Yoshinoro Ono, der gesundheitlich angeschlagene Kopf hinter der Street Fighter-Serie, erklärte, dass sein kürzlicher Zusammenbruch durch Überarbeitung verursacht wurde – und das er “wahrscheinlich gefeuert” werde, wenn er sich darüber beschweren würde. “Capcom erlaubt weder Gewerkschaften, noch andere Arten von Arbeiter-Bewegungen”, erklärte Ono gegenüber Eurogamer. “Also, wenn ich mich beschwere, werde ich wahrscheinlich gefeuert. Sie müssen es für mich sagen, OK? Ich möchte, dass Sie schreiben: ‘Capcom überanstrengt Ono’. Das ist Ihre Schlagzeile.”
Ono war im Mai zu Hause zusammengebrochen und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. “Ich wachte auf und ging auf die Toilette”, erzählte er. “Als ich die Tür öffnete, war das Zimmer ungewöhnlich dunstig-schwül. Noch merkwürdiger war: der Dunst stieg an. Er stieg immer höher und höher, und ich verstand nicht, was los war. Es war, als würde ich ersticken. Dann, als der Dunst meine Kopfhöhe erreichte, wurde ich ohnmächtig und brach auf den kalten Fliesen zusammen.”
Die Ärzte erklärten, Onos Blutdruck gleiche dem einer Person, “die gerade einen Marathon beendet hat”. Seinen Arbeitgeber Capcom schien dies allerdings relativ kalt zu lassen, wie Ono beschreibt. Sie wollten “nicht einmal anerkennen, dass ich im Krankenhaus war”, erklärte er – nachdem er eine Woche gefehlt hatte. “Als ich an meinen Schreibtisch zurückgekehrte, war da ein Ticket nach Rom, dass auf mich wartete, erinnert sich Ono – offenbar aber nicht für einen Urlaub: “Es gibt keine Gnade. Jeder in der Firma erklärte: ‘Ono-san, wir haben uns schon solche Sorgen um dich gemacht.’ Dann händigten sie mir eine Zeitplan aus, der komplett mit Terminen ausgefüllt war.”
Dass die Spielebranche ein hartes Geschäft ist, in der Mitarbeiter bis an ihre Grenzen belastet werden, ist hinlänglich bekannt. Doch wie Capcom sich hier gegenüber Ono verhält, ist empörend und muss angeprangert werden: Wenn sich selbst Leute in Führungspositionen, wie Ono sie als Produzent innehat, nicht trauen, Probleme wie Überlastung anzusprechen, und die Folgen dieser Überarbeitung überdies noch ignoriert werden – wie sieht es dann erst bei den “gewöhnlichen” Arbeitern aus? Wir können Ono nur gute Besserung wünschen – und hoffen, dass seinem Arbeitgeber Capcom bewusst wird, dass Mitarbeiter Menschen sind, die man auch mit entsprechender Würde behandeln muss.








@Dr.Mario: Ja, wenn die Preise immer fair wären. Dann könnte man vllt. irgendwann mehr kein Fleisch mehr nach China exportieren, weil die Preise zu hoch wären…Es geht durchaus, das müsste auch nicht zwingend die Preise überall explodieren lassen. Alles
@sscore_riot: Es besteht ein gravierender Unterschied, zwischen dem Arbeitsleben in Japan und hier in Deutschland. Als ich noch Japanologie studiert habe, habe ich mich mit einigen unterhalten. Die studieren dort in Japan die deutsche Sprache, um anschlie
Jaja, das ist ja alles furchtbar, aber sind wir doch mal ehrlich, bevor wir entrüstet tun: ähnlich beim Wallraff-Bericht zur Paketauslieferung muss man doch sagen, dass mit solchen Berichten im Grunde weit offen stehende Türen mit viel Effekt eingerannt werden. Dass das heutige Arbeitsleben extrem menschenverachtend und ausbeuterisch daherkommt, das weiß doch ein jeder. Und leider will auch niemand die Konsequenzen aus einer veränderten, besseren Arbeitswelt ziehen: im einen Fall mehr für Paketlieferung zahlen? Aber nein, da ist der Aufschrei doch gewaltig. Und im anderen Falle eine Terminverschiebung bei der Veröffentlichung akzeptieren? Aber nicht doch, da ist das Geschrei auf Seiten der Spieler doch ebenso mächtig.Ja, unser Arbeitssystem ist zutiefst ungerecht! Allerdings müssen wir uns da doch an die eigene Nase fassen und eingestehen, dass wir eine Veränderung desselben, was höhere Preise, längere Wartezeiten usw. bedeuten würde, ebenso wenig akzeptieren würden.
durch ono hat capcom viel zu viel geld gemacht, is doch klar das wenn die kuh pausenlos gemolken wird, sie irgendwann umkippt!
gibt viele (ja auch bei uns) die sich für den fiskus die seele aus dem leib schuften ..da kräht aber auch kein hahn danach ..comprende ??!!
wow, das hört sich echt sehr hart an, und max snake hat alles recht zu fragen, wei es dann den 0815 angestellten in der spielbranche so geht. ich würde sagen, solange es ein indie studio ist: besser, aber sobald man ins big buissnes einsteigt ist man bestimmt nur noch eine austauschbare maschiene, die gefuert wird, sobald das produkt nicht oft genug verkauft wird, egal ob es nun an dem marketing lag, oder eben, an den menschen, die dachten, dass man unbedingt pünktlich zum release termin von call of duty xy ein schneckenhaus simulator braucht.aber das man so mit dem kopf hinter dino crisis 2 umgeht… unglaublich.
Man muß hinzufügen,daß Japaner regelmäßig bis in die Nacht hineinarbeiten,auf Urlaub und Feiertage freiwillig verzichten und die kleinen Arbeiter solange bleiben bis der Chef geht.War auch schon mal ein interessantes Interview in der Maniac mit einem amerikanischen Übersetzer der bei Capcom arbeitet und Ähnliches berichtet hat.vielleicht könne die Redakteure den noch mal in diesem Kontext rauskramenMeine Woche hat auch in der Regel 50-60h aber das ist hammerhart.
arbeit is scheisse
Das ist doch überall so, warum sollte er dafür noch Schadenersatz oder Gehaltserhöhung bekommen?Das würde den aller meisten Arbeitnehmern genau so zustehen.Ich kenne keinen in meinem Freunde oder Bekanntenkreis, der nicht auch Körperlich, Nervig und Selig von seiner Arbeit ausgepowert wird, da bekommt ja auch keiner was extra.
wenn capcom schon mit produzenten so umgeht, frage ich mich ernsthaft wie der arbeitsalltag eines gewöhnlichen angestellten dort aussieht..
Ono – San sollte Schadengeld kriegen oder eine Gehalterhöhung. Ohne ihnen wäre die Street Fighter keine Comeback gewesen.