Geldgier oder Chance? Insomniac gründet Social-Games-Abteilung

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Am vergangenen Samstag gab der US-Entwickler Insomniac Games in einem Blog-Post und im Rahmen der SXSW Interactive bekannt, dass eine neue Abteilung gegründet wurde, die sich auf Social Games spezialisiert. Unter dem Label Insomniac Click sollen in Zukunft Spiele veröffentlicht werden, die vor allem für die Nutzer von Smartphones und das Facebook-Publikum bestimmt sind.

In seinem Eintrag schreibt Insomniacs Kreativleiter Brian Hastings, der u.a. an der Ratchet & Clank-Serie mitgearbeitet hat, dass herkömmliche Videospiele so kompliziert geworden seien und z.T. so viele Fertigkeiten und Vorkenntnisse erforderten, dass das Medium einen großen Personenkreis von vornherein ausschlösse. Dies treffe gerade auf die am aufwändigsten und teuersten produzierten Produkte zu. Daher sollen von Insomniac Click nun die Qualitäten der bisherigen Werke – die als komplexe Welten, gehaltvolle Storys und gute Spielbarkeit bezeichnet werden – auch auf diese neuen Medien übertragen werden. Es folgt eine längere Abhandlung der Frage, was Spiele überhaupt ausmache und ob Social Games eigentlich als solche bezeichnet werden könnten. Hastings kommt zu dem Schluss, dass viele Facebook-Spiele bisher eher Aktivitäten glichen, da keine Probleme gelöst, sondern bestenfalls Ziele erreicht werden müssten. Er fügt aber auch hinzu, dass sich eine Entwicklung hin zu anspruchsvolleren Games beobachten lasse.

Abgesehen davon, dass sich Insomniac Click also das Ziel gesetzt hat, “richtige“ Spiele herzustellen, werden noch folgende Designphilosophien genannt, welche die kommenden Titel von der breiten Masse abheben sollen:

  • Die sozialen Interaktionen (also das gegenseitige Beschenken oder der Warentausch) sollen nicht nervtötend, sondern für beide Seiten unterhaltsam sein.
  • Anstatt durch Pop-Ups, Status-Update-Spam oder auf den teuersten möglichen Wert eingestellte Mikro-Transaktionen usw. übers Ohr gehauen zu werden, soll der Spieler in erster Linie durch ein gut gemachtes Spiel zum Wiederkommen und Zahlen gebracht werden.
  • Es soll die Spieltiefe von Konsolentiteln erreicht werden.
  • Die Spiele sollen für jedermann leicht zugänglich sein, aber Monate an Übung erfordern, um sie richtig zu meistern.
  • An erster Stelle soll der Spaß stehen.

Außerdem hob Hastings noch einmal hervor, dass Click ein neues Studio sei, an dem außer ihm kein Insomniac-Personal arbeite und für das neue Mitarbeiter eingestellt wurden, so dass niemand befürchten müsse, dass Ressourcen für Konsolenprojekte wie Resistance 3 anderweitig eingesetzt würden. Es wurde auch eher ausgeschlossen, dass bereits existente Charaktere für diese Unternehmungen herhalten müssten, so dass sich Fans erst einmal keine Sorgen machen brauchen, dass Ratchet nun unter die Farmer geht.

Es fällt auf, dass beinahe der gesamte Post eigentlich eine Rechtfertigung dafür ist, dass in Zukunft auch das große Marktpotenzial der Spiele für soziale Netzwerke genutzt werden soll, auf welche von vielen Gamern herabgeblickt wird. Und tatsächlich gehen mit ähnlich lautenden Ankündigungen aus den Reihen von Traditionsstudios wie Atari, Konami, Rebellion (Aliens vs. Predator) und Square Enix auch immer Unkenrufe einher, dass man versuche, das schnelle Geld zu machen und am Ende evtl. die Core-Gamer in die Röhre gucken müssten. Zum Teil scheint diese Sorge auch berechtigt – so wurde jüngst bekannt gegeben, dass bei Hudson Soft die US-Zweigstelle geschlossen und der Fokus nach einer Umstrukturierung zukünftig auf die Herstellung von Social Games gelegt werde (wir berichteten).

Man kann es aber auch so sehen, dass zwei vollends unterschiedliche Märkte bedient werden und daher annehmen, dass die Entwickler, wie im Fall von Insomniac, eher expandieren als eine Kehrtwende einzulegen, um so auf mehreren Feldern Fuß zu fassen. Hier muss der weitere Verlauf beobachtet werden. Es bleibt zudem zu hoffen, dass die meisten Studios auch so ambitioniert sind, dass sie nicht nur Spiele entwickeln wollen, die lediglich nebenbei als Zeitvertreib gespielt werden, und daher auch weiterhin kreativ auf den Konsolen wirken. Überdies kann man sich von dem Wirken etablierter Entwickler auf dem Social-Games-Sektor eine Qualitätssteigerung versprechen, so dass die Facebook-Spiele auch für den Core-Gamer etwas interessanter werden. Hinzu kommt, dass bessere und außergewöhnliche Spiele, die in den sozialen Netzwerken von einem riesigen Publikum gespielt werden, für noch mehr Akzeptanz unserer Spiele-Leidenschaft führen könnten, oder sogar den einen oder die andere anregt, über den Tellerrand zu schauen und sich endlich eine Konsole zuzulegen.

Mayhem
I, MANIAC
Mayhem

Überflüssig! Ich will Software in physischer Form haben!

Beeberman
I, MANIAC
Beeberman

Ich glaube ihr habt einfach die falschen Erfahrungen damit gemacht!Zockt mal die Siedler Online! Das ist ein fast vollwertiges Spiel und sieht auch grafisch so aus! Mit Geldgier hat das nichts zu tun, man darf einfach solche Trends nicht verpassen oder wie es die Maniac ja auch mal so schön geschrieben hat “”wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit!””

Dr. Mario
I, MANIAC
Dr. Mario

Nach dem Wort “”Social-Games”” musste ich erst mal zum gepflegten Übergeben das Badezimmer aufsuchen – die sollte lieber ein gutes und umfangreiches (!) Ratchet & Clank-Spiel machen, bevor sie auf die Zeitgeist-Droge “”Social Schwachsinn”” aufspringen.

DerSebomat
I, MANIAC
DerSebomat

Ich bin kein Fan von Social-Games, aber ein großer Fan von Insomniac Games………hm, einfach mal abwarten und Tee trinken.