Atari

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Am 21. Januar 2013 meldete Atari Inc. in den USA die Insolvenz an – und markierte damit den vorläufigen Schlusspunkt der Traditionsmarke, die in ihrer wechselvollen Geschichte als Videospielpionier zuletzt nur noch ein bloßer Name war.

Doch bekanntlich lässt sich auch mit Namen Geld machen – und das war auch das Einzige, was die Aktionäre interessierte, kritisierte Nolan Bushnell im Interview mit VG247: “Im Grunde [] wurde Atari durch eine Reihe von Aktionären missbraucht, die eigentlich nur an den Lizenzeinnahmen durch die Marke interessiert waren, aber nicht wirklich am Spiele-Business“, fluchte der Atari-Gründer.

Bushnell verließ das Unternehmen zwar schon 1979, 2010 holte man ihn aber wieder zurück in den Aufsichtsrat – als Berater. Doch die neue Besitzerin der Marke, Infogrames S.A., die sich 2009 in Atari S.A. umbenannte, wollte nicht wirklich seine Rat: “[…] ich war ein Jahr im Vorstand, aber es war klar, dass alles nur Augenwischerei war; es ging nicht um Inhalte, man hat gar nicht versucht, etwas Einzigartiges und Interessantes zu machen.”

10 Millionen Dollar an Lizenzgebühren nahm Atari jedes Jahr ein – allein durch T-Shirts oder Gadgets, erklärte Bushnell. Aber man schröpfte nur den Namen, oder wie er es formulierte: ” […] es war, als hätte man die Gans getötet, die goldene Eier legt.”

Letztendlich verwaltete man also nur die Vergangenheit und unternahm nicht den Versuch, die Firma in die Gegenwart zu bringen. Doch Bushnell gab sich kämpferisch: Es stellte sich heraus, dass es schwer sein wird, eine Marke wie Atari ganz zu töten.


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YPS
YPS
4. Juli 2013 22:27

Hat Bushnell nicht sogar auch Atari dann an Time Warner (oder damals noch Warner Bros) vertickert?Anyway, ne schillernde Figur ist er trotzdem gewesen.Jack Tramiel soll ja ein änlicher Charakter gewesen sein.

Walldorf
4. Juli 2013 14:41

Doch, er hat Pong entwickelt. Bushnell hat nur ein Spiel mit ähnlichem Prinzip auf einer Messe gesehen und dann Acorn mit der Produktion von Pong beauftragt. Dieses basiert ja auf der Idee von Tennis for Two, das es schon seit 1958 gibt.

SxyxS
4. Juli 2013 14:22

Acorn hat pong auch nicht entwickelt.(auch nicht nintendo;)irgendein typ namens Baer in zusammenarbeit mit Harrison u Rusch waren es.von dem hat man dann die konsole als auch das Spiel geklaut.In etwas so wie Marconi Tesla das Radio geklaut hat.

Walldorf
4. Juli 2013 13:40

[quote=monk]

Da hat der gute Mann leider recht, nur geld ist heute noch wichtig!

[/quote]Anfang der 1990er Jahre verurteilte ein Gericht Bushnell wegen Bankbetruges, er scheint dem schnöden Mammon also auch nicht abgeneigt zu sein.Er ist wirklich nicht der Messias des Spielebusiness. In The Ultimate History of Videogames stehen auch ein paar interessante Sachen drin, er war ein ziemlich launischer Chef, der ständig seine Meinung änderte. Allan Alcorn hat die Hauptarbeit bei Atari geleistet, er hat Pong und das Atari VCS 2600 entwickelt.

kevboard
4. Juli 2013 12:08

[quote=AkiraVingard]

Schade das Atari Geschichte ist.
Es war für seine Zeit eine einmalige Idee/Firma, ohne der die heutigen Pc´s/Konsolen und Games nicht so aussehen würden wie heute.
Wer weis wen es als nächstes ewicht…Nintendo? Sony?MS?oder???

[/quote]nana nicht so negativ. also Sony und Microsoft sind schonmal keine reinen Videospiel firmen, die gehen vielleicht wenns ganz schlimm läuft einfach wieder andere wege und lassen die Videospiel sparte hinter sich.Und Nintendo hat so viel kohle dass selbst wenn sie jedes jahr millionen verluste machen würden immernoch 50 jahre lang weiter machen könnten… wenn sie wollen würden :DWäre ja aber ein gefundenes Fressen für den kleinen Ryuk in deinem Profilbild um seine Lebenserwartung zu erhöhen xD also gleich mal ins DeathNote eintragen 😉

AkiraVingard
4. Juli 2013 11:13

Schade das Atari Geschichte ist. Es war für seine Zeit eine einmalige Idee/Firma, ohne der die heutigen Pc´s/Konsolen und Games nicht so aussehen würden wie heute.Wer weis wen es als nächstes ewicht…Nintendo? Sony?MS?oder???

monk
4. Juli 2013 10:36

Da hat der gute Mann leider recht, nur geld ist heute noch wichtig!

Anonymous
Anonymous
4. Juli 2013 10:21

Großer Name – Große Fehler – Großer Absturz.Nolan Bushnell kann einem wirklich leid tun.

Beeberman
4. Juli 2013 10:13

Kann ich so nur zustimmen. Von Infograms aka Atari kam nur noch mist