
Eigentlich darf man überrascht sein, dass es so lange gedauert hat: Andrzej Sapkowski, Autor der The Witcher-Romane, fordert jetzt knapp 14 Millionen Euro Lizengebühren von CD Projekt RED, Machern der The Witcher-Videospiele.
Auf der Webseite der Entwickler findet man sowohl das Schreiben von Sapkowskis Anwälten sowie eine Antwort von CD Projekt RED, die erwartungsgemäß die Forderung ablehnen, weil aus ihrer Sicht alles korrekt und vertragsgemäß bezahlt worden wäre.
Sapkowskis Vertretung wiederum argumentiert, dass die ursprüngliche Abmachung eigentlich nur für das erste Spiel gültig seit und deshalb nach Zahlungen im Bereich von 5 bis 15 Prozent des Profis vor allem der folgenden Teile fällig würden. Als Summe werden 60 Millionen polnische Zloty aufgerufen, was aktuell knapp 14 Millionen Euro entspricht. Sollten diese nicht gezahlt werden, seien rechtliche Schritte denkbar – darauf lässt es CD Projekt RED offenbar ankommen.
Dass Sapkowski mit seinem ursprünglichen Deal nicht glücklich war, ist seit längerem bekannt: Wie er etwa in einem Interview mit Eurogamer erklärt, hatte ihm CD Projekt RED damals durchaus eine prozentuale Beteiligung an den Gewinnen angeboten. Er war aber davon ausgegangen, dass es keine geben würde und verlangte deshalb die sofortige Zahlung einer festen Summe – eine ziemlich schwerwiegende Fehleinschätzung, wie wir heute natürlich wissen…









Der Autor der Metro Romane schießt scharf gegen Sapkowski:
https://www.gamestar.de/artikel/the-witcher-metro-autor-nennt-andrzej-sapkowski-einen-undankbaren-trottel,3336384.html
Wie eher entspannt man eine Autoren/Verfilmer/Versofter-Beziehung angeht, kann man von George Martin lernen.
Der Typ da oben traf eine Fehlentscheidung und hat offenbar nicht gut verhandelt, sonst wär die Situation sonnenklar. Der Erfolg der Spielreihe ist hauptsächlich auf dem Mist der Entwickler gewachsen, warum er jetzt so übermässig davon profitieren sollte, erschliesst sich mir nicht, zumal er ja, wie in den Kommentaren schon angetönt, auch von der Bekanntheit der Spiele profitiert haben dürfte. Bis zur Ankündigung vom 3. Teil wusste ich nicht mal, dass die Spiele auf Büchern basieren.
Wunderbar ?
Ach, such dir einfach was aus.
Du machst das schon. ?
Eventuell. ?
„Prinzipiell stimme ich aber durchaus auch zu, wenn jemand hier sagt:”Wir wissen nicht, was in den Verträgen steht.”
„Richtig. ?“
Prinzipiell stimme ich aber durchaus auch zu = Konjunktiv
Richtig ? = Indikativ
Also was nun???
Vorsicht Vermutung:
Ich vermute stark, dass der Mann auch als bekennender “Nicht-Gamer” Kenntnis von den zwei Nachfolgern zu “The Witcher” hatte, da dies eben Werke sind, die sich an seinem (zur Verfügung gestellten) geistigen Eigentum bedienen.
Also ich würde mich zumindest am Rande darüber informieren, was da so ein paar Leute mit meinen Figuren und meiner erfundenen Welt anstellen, auch wenn ich jetzt nicht so mit dem Medium an sich bekannt bin.
Prinzipiell stimme ich aber durchaus auch zu, wenn jemand hier sagt:”Wir wissen nicht, was in den Verträgen steht.”
Richtig. ?
Bleibt die Frage, ob das in Polen von rechtlicher Relevanz ist.
@Monty
Er hat von Teil 2 mindestens seit 2012 Kenntnis:
https://www.youtube.com/watch?v=3fmCiasdEDY
(Recorded between October 23-26, in 2012. Lodz, Poland)
@nordlicht
Es ist wirklich sehr wahrscheinlich, dass er das mitbekommen hat.
Und ansonsten mach sprachlich mal halblang!
Schon mal daran gedacht, dass ihm das also gar nicht sofort aufgefallen ist, dass es die Fortsetzungen gab?
Naja. Der damalige Ministerpräsident Polens Donald Tusk hat Barack Obama eine Kopie von The Witcher 2 überreicht:
https://www.youtube.com/watch?v=XK-w-REI-w8
Das Studio genießt in Polen offenkundig hohes Ansehen, welches über die Zielgruppe hinausgeht.
Jesses,was hier schon wieder die Hobbyjuristen und fanboys rumtönen. Wir wissen rein gar nichts zu den tatsächlichen fakten, aber weil cdpr ein (mmn gar nicht mal so) tolles videospiel gemacht haben, sind sie hier die guten? Er hat nach eigener aussage kein Interesse an videospielen. Schon mal daran gedacht, dass ihm das also gar nicht sofort aufgefallen ist, dass es die Fortsetzungen gab? Und ja, auch ein witcher3 dürfte bei nicht gamern nicht sonderlich bekannt sein.
Nur um mal eine andere Sichtweise zu nennen. Alles möglich.
Ok, also spielt bei uns die Jahrelange Duldung eine Rolle. Das ist echt spannend. Mal sehen, wie das ausgeht …
Wie gesagt, ist die Rechtslage in Polen unklar. Es kann aber sein, dass dort ähnlich wie in Deutschland, die Frage aufkommt, warum er diese Markenverletzung hat dulden lassen, sollte der Vertrag nur ein Spiel betreffen:
In dem Fall wäre diese Duldung länger als 8 Jahre (The Witcher 2 wurde 2010 angekündigt).
Um zumindest die Rechtsauffassung für Deutschland mal zu verinnerlichen:
Gesetz über den Schutz von Marken und sonstigen Kennzeichen (Markengesetz – MarkenG)
§ 21 Verwirkung von Ansprüchen
(1) Der Inhaber einer Marke oder einer geschäftlichen Bezeichnung hat nicht das Recht, die Benutzung einer eingetragenen Marke mit jüngerem Zeitrang für die Waren oder Dienstleistungen, für die sie eingetragen ist, zu untersagen, soweit er die Benutzung der Marke während eines Zeitraums von fünf aufeinanderfolgenden Jahren in Kenntnis dieser Benutzung geduldet hat, es sei denn, daß die Anmeldung der Marke mit jüngerem Zeitrang bösgläubig vorgenommen worden ist.
(2) Der Inhaber einer Marke oder einer geschäftlichen Bezeichnung hat nicht das Recht, die Benutzung einer Marke im Sinne des § 4 Nr. 2 oder 3, einer geschäftlichen Bezeichnung oder eines sonstigen Rechts im Sinne des § 13 mit jüngerem Zeitrang zu untersagen, soweit er die Benutzung dieses Rechts während eines Zeitraums von fünf aufeinanderfolgenden Jahren in Kenntnis dieser Benutzung geduldet hat, es sei denn, daß der Inhaber dieses Rechts im Zeitpunkt des Rechtserwerbs bösgläubig war.
(3) In den Fällen der Absätze 1 und 2 kann der Inhaber des Rechts mit jüngerem Zeitrang die Benutzung des Rechts mit älterem Zeitrang nicht untersagen.
(4) Die Absätze 1 bis 3 lassen die Anwendung allgemeiner Grundsätze über die Verwirkung von Ansprüchen unberührt.
Monty, meine Betonung sollte nur noch mal meine im Absatz einleitende Aussage unterstreichen, dass ich sein Verhalten nicht für professionell halte. Sein Handeln in der Sache, in Interviews über seine falsche Entscheidung zu jammern, es erst jetzt auf rechtliche Schritte ankommen zu lassen, nachdem Teil 2 und 3 erschienen sind, und es mittlerweile sehr viel Geld zu holen gibt, lassen ihn in keinem guten Licht erscheinen.
Er hat davon gewusst.
Na und? Das spielt doch keine Rolle. Es kommt rein auf die Verträge an.
https://www.youtube.com/watch?v=DKk4zRvq5RY
https://youtu.be/0UEAQll3W28
Aus Sicht von CDPR ergibt es für mich keinen Sinn, nur die Rechte für einen Teil zu erwerben.
Erfolgreiche Marken zu enttablieren, die dem Unternehmen längerfristig sichere Einnahmen versprechen, zum Wachstum beitragen, sind ein angestrebtes unternehmerisches Ziel.
Auf der anderen Seite wirkt Sapkowski zumindest unprofessionell, als Kreativschaffender, der nicht Herr seiner Marke ist. Man sollte doch annehmen, dass es im höchsten Maße im Interesse von Sapkowski sein sollte sein geistiges Eigentum zu schützen, statt es über Jahre in einer möglichen Grauzone bis unerlaubten Nutzung schweben zu lassen, von der andere Nutznießer profitieren können. Er hat davon gewusst.
Ich weiß so wenig über die Sachlage, dass ich mir ein moralisches Urteil nicht zutraue.
Die entscheidende Frage ist letztlich, ob CDPR sich die Witcher-Rechte für ein Spiel oder für mehrere spiele eingekauft hat. Haben Letzteres nicht, sollen sie ruhig löhnen. Finde ich voll korrekt.
Ganz egal was in den Verträgen steht, der Typ bleibt ein Drecksack.
ghostdog hat es wunderbar formuliert: CDPR stehen nach Teil 1 finanziell nicht gut da, der Herr Sapkowski lacht sich ins Fäustchen seine sofort Zahlung eingesackt zu haben, hat gute PR für seine Bücher da die Spiele von Presse und Spielern gute Resonanz erhalten. Dann werkelt CDPR an Teil 2, was Herrn S. wohl kaum entgangen ist, falls da wirklich nur das Recht für einen Teil erteilt wurde, hätte er spätestens jetzt einschreiten sollen, macht er aber nicht weil er aufgrund von Teil 1 denkt, da wird wieder nicht viel Kohle zu holen sein und kostenlose Werbung für meine Bücher ist es weiterhin. Dann kommt Jahre später Teil 3, begeistert Presse und Spieler und wird ein Hit, Herr S. hält auch erst mal die Füsse still, merkt aber wohl “Hey, da hätt ich damals mit der Beteiligung ja viel mehr bekommen.” Und wieder Jahre später nach Teil 3, wo die Netflix Serie kommt, will dem Herr S. erst jetzt aufgefallen sein, hey ich hab doch nur die Erlaubnis für ein Spiel gegeben??
Wahrscheinlich ist er selber noch nicht mal drauf gekommen, sondern seine raffgierigen Anwälte.
Nach zig Jahren plötzlich Geld zu fordern wo man merkt das aus dem Projekt was (finanziell) großes geworden ist, ist einfach erbärmlich, egal ob die Verträge ihm sogar recht geben.
Ja von mir aus. Werden wir ja dann sehen, wenn es soweit ist. Vielleicht trinkt man gemeinsam ein paar sliwowitz, und man einigt sich. Vielleicht auch nicht.
Neid und Missgunst regieren die Welt. Warum nicht auch hier? Ick freu mir, so oder so.
Das allein reicht nicht. Wie wissen nicht, inwieweit sich das polnische Recht unterscheidet.
Das ist ein Fall für Juristen. Was steht in den Verträgen? Vielleicht ist der Typ voll im Recht.
Ich denk fast eher, da soll, bevor das mit Netflix startet, einfach nochmal alles ins Gespräch kommen
Eine Strategie wäre, CD Projekt RED schlechte Presse zu verschaffen, damit eine außergerichtliche Einigung erzielt werden kann.
CD Projekt könnte ihm die jeweils gleiche Summe pro Teil zahlen, wie bei Teil 1. ?
Ich geh im Moment davon aus, dass er einfach ne generelle Erlaubnis erteilt hat, das Witcher Universum zu nutzen, und von wegen wie viele Teile gar keine Rede war. Vielleicht noch nicht mal zeitlich begrenzt. Er hat ja selbst auch gesagt, mit Videospielen nichts anfangen zu können. Da hat er es wohl einfach als schnelles Geld abgestempelt.
Ich denk fast eher, da soll, bevor das mit Netflix startet, einfach nochmal alles ins Gespräch kommen, oder aber einer, der da mehr Ahnung von der Materie hat, hat ihn gefragt, wie die Lizenzsituation ist und dann die Hände überm Kopf zusammengeschlagen, weil man so fahrlässig war.
Ich gönne CDPR jeden Cent, weil sie an ihre Sache geglaubt haben, und den Erfolg ernten. Und weil sie scheinbar weiterhin gewissenhaft arbeiten. Ist halt evtl. nur ne frage der Zeit, bis sie selbst eine ekelhafte Krake werden, aber bis dahin, more power to you, CDPR!
Mal ganz nüchtern betrachtet:
1) Wenn er nur die Rechte für Teil 1 damals veräußert hat, so hätte er schon bei der Ankündigung zu Teil 2 Klage einreichen sollen bzw. müssen. Stattdessen passiert nichts. Teil 2 wird wie gesagt angekündigt, entwickelt und veröffentlicht. Danach für die 360 umgesetzt. Die gleiche Situation bei Teil 3. Erst jetzt – nach so vielen Jahren – fällt es dem Herrn Sapkowskis dann doch ein, nachdem Teil 3 sehr erfolgreich läuft, Klage einzureichen.
2) Warum sollte ein Studio ohne Rechtssicherheit bzgl. der Markenrechte (wie sprechen hier schließlich nicht von China?) weiter mit dieser Arbeiten? Mangelndes Verständnis von der möglicherweise komplizierten Vertrags- & Rechtslage? Dazu die von der gegnerischen Seite angebrachten Punkte in dem anwaltlichen Schreiben, welches bereits in der News verlinkt ist:
https://www.cdprojekt.com/en/wp-content/uploads-en/2018/10/31450043_rb_15-2018_-_demand-for-payment.pdf
Es weiß halt niemand so genau, was in den Verträgen steht. Wenn da nichts von “zukünftigen” Teilen steht, könnte die Nummer mit dem einen ersten Teil ja klappen.
So spät und erst nach Witcher 3 damit anzukommen, sieht trotzdem doof aus.
Na, da hat er sich wohl einfach verzockt.
Ihm wurde ne Gewinnbeteiligung angeboten. Er wollte lieber sofort Kohle, da er den Erfolg der Spiele (des Spiels) selber nicht unbedingt hoch einschätzte.
Dass ihm, bzw. seinem Anwalt, dann jetzt erst einfällt, dass mit dem/den bestehenden Vertrag/Verträgen nur das erste Spiel abgegolten sei, ist erstmal nichts weiter als “Säbelrasseln”. Das müsste wohl wirklich erstmal gerichtlich geklärt werden, wenn Sapkowski es drauf ankommen lassen möchte.
Man darf auch kurz noch drüber nachdenken, in wie weit und ob Sapkowski von den Spielen und ihrer enormen Popularität, sowie Qualität, profitiert hat. Hat er dadurch eher mehr oder eher weniger Bücher seiner Witcher-Reihe verkauft?
Wäre der Netflix-Deal ohne die Spiele zu Stande gekommen?
Dies hat freilich keine Auswirkung auf bestehende Verträge und auf mögliche Forderungen, die evtl. daraus entstehen könnten.
Darüber hinaus hat man bei CD Projekt RED aber wohl bereits signalisiert, dass man trotzdem an einer gütlichen Lösung interessiert ist. Unter Berücksichtigung bestehender Verträge.
Hoffe, dass man da zu einer “würdigen” Einigung kommt, mit der beide Parteien gut leben können und dass da eine mögliche “Schlammschlacht” ausbleibt.
Für mich wirkt es wie ein ziemlicher Mistkäfer. Können sich ja auch gütlich einigen, aber traurig wäre ich für ihn nicht, er hat ja trotzdem gut Erfolg mit den Büchern, gerade wegen der Spiele.
Hat doch zu der Zeit sicher gedacht, hey geil, ich krieg sofort 10 Riesen für den Schmarrn!
CDPR wird ihm ja keine Schrotflinte an den Kopf gehalten haben.