Der Deutsche Computerspielpreis hat seit seiner Einführung im Jahr 2009 mit der Kritik zu kämpfen, dass nur Spiele mit dem Prädikat “pädagogisch wertvoll” ausgezeichnet werden dürfen. Warum diese Einschränkung? Es handelt sich beim Deutschen Computerspielpreis um eine Auszeichnung, die von Branchenverbänden (staatlich eingetragene Vereine) und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien vergeben wird. Ein gewalthaltiges Game oder gar ein verteufeltes “Killerspiel” auszuzeichnen, wäre politisch also in höchstem Maße inkorrekt.
Das macht es für Spiele, die sich an Erwachsene richten, natürlich unmöglich, den Preis zu gewinnen. So auch im vergangenen Jahr, als Dragon Age und Uncharted 2 – in Deutschland ab 18 bzw. 16 freigegeben – in der Kategorie “Bestes Internationales Spiel” nominiert waren. Was für ein Zeichen hätte die Politik setzen können, hätte ein solches Spiel gewonnen? Stattdessen nominierte man Anno 1404 nach, das den Preis auch prompt gewann.
Anstatt sich einzugestehen, dass auch gewalthaltige Spiele hin und wieder eine Auszeichnung verdienen, und die Debatte um “Killerspiele” weiterzuführen, hat die Politik einen Weg gefunden, sich um die Gewaltfrage zu drücken. Man wirft die Verleihung des Deutschen Computerspielpreises einfach mit der Verleihung der LARA Awards zusammen.
Die Kategorie “Bestes Internationales Spiel” wird abgeschafft. Der vom privaten Zeitschriftenverlag Gruner+Jahr vergebene LARA kann schließlich auch an pädagogisch fragwürdige Titel vergeben werden. Da die Preisträger der LARA Awards zudem von einer anderen Jury bestimmt werden, laufen die Lehrer, Professoren und Bundestagsabgeordneten in der Jury des Deutschen Computerspielpreises nicht Gefahr, sich an dem heiklen Thema die Finger zu verbrennen.
Die Verleihung des Deutschen Computerspielpreises Schrägstrich LARA Awards findet am 30. März im Haus der Kunst in München statt.








