Avengers – im Test (PS4 / Xbox One)

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Solo, kooperativ mit Freunden oder mit Fremden per ­Matchmaking (was allerdings einige Zeit dauern kann) nehmt Ihr auf dem Kartentisch verschiedene ”Warzone” genannte Missionen an – mal eingebunden in knappe Geschichten mit Anfangs- und Endsequenz, mal einfach so. Hier kloppt Ihr Euch in recycelten Umgebungen mit ­Roboterfeinden aller Art, lasst immer wieder Ladezeiten versteckende Fahrstuhlfahrten über Euch ergehen und sammelt alles an Beute und Ressourcen auf, was nicht niet- und nagelfest ist. Es mangelt an Abwechslung (wie oft kann man eigentlich den gleichen AIM-Bunker verwenden?) und relevanten Belohnungen, der Powerlevel steigt, die Laune sinkt. Zusätzlich sind die Auftraggeber der beiden bisher integrierten Fraktionen, für die Ihr Aufgaben erfüllen und Belohnungen einkassieren könnt, auch noch auf zwei Social Hubs verstreut. Wer maximalen Ertrag will, hat zu Beginn jeder Spielsession also erst mal ­Laufarbeit und Ladezeiten vor sich. Es sei erwähnt, dass sich in einem ­Avengers-Koop-Team ­keine Helden doppeln dürfen und Ihr immer nur für Euren gerade aktiven Charakter Beute und Erfahrungspunkte sammelt, wechselt also öfter mal durch!

Kampagne gut, Endgame mäßig – wie gelungen ist denn die Technik? Die Charaktermodelle der Avengers stechen mit tollen Texturen und detaillierten Kostümen hervor, auch die Social Hubs und einige Levelumgebungen sind gut inszeniert. Auf der Soll-Seite steht dafür oben genanntes Umgebungsrecycling, auch die Feinde wirken austauschbar. Leider trüben nicht nur einige unscharfe Texturen das Bild, auf dem Schlachtfeld und in den Zwischensequenzen kommt es zu fiesen Rucklern, dadurch verliert die ein oder andere Szene an Dramatik. Zudem klagten zum Launch einige Spieler über Probleme mit der Kampagne, die sich teils nur noch im Verbund mit einem Koop-­Partner oder gleich gar nicht mehr starten ließ – ein Problem, das wir im Test nicht hatten. Dafür änderte das Spiel bei uns spontan die Sprachausgabe von Englisch zu Deutsch, obwohl Ers­tere ausgewählt und das zusätzliche Sprachpaket installiert war. Die Synchronsprecher machen ihre Sache gut, leider passen die Mundbewegungen der Avengers aber nicht einmal auf Englisch zum Ton. Dafür vermittelt der orchestrale Soundtrack Filmflair und die Prügeleien wurden mit knackigen Effekten unterlegt.

Alles in allem ist Avengers eine kompetent gemachte Solo- und Koop-Klopperei für Comicfans, mit Ende der Kampagne hat man aber alle relevanten Inhalte gesehen.

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T3qUiLLa
15. Oktober 2020 13:27

ich sehe da ebenso sehr viel potenzial. es hat was sich mit den marvelhelden zu prügeln, viele missionen erinnern mich an filmkampfszenen, wenn sehr viele robotoer auf einem zugerannt kommen und cap sein schild durch die horden wirft und wieder zurücktritt, thor hammer die gegner von abhält überhaupt erst zu cap zu gelangen…kurz vorher dann aber doch von iron man gestoppt werden….dann hat das verdammt nochmal was. ich komm mir immer vor wie in der endschlacht von age of ultron und mit dem gedanke funktioniert das spiel richtig gut, wenn es denn funktionieren will. denke auch eine jahr mehr hätte hier wunder vollbracht aber marvel/disney und lizenzen….das ding sollte schnell rauskommen. schade drum, hoffe nicht das es den weg von anthem geht den auch selbiges ist im kern ein gutes spiel mit spaßigen gameplay. (nur meine meinung)

Insanity
14. Oktober 2020 11:29

Das „Problem“ ist halt echt dieser Spagat. Ich hab in einem Moment der Schwäche zugegriffen ? und habe mit der Kampagne und dem eigentlichen Gameplay auch wirklich Spaß. Auf der Kehrseite stehen der uninspirierte Online-/GaaS-Teil sowie einige technische Probleme. Es wirkt einfach unfertig, aber man erkennt viel Potenzial. Ich bin gespannt, wie sich das weiter entwickelt — vielleicht steht dem Spiel noch eine gute Zukunft bevor, vielleicht geht es aber auch den gleichen Weg wie Anthem und der Ghost Recon-Ableger.

13. Oktober 2020 19:32

Man möge mich korrigieren, aber aber das liest sich alles nach “erfüllt grundsätzlich alles irgendwie, ohne davon aber irgendwas besonders gut zu machen, dafür gibts In-Game-Käufe für Echtgeld”.
Das das “Minimum” noch 72% durchzuwinken ist schon ganz schön aus dem Fenster gelehnt. Aber gut, zumindest ist es ein Vor-Steht-ne-Sieben-Klatsche …
https://www.youtube.com/watch?v=bW52LJO87vQ&ab_channel=wiedoof