Air Twister – Yu Suzuki lässt es krachen

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Dieser Artikel stammt aus der M! 347 (August 2022).

TOKIO • Nach der Veröffentlichung von Shenmue III Ende 2019 war es lange still um die ehemalige Sega-Ikone Yu Suzuki, jetzt ist der Großmeister wieder aufgetaucht. Wer nun denkt, das Branchen-Urgestein würde das Epos von Ryo Hazuki weiter vorantreiben, liegt falsch: Vielmehr hat sich Suzuki seiner ruhmreichen Arcade-Tage besonnen und spendiert uns mit seinem neuen Werk eine unterhaltsame Neuinterpretation eines Baller-Klassikers. Air Twister heißt das seit Kurzem exklusiv im Spiele-Abodienst Apple Arcade für iOS-kompatible Geräte erhältliche Werk, das unverkennbar in die Fußstapfen von Space Harrier tritt. Dort schlüpfen wir in die Rolle der blonden Prinzessin Arch, die sich zur Rettung ihres Planeten eine Wumme schnappt und durch zwölf Levels schwebt, um von allen Seiten und aus der Tiefe heranrauschende Feinde zu eliminieren. Dabei macht sich die zweite eindeutige Inspirationsquelle bemerkbar: Nicht nur optisch erinnert einiges an Panzer Dragoon. Wie bei Segas Saturn-Hit von 1995 könnt Ihr mehrere Gegner markieren und dann mit einer Salve ganze Formationen abschießen. Das funktioniert mittels Touchscreen-Steuerung ordentlich, auch wenn sich gleichzeitiges Bewegen und Ballern nicht immer ideal kombinieren lässt.

Neben der satten Portion Nostalgie sorgt die eigenwillige Inszenierung für den größten Reiz: Die skurrilen Szenarien mit teils ungewöhnlichen Endbossen sind farbenfroh und machen auf halbwegs aktueller iOS-Hardware auch technisch eine ansehnliche Figur. Begleitet wird die Action vom pompösen Soundtrack aus der Feder des niederländischen Symphonic-Rock-Komponisten Valensia, der sich wie eine reizvolle Neuinterpretation der ”Bohemian Rhapsody” von Queen anhört. Das alleine lohnt sich schon, einmal erlebt zu haben. Dank einer Vielfalt von freispielbaren Extras und Spielmodi qualifiziert sich Air Twister zudem als launiges ”Für eine Runde zwischendurch”-Spiel. Bleibt nur noch zu hoffen, dass es wie viele andere Apple-Arcade-Spiele auch einmal den Weg auf ”echte” Konsolen finden wird.

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Rudi Ratlos
28. September 2022 11:43

@tabby Argh, danke – hab die beiden hier tatsächlich verwechselt ?

28. September 2022 11:24

Wäre mir jetzt neu, dass Yu Suzuki Balan Wonderworld designt hätte. Soweit ich weiß, hatte der überhaupt nichts mit dem Spiel zu tun. Wohl eher Yuji Naka.

Max Snake
28. September 2022 10:48

Hoffe kommt es für anderen System.

Rudi Ratlos
28. September 2022 10:37

Beruhigend zu wissen, dass es der gute Yu anscheinend noch nicht verlernt hat, gute Spiele zu designen – was nach der Balan-Vollkatastrophe ja keine Selbstverständlichkeit ist.

genpei tomate
27. September 2022 18:54

Als Arcade Game bis sagen wir mal, Dreamcast Ära hätte es mir noch gefallen. Aber als Rail vermisse bei dem, was ich gesehen habe, vielleicht die Rasanz älterer Werke.
Komisch auch, dass der gute Yu zwar ( mit seinem unverkennbaren Stil) noch an solchen Konzepten werkelt, aber sein “eigentlicher” Abschieds-Geschenk an Space Harrier Fans, Planet Harriers, nämlich, nie zu Hause gesichtet wurde.

27. September 2022 18:40

Hab mir mal etwas Gameplay auf YouTube angeschaut. Das alles wirkt, vor allem auch noch Aufgrund des Soundtracks, wirklich ziemlich skurril, aber nicht uninteressant.
Würde ich mir auf Switch zumindest auch mal etwas näher anschauen.