Habt Ihr das auch mitbekommen? In diesem Jahr wurde erstmals ein Lied aus einem Spiel für den Grammy-Musikpreis nominiert. Zwar ist Christopher Tins Baba Yetu aus dem PC-Hit Civilization IV schon etwas älter, doch die südafrikanische Gospelnummer geht noch immer gut ins Ohr. Doch warum hat das so lange gedauert, bis die Verantwortlichen auf Zockermusik aufmerksam wurden? Seit vielen Jahren gibt es in Videospielen mitreißende Kompositionen und traumhaft schöne Lieder. Zusammen mit meinen Kollegen habe ich mich auf die Suche nach unvergesslichen Songs gemacht Instrumentalstücke lassen wir dabei außen vor es gibt einfach zu viele davon.
UPDATE: Der Nominierte hat gewonnen! Am 13. Februar 2011 wurde Baba Yetu als bestes Instrumental-Arrangement mit begleitenden Vokalisten ausgezeichnet. Für Publisher Take 2 ein Grund zum Feiern, für uns Anlass, den Sieger und weitere Highlights noch einmal auszugrabenl
Los geht’s mit dem Gewinnertitel!
Christopher Tin Baba Yetu (Civilization IV):
Schon auf der ersten PlayStation gab es eine Reihe von Spielen, die sich mit markanten Melodien oder witzigen Texten in unsere Gehörgänge gefressen haben. Unvergesslich natürlich Soul Blade das erste Spiel, das ich mir damals für die PlayStation gekauft habe.
Intro (Soul Blade):
Neben Soul Blade ist mir bis heute auch ein äußerst witziges Gitarrenstück aus dem sauschweren, wunderschönen Jump’n’Run Skull Monkeys in Erinnerung geblieben achtet auf den Text!
Terry Scott Taylor Little Bonus Room (Skull Monkeys):
Auf Empfehlung meines Kollegen Tobias darf auch das abgedrehte PSone-Adventure Discworld 2 nicht fehlen, schließlich gibt hier Monty-Python-Mitglied Eric Idle als Tod ein Ständchen zum Besten:
Eric Idle That’s Death (Discworld 2):
Wir bleiben noch immer in der PSone-Ära, immerhin hatte die Final Fantasy-Reihe schon vor Teil 13 und Leona Lewis poppige Melodien mit Hitcharakter mit Gesang im Angebot. Schmalzig? Sicherlich. Süß? Auch. Trotzdem schön!
Faye Wong Eyes on me (Final Fantasy VIII):
Bei der Auswahl des folgenden Stückes habe ich lange mit mir gerungen, schließlich bietet jeder Teil der Metal Gear Solid-Serie eingängige Songs vom Bond-inspirierten Snake Eater aus Teil 3 über die Streicher-Version von Here’s to you in Teil 4 aus der Feder der Folk-Ikone Joan Baez bis zur schmissigen J-Pop-Nummer Love Deterrent im Handheld-Epos Peace Walker. Doch ich entscheide mich für den Klassiker aus dem ersten Teil, weil er mir damals in der Endsequenz so nahe ging.
Aoife Ní Fhearraigh The Best is yet to come (Metal Gear Solid):
Etwas weniger elegisch und schwermütig ging es wenige Jahre später auf dem N64 zur Sache. Die inbrünstige Kot-Arie des singenden Fäkalklumpen aus Conker’s Bad Fur Day wird auf ewig unvergessen sein. Dass dabei der Text außerordentlich gewitzt ausfällt, sollte angesichts der provokanten Inszenierung nicht übersehen werden.
Sloprano The Great Mighty Poo Song (Conker’s Bad Fur Day):
Gefühlvoller wird es in der PS2-Ära, in der wir ebenfalls ein paar wunderschöne Vertreter gesungenen Liedgutes aufspüren. Los geht’s mit finnischem Poprock von Poets of the Fall, die in diesem Jahr auch Alan Wake mit ihrem musikalischen Schaffen bereicherten.
Poets of the Fall Late Goodbye (Max Payne 2: The Fall of Max Payne):
Nicht minder gefühlvoll, mitreißend und hitverdächtig sind seit jeher die Soundtracks der Silent Hill-Reihe. Seit dem dritten Teil finden sich auf diesen nicht nur schräge Industrial-Noise-Collagen, sondern auch rockige Nummern mit gelegentlichem Trip-Hop-Einschlag. Aus der Vielzahl feiner Songs, die mal von Mary Elizabeth McGlynn, mal von Joe Romersa intoniert werden, greifen wir exemplarisch ein Lied des dritten Teils heraus weil am Ende das Mandolinen-Intro des ersten Spiels wieder aufgegriffen wird und so ein schöner thematischer Bogen gespannt wird.
Joe Romersa Hometown (Silent Hill 3):
Auch auf aktuellen Konsolen finden sich Beispiele, die mehr Beachtung durchaus verdient hätten. Ich schätze beispielsweise die Arbeit des französischen Komponisten Olivier Deriviere sehr. Der hat nicht nur die beiden ObsCure-Horrorgames genial vertont, sondern auch das überambitionierte Alone in the Dark. Man mag vom Spiel halten, was man möchte der Soundtrack ist klasse. Und wenn bei folgendem Musikstück Held Edward Carnby im Auto vor der finsteren Macht flüchtet, während ganze Straßenzüge zu Bruch gehen, dann verfehlt die Szene kaum ihre Wirkung.
Olivier Deriviere Who am I (Alone in the Dark):
Den meisten Spielern unvergessen dürfte jedoch folgendes Liedchen aus der Feder von Jonathan Coulton sein.
Ellen McLain Still Alive (Portal):
Damit beende ich meinen Streifzug durch die Videospielmusik. Freilich ließen sich noch zahlreiche Lizenztracks, Instrumentalstücke oder Gastauftritte wie der von In Extremo in Gothic oder jener der deutschen Metal-Barden von Blind Guardian in Sacred 2 nennen.
Doch das überlasse ich Euch. Welche Lieder mit Gesang sind Eurer Meinung nach hitverdächtig und hätten die Aufmerksamkeit des Mainstreams verdient? Diskutiert mit!









