Outfits auf ihre Freischaltung warten.
Ulrich Steppberger meint: Kaum zu glauben: Auf der besseren Hardware macht die Maskottchen-Olympiade eine schlechtere Figur. Dabei gibt es bei der Disziplinenauswahl wenig auszusetzen, auch wenn die Traumsportarten eher einfallslos ausfallen. Die sinnfreie Idee, mal das GamePad und mal die Remote als Steuergerät vorzuschreiben, nervt dagegen schnell und bringt kaum Spielspaßgewinn je mehr Bewegungselemente genutzt werden, desto schwammiger fühlt sich die Kontrolle an. Generell sorgen unnötige Gimmicks bei den Sportarten für mehr Komplexität, die dem Spielspaß aber abträglich ist. Den Spielmodi fehlt es an Ideen und Charme, besonders die konfuse Geschick & Grips-Variante ist überflüssig. Kurz gesagt: Kramt wieder die 2010er-Wii-Winterspiele heraus die machen mehr Laune.
- 25 Disziplinen, 4 Rennvarianten davon auch online spielbar
- auch Solospieler brauchen sowohl GamePad als auch Remote
- viele nette Statistik-Gimmicks
Mäßiges Disziplinen-Tuning, ständige Controllerwechsel und fade Spielmodi: Vor vier Jahren machte die Winterolympiade viel mehr Spaß.
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