Andrew McMillan hat wieder etwas zu berichten. Nachdem McMillan zuvor schon über schlechte Arbeitsbedingungen bei Team Bondi berichtet hat legt er nun Internas auf den Tisch. Diese zeigen Team-Bondi-Boss Brendan McNamara nicht gerade von seiner besten Seite. Lange Arbeitszeiten waren bereits normal, allerdings wurden diese über Monate hin von den Mitarbeitern unter widrigen Umständen gefordert. Dies war auch Anlass für die hohe Fluktuation während des Projektes. In den Dokumenten wird McNamara zudem als “aggresiv und fordernd” bezeichnet.
Brendan McNamara äußerte sich bereits zu einigen der vorgeworfenen Punkte, allerdings stritt er keinen der Punkte ab, sondern deutete diese um. “Wer seine Vision umsetzen will, müsse sich eben durchsetzen im Team”, so wird McNamara zitiert. Außerdem habe auch er selbst Überstunden wie alle anderen geschoben.
Erste Untersuchungen der Entwicklervereinigung IGDA (International Game Developers Association) haben bereits begonnen – allerdings ohne große Aussicht auf Erfolg, da deren Einfluss eher gering ist.
Das offizielle Statement von Rockstar steht noch aus. Dort ist man bekanntlich auch kein Kind von Traurigkeit, wenn es um das Thema Arbeitsbedingungen geht. Der Mutterkonzern Take-Two hat derweil durchblicken lassen, dass man L.A. Noire durchaus als eigenständige Marke auffasse. Eine Fortsetzung mit Team Bondi scheint eher unwahrscheinlich.
Ehemalige Mitarbeiter liesen durchblicken, dass das Verhältnis zwischen Team Bondi und Rockstar zerrüttet sei. Team Bondi Chef McNamara betrachtet seine visionäre Umsetzung zwar als Erfolg. Allerdings hat dieser einen fahlen Beigeschmack. Rockstar hat sich in den letzten zwei Jahren stark eingebracht und nicht nur viel Geld in die Vermarktunge gesteckt, sondern hat auch bei der Entwicklung tatkräftig unterstützt. Es wurden etliche “wahnwitzige” Entscheidungen des Team Bondi Managements korrigiert, umso das Projekt noch erfolgreich zu beenden.
Auch auf das Qualitätsmanagement und das Personalmanagements hatte Rockstar Einfluss genommen, um Team Bondi bei der Entwicklung zu unterstützen.
Rockstars ursprüngliches Ziel war, dass aus Team Bondi so etwas wie Rockstar Sidney wird – je mehr sie aber mit dem Team Bondi-Management zusammenarbeiteten, desto mehr kamen sie zur Erkenntnis, dass das eine furchtbare Idee war.
Einige der Streitigkeiten zwischen Rockstar und Team Bondi werden auch in veröffentlichten E-Mails deutlich, in denen die Teamleitung außerdem die Arbeitszeiten und das Entgelt rechtfertigt.
Die oft bemängelte leblose Umgebung beruht unter anderem drauf, dass es seit 2008 keinen Lead-Animator mehr gegeben hat.









Wäre es nicht weitaus sinnvoller gewesen, das Team Bondi-Management zu infiltrieren, indem man einige fähige Männer, denen man vertraut, zwangsweise dort einsetzt. Das wäre doch auch für zukünftige LA Noir-Projekte von Vorteil gewesen, ist die Auswechslung eines Entwicklers doch nie so ganz ohne Verlust des gewissen Etwas, welches ein Spiel/eine Marke ausmacht.