Wer Kinect sein Eigen nennt und nichts gegen etwas Bewegung hat (was in diesem zusammenhang wohl selbstverständlich sein dürfte), sollte in den letzten Jahren schon mal mit Dance Central Bekanntschaft gemacht haben: Denn die Tanzspiel-Reihe von den Rock Band-Machern Harmonix dient als Paradebeispiel, dass Microsofts Peripherie in sachen Bewegungserkennung tatsächlich ganz schön was drauf hat – und Spaß macht sie auch noch jede Menge. Allerdings braucht es ein gewisses Maß an Talent und Lernbereitschaft, um die Choreographien vernünftig zu absolvieren, während es die Konkurrenz-Titel von Ubisoft wesentlich lockerer nehmen und damit offensichtlich spürbar mehr Käufer einfangen – so ungerecht ist die Welt.
Ob sich an diesem Kräfteverhältnis mit Dance Central 3 viel ändern wird, ist fraglich, verdient hätte es Harmonix aber: Denn die fleißigen Entwickler geben sich unverkennbar Mühe, ihr Werk einer breiteren Masse schmackhaft zu machen. Am Basiskonzept wird dabei natürlich nicht gerüttelt, wie gehabt werden einzelne Moves erstaunlich genau abgefragt, doch im Rahmenprogramm kommen auch weniger versierte Tänzer zum Zug.
So sorgt eine schräge Rahmenhandlung rund um Zeitreisen, großzügig versehen mit etwas “Men in Black”-Ambiente für neue Impulse, die auch Frischlinge dank eines neuen “Anfänger”-Schwierigkeitsgrads genießen können, der automatisch aktiviert wird, wenn Ihr selbst auf “einfach” nicht klar kommt. Das ist nett, doch noch launiger fallen die frischen Minidisziplinen im Partymodus aus: So gehts hier nicht mehr nur in die klassischen Tanzduelle, sondern Ihr müsst z.B. einfach Posen am Stück nachstellen oder mit ungescripteten Moves den Rhythmus halten – gerade letzteres ist relativ entspannt und sollte Frusterlebnisse verhindern. Beim Trendpsort abgeschaut hat man sich schließlich “Horse”: Hier vollführt einer einen Eigenbau-Move, den der andere möglichst genau nachahmen muss.
Also alles vielversprechend, optisch wie gewohnt schick verpackt und zur Krönung mit einer massentauglicheren Songliste versehen, deren bereits enthüllte Titel aus vier Jahrzehnten Ihr auf der nächsten Seite findet – spürbar weniger Hiphop und mehr Europa-kompatible Ohrenkost ist dabei, wenn auf dem 19. Oktober die Gliedmaßen zappeln.
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