Animal Crossing: New Horizons – im Test (Switch)

0
5058
Zurück
Nächste

Seite 2

Ein Zelt ist nett, aber so ein Haus wäre doch viel schöner? Kein Problem – mit 98.000 Sternis seid Ihr dabei, und den Kredit gibt es zeitlich unbegrenzt ohne Zinsen. Aber zurückbezahlen werdet Ihr ihn trotzdem. Damit kehrt langsam Alltag auf der Insel ein. Ein Museum wird eröffnet, Tom Nook wechselt vom Orga-Zelt in einen echten ­Laden, gelegentlich schaut mal ein ­Gestrandeter oder ein fahrender Händler auf Eurer selbst benannten Insel vorbei. Ehe Ihr Euch verseht, seid Ihr ein essenzieller Teil Eurer kleinen, aber stetig wachsenden Gemeinschaft. Natürlich bleibt es nicht bei der einfachen Zeltsiedlung: Mit der Zeit wandelt sich der Zeltplatz in ein Dorf, irgendwann sogar in eine kleine Stadt – erhalten bleibt aber der tiefenentspannte Spielablauf.

New Horizons ist kein Spiel, das man innerhalb dreier Mammutsitzungen durchprügelt: Das Geschehen läuft in Echtzeit ab und ist an die Uhr der Switch-Konsole gekoppelt. Generell ist Animal Crossing so aufgebaut, dass Ihr jeden Tag mal eine, mal zwei ­Sessions spielt – nach 15 bis 20 Minuten ist so ziemlich alles ­erledigt, was Ihr an einem Tag machen könnt. Nicht eingerechnet sind da die Mehrspieler-­Aspekte, aber die waren zum Testzeitpunkt noch nicht verfügbar. Im Vergleich zum nicht ganz unähnlichen ”Tomodachi Life seid Ihr bei ­Animal Crossing aber ein ganzes Stück stärker involviert. Ihr trefft Entscheidungen, benennt die Insel, grabt nach ­Fossilien, helft dem Gestrandeten, sein Funkgerät zu reparieren, und schwingt das Werkzeug an der Werkbank. Das ist eine der größten Neuerungen von New ­Horizons: Viele Gegenstände und Werkzeuge bastelt Ihr Euch hier selbst – was Ihr dazu benötigt, sind eine Werkbank, eine Anleitung und die Rohstoffe, schon könnt Ihr loslegen. Ebenfalls zentral in der neuen Episode: Ihr dürft nach einer Weile selbst das Angesicht Eurer Insel gestalten, die breit gefächerten Möglichkeiten zum Terraforming sind ein weiterer frischer Aspekt.

Wer nun die Grafik ansieht, mag schnell zum Schluss kommen, Animal Crossing wäre bunt-nett-niedliche Knuddelkost für Vorschulkinder – doch tatsächlich ist dem nicht so. Dafür sorgt der ganz eigentümliche Humor der Reihe, der oft genug durch die Spieler selbst noch ­verstärkt wird. Vor allem Freunde von ­Wortspielen werden hier vortrefflich bedient. Jedes gefundene Tier wird mit einem witzigen Spruch kommentiert, und bringt Ihr Museums­eule Eugen ein krabbeliges Insekt, ist der arme Kerl stets zwischen Dankbarkeit und Abscheu hin- und hergerissen.

Zurück
Nächste
0 Kommentare
neuste
älteste
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen