Wie moderne Computerspiel-Mechaniken traumatisierten Soldaten helfen

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Therapiesitzung des US-Militärs

Computerspiele können nicht nur unterhalten, sondern auch medizinisch helfen. Das proben zumindest britische Wissenschaftler.

Viele Soldaten leiden nach ihrer Rückkehr aus dem Kampfeinsatz an so genannten Flashbacks und PTBS, dem Posttraumatischen Belastungssyndrom (oder PTSD=post-traumatic stress disorder). Britische Wissenschaftler versuchen nun mittels spezieller VR-Helme (durch die Ähnlichkeit zum Kampfhelm umstritten, grafische Alternativen wie Projektion mit 3D-Brillen werden erforscht), Kopfhörern oder echtem Surround Sound und dem gezielten Einsatz von Gerüchen und Vibrationen eine Art “Mittendrin statt nur dabei“-Gefühl bei den Patienten zu erreichen.

Somit soll die Stresssituation nochmals durchlebt und damit ein Verarbeitungsprozess des Traumas eingeleitet werden. “Konfrontationstherapie“ nennt sich diese Methode, bei der die virtuellen Kriegserlebnisse nach einer Angsthierarchie gesteigert werden, sobald der Behandelte sie in angemessener Weise ertragen kann. Der geringe grafische Detailgrad der neuen Studie ist übrigens durchaus beabsichtigt: der Soldat wird durch unnötige Details abgelenkt, der Soldat soll sich jedoch auf seine Erinnerungen konzentrieren.

Entwickelt in Großbritannien am Kybernetik-Fachbereich der Universität Reading, wird die Studie nun auch in den USA durchgeführt. Dort gab es schon früher Versuche, Soldaten mit einer angepassten Version des Spiels Full Spectrum Warrior zu therapieren.

Nachdem amerikanische Soldaten teilweise auch mit Hilfe von Ego-Shootern zusätzlich ausgebildet werden (siehe hier), und auch die Wii-Konsole zur Bewegungs-Rehabilitation verletzter Kämpen eingesetzt wird (siehe hier), sollen die eigentlichen Spaßbringer jetzt also Traumata-Patienten auf den rechten Weg helfen. Zweifellos ein guter Ansatz, der eine andere Sichtweise auf unser Hobby zulässt.

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Jab
Jab
12. Februar 2010 15:39

Noch besser wäre es die Soldaten gar nicht erst in einen Sinnlosen Krieg zu schicken in dem ihre Kameraden für Drogen, Pipelines und geostrategischen Einfluss elend verrecken!

Beeberman
12. Februar 2010 15:19

so eine gequirlte kacke…krieg ist einfach unnatürlich kein soldat will freiwillig krieg führen…was lernen wir daraus!? einfach kein krieg führen…die leute die mit dem krieg beginnen sind so wie so so weit weg davon die stört es nicht wenn da tausende krepieren…

out
out
12. Februar 2010 11:47

So eine Konfrontationstherapie wie auch hier gezeigt muss ja nicht immer der erste Schritt sein. Wenn in Gesprächen der Pat. stabilisiert und einiges aufgearbeitet wurde, ist das bestimmt für einige eine gute Sache. Finde ich gut. Was die Konfrontationstherapie angeht. Früher hatte ich eine sehr ausgeprägte Spinnenphobie und überhaupt vor allem was mehr als 4 Beine hat. Heute habe ich über 20 Vogelspinnen, 1 Skorpion, Stabschrcken, Tausendfüßler, etc.Funktioniert also sehr gut:)

captain carot
12. Februar 2010 9:30

Mag sein, dass du das persönlcih ablehnst, weiß auch nicht, wie es mittlerweile hier um die psychologische Vorbereitung und Aufarbeitung im Detail steckt, aber solche Konfrontationstherapien werden in verschiedenen anderen Bereichen schon seit Jahrzehnten erfolgreich angewandt. Ich finde, wenn es auch bei postthraumatischem Stress funktioniert ist generell nichts dagegen einzuwenden, aber es schlägt auch nicht jeder gleich auf eine bestimmte Therapieform an, also sollten fähge Mediziner hier auch von Fall zu Fall therapieren.

Spanky
12. Februar 2010 8:53

Guter Artikel, und wieder mal über den großen Teich geschaut und gemerkt das die Amerikaner sich um ihre Traumatisierten Soldaten kümmern. Hier in Deutschland wird das noch sehr unter dem Mantel des Schweigens versteckt, ja auch wir haben traumatisiert Einsatzsoldaten, nur steckt bei uns die Therapie noch in den Kinderschuhen. Ich war im Einsatz in Afghanistan, es wird auch nicht mein letzter gewesen sein, aber meine Meinung zur Konfrontationstherapie noch mal alles auffrischen lassen, wie es die Amis tun, lehne ich ab. Zu stark sind die Ereignisse die während eines Anschlages auf einen einprasseln. Diese dann nochmal zu “”erleben”” nur um zu sehen das man sowieso keine “”Chance”” gehabt hat, dem zu entgehen, wie es ja leider so ist, wird heutzutage so Ausgebildet. Das weiß jeder Soldat der raus fährt.Ach und die abgewandelte Version von Full Spectrum Warrior gab es schon bevor die Entwickler es zu dem erwähnten Spiel gemacht haben.

captain carot
11. Februar 2010 20:28

: Selbst aufgeklärter Umgang hilft ohne Therapie gar nichts und das ganze funzt kein Stück anders als andere Desensiblisierungstherapien wie bei Höhenangst, Raumangst, Platzangst, Hunden oder Spinnen. Nur während bei den anderen Therapien die PAt

11. Februar 2010 20:02

D A S I ST K R A N K ! ! ! unglaublich

xisusx
11. Februar 2010 18:10

Bin kein Proll! Aber das alles ist voll KRASS!

tetsuo01
11. Februar 2010 17:45

in Amerika gibts traumatisierte Soldaten? Seit wann den das? ein aufgeklärter Umgang mit solchen Problemen würde den ehemaligen Soldaten warscheinlich mehr helfen als wenn ich ihm einfach einen Helm über den Kopf stülpe und er die Probleme dann wegballert.

crazymashine
11. Februar 2010 16:36

So ne 3D Brille würde ich mir für das nächste CoD wünschen! Dann ist mein Traum:-D von Virtual Reality nich mehr weit!