Neue Sony-Hardware und Ridge Racer das gehört einfach zusammen. Doch während die PlayStation Vita die Erwartungen weitgehend erfüllt, enttäuscht Namco-Bandais archetypischer Arcade-Raser.
Schuld daran sind mehrere Aspekte, bereits der Einstieg ist unerwartet nüchtern: Statt eines schicken Renderfilms mit Reiko Nagase passiert nichts. Der Eindruck, dass an allen Ecken und Enden gespart wurde, zieht sich durch das komplette Spiel. Langfristig motivierende Rennmodi für Offline-Spieler jenseits einzelner Läufe und Zeitfahrten? Gibt es nicht. Auch die Online-Optionen, bei denen Ihr indirekt rivalisierende Rennställe herausfordert, sind nicht sonderlich prickelnd.
Das wäre verschmerzbar, würde dafür der Umfang stimmen. Doch hier setzte Namco-Bandai den Rotstift am radikalsten an: In der Grundausstattung gibt es mickrige drei Kurse (allesamt von Ridge Racer 7 übernommen) und fünf Vehikel, wobei die sich nur noch kosmetisch unterscheiden das Driftverhalten legt Ihr nun bei allen über einen Schieberegler im Menü fest. Wer mehr haben will, wird für DLC-Pakete zur Kasse gebeten. Käufer der Erstauflage bekommen immerhin das erste Gold-Pass-Set mit drei weiteren Strecken und fünf Autos gratis, das bis Ende März erscheinen soll. Dabei gilt der Gutschein nur bis Ende des Jahres wer sich die digitale Fassung von Ridge Racer lädt, erhält ihn gar nur bis zum 31. März, sonst werden knapp 7 Euro fällig. Und schließlich folgt ab April das Silber-Pass-Paket mit ähnlichem Inhalt, das 6 Euro kostet.
Wer sich das alles so gefallen lässt, ärgert sich über andere Dinge, die so nicht zu erwarten waren: So müsst Ihr hinnehmen, dass die Bildrate nicht nur weit weg von den erhofften 60 Bildern pro Sekunde ist, sondern auch regelmäßig ins Stottern kommt. Dass das driftlastige Fahrgefühl trotzdem noch astrein zur Geltung kommt, erstaunt umso mehr.
Letztlich müssen auch glühende Verehrer der Reihe konstatieren: Hier wird trotz aller Kritik zwar keine PS-Katastrophe abgeliefert, aber doch das schlechteste Ridge Racer der langen Seriengeschichte und das ist traurig.
- 3 Kurse, 5 Fahrzeuge in der Basis-Fassung
- zusätzlicher DLC bereits geplant und für Erstkäufer teils gratis
- nur Einzelrennen möglich, keine Karriere
- Online-Features setzen auf Rivalitäten
Ulrich Steppberger meint: Was hat sich Namco dabei gedacht? Auch wenn Erstkäufer immerhin die erste Download-Ladung gratis bekommen, wird viel zu wenig Umfang geboten. Gerade im Offline-Bereich sind nur Einzelrennen zu wenig, zumal das Preisgeld-Sammeln in monotones Grinden ausartet. Noch mehr enttäuscht die hingeschluderte Technik: Ridge Racer stand auf leistungsfähiger Hardware der Neuzeit stets für stabile 60 Bilder pro Sekunde auf der Vita werden nicht einmal die Hälfte gehalten, regelmäßige Ruckler sind an der Tagesordnung. Nur das dennoch gelungene Fahrgefühl mit seinen herzhaften Drifts erinnert an gute alte Vollgas-Zeiten.
Magerfassung der Arcade-Raserei mit Grafikschwächen, aber dem altbekannten feinen Fahrgefühl.
| Singleplayer |  | 61 |
| Multiplayer |  |
| Grafik |  |
| Sound |  |