Mega Deals zum Jahresstart

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Sony schnappt sich Bungie

Die beiden US-Übernahmen sind kaum verdaut, gerade erst ins M!-Layout gewandert, da haut auch Japans Sony-Konzern auf den Tisch beziehungsweise schiebt 3,6 Mrd. US-Dollar rüber. Zwei Wochen nach dem CoD-Schock kauft Sony mit Bungie 1.000 US-Köpfe, die auf PvP/PvE-Schlachtfelder und Shooter-­Communities spezialisiert sind. Um die Größenordnungen im Blick zu behalten: Diese Game-Übernahme ist eine der ”Top 5”, seit Warners Atari-Kauf vor 45 Jahren. Andererseits wiegt sie nur einen Bruchteil der beiden anderen Januar-Transaktionen: Take 2 zahlt das Drei- bis Vierfache für Zynga, Microsoft fast 20-mal so viel für Activision!

Im Gegensatz dazu erwirbt Sony keine ­Studiogruppe und keinen IP-Katalog, sondern eine übersichtliche Firma und genau eine etablierte Marke: Während Halo weiterhin bei Microsoft liegt, wird der spielerische Nachfolger Destiny (dessen Rechte Activision 2019 abtrat) alleiniges Eigentum von Sony. Ebenso Bungies ”wahnsinnig eindrucksvolle Zukunftspläne”, die PlayStation-Chef Jim Ryan hervorhebt, aber nicht ausführt; es bleibt unklar, ob man mit allen Ressourcen am Destiny-Universum oder an weiteren Triple-A-Spielen feilt.

Guerrilla, Bend, Housemarque, Insomniac: Action-Studios und Shooter-Know-how hat Sony genug, doch eine gut frequentierte Online-Arena, wie sie EA, Take 2 und Microsoft pflegen, ein Free-to-Play-Spielplatz mit Event-, Quest- und Season-Updates fehlt der PlayStation-Familie bislang. Bungies Exper­tise soll den Auf- und Ausbau, die Versorgung und Pflege von Multiplayer-Gemeinschaften konzernübergreifend unterstützen: ”Multiformat-Erfahrung und Live-Game-Können helfen den PlayStation-Plänen jenseits der Konsole, vergrößern die Zielgruppe”, meint Ryan und beteuert am 31. Januar auf dem PlayStation-Blog: ”Bungie wird multiplattform bleiben und genießt kreative Freiheit.” Das beantwortet die brennendste Frage der Fans: Ebenso wie Microsoft bestehende Verträge achtet und CoD nicht umgehend zum reinen Xbox-Vergnügen macht, wird sich auch für Destiny 2 kurzfristig nichts ändern – der Sci-Fi-Kosmos bleibt offen für Windows-, Xbox- und Stadia-Spieler. Langfristig wiederum wird die Frage, welche der großen Marken und ­Communities hardwareübergreifend laufen und welche plattform­exklusiv, von Strategie und Verhandlungen der Konzerne beantwortet werden. Bungies Übernahme kann man durchaus als ­Reaktion auf Microsofts Activision-Kauf betrachten: Destiny ist nicht so mächtig wie CoD oder gar ­Fortnite, aber als Nonstop-Ballerei mit globaler Gemeinde, kontinuierlichen Erweiterungen und Cross-Play ein Rivale mit verwandter Zielgruppe. Die ­PlayStation-Studios sichern sich einen hervorragend gepflegten Free-to-Play- und Ego-Shooter-Treffpunkt und verbessern ­ihren Spielraum in Verhandlungen mit anderen Plattform-Anbietern. Wie bei den meisten Übernahmen der letzten Monate geht es sowohl um Game-Technik und Marketing-Power als auch um Namen und Rechte: ”Die Erfinder des größten Microsoft-Spiels gehören nun Sony”, schmunzelt das Branchenblatt MCV: ”Fair, da Microsoft wiederum Crash Bandicoot hat.”

Wir sind gespannt, wie sich die Januar-Deals auf PS Plus, Game Pass & Co. auswirken, und sehen letztjährige Einschätzungen bestätigt: Sony ist die einzige japanische ­Firma, die im Übernahmerennen ganz vorne mitläuft und gerne in bewährte Partner inves­tiert. Nach Housemarque, Firesprite und den Konver­tierungsfirmen Nixxes und Bluepoint wird Bungie zum 17. PlayStation-Studio.

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