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Ihr dürft jederzeit auf Knopfdruck zwischen Red und Antea wechseln. Antea kann zwar nicht erneut sterben, ist jedoch nur temporär verfügbar und schlägt mit ihren Fäusten zu. Red nutzt eine Klinge und seine Flinte mit endlosem Munitionsvorrat. Blocken, Parieren und Ausweichen sind später Pflicht. Interessant wird es jedoch erst, wenn die Schemen beginnen, in die herumliegenden Leichen zu schlüpfen, wodurch sie deutlich stärker und widerstandsfähiger werden. Insgesamt gibt es zwar zu wenige Gegnertypen, doch durch den Heldenwechsel und die Schlüpf-Mechanik – die Ihr auch unterbinden könnt, wenn Ihr schnell genug seid – bleiben die Gefechte unterhaltsam genug bis zum Abspann.
Den Schwierigkeitsgrad empfanden wir im Test als zu wechselhaft. Selbst als wir nur einer Hauptquest folgen, springen die Kreaturen munter im Level und sind zäher als erwartet. Auch spezielle Arena-Herausforderungen, die Ihr in den Seitenstraßen findet und mit denen Ihr Eure Attribute dauerhaft verbessert, sind knackig – vor dem Kampf könnt Ihr leider nicht sehen, ob Ihr Euch überhaupt mit den Biestern zu diesem Zeitpunkt anlegen solltet.
Die hübsche Spielwelt bietet reichlich Abwechslung. Schicke Wäldchen, fast schon bäuerliche Siedlungen und dreckige, schneebedeckte Festungen. In jedem Örtchen findet Ihr herumstreunende Siedler, die Ihr nahezu alle anquatschen könnt. Jeder davon hat spürbar eine Rolle im Dorf und Dinge, die ihn oder sie beschäftigen. Das verleiht der Spielwelt im Zusammenspiel mit den herrlichen Akzenten angenehm viel Glaubwürdigkeit. Ein paar Bewohner handeln zwar auch mit Ressourcen und Ausrüstung, aber dank viel zu geringer Verkaufspreise und einem eher unübersichtlichem Loot-System könnt Ihr diesen Aspekt ignorieren. Grundsätzlich gilt: Wählt Waffe, Rüstung und Ringe mit dem für Euren Spielstil besten Passiv-Perk und levelt dieses am Lagerfeuer auf, wenn Ihr könnt. Hier füllt Ihr auch per Rast Eure vier Heiltränke auf oder nutzt die Schnellreise, um in alten Gebieten frische Nebenquests anzugehen oder mit Anteas Fähigkeiten einige der optionalen Belohnungen abzustauben.
Noch ein Nachtrag: Schon witzig, wie sehr das Spiel das Gameplay der letzten beiden God of War-Teile kopiert. Das Leveldesign, mit seinem mal schlauchig, mal etwas offeneren Gestaltung, bei dem regelmäßig Versprünge erklimmt werden müssen oder sich durch enge Stellen gezwängt wird, die Kameraperspektive insbesondere beim Rennen, das regelmäßige Öffnen von Truhen, das Kampfsystem ist zwar deutlich simpler, aber erinnert dank Nahkampfwaffe und Gewehr für den Fernkampf auch an Kratos mit seiner Axt, wie bei GoW ist man mit einem Sidekick unterwegs, den man auch in den Kämpfen zu Tag-Team-Manövern nutzen kann, die immer wieder in kleinen Gruppen auftretenden Gegner, die Punkte, bei denen man kleine Bosskämpfe startet usw. Das Spiel spielt sich in diesen Punkten schon wie ein GoW light.
Spaß macht es mir auf jeden Fall trotzdem. Die letzten beiden GoW haben mir ja auch sehr gut gefallen. Dank der coolen Geisterstory mit den zu treffenden Entscheidungen und Auswirkungen aufs weitere Spiel sowie den Geisterermittlungen und Metroidvania-Elementen bietet das Spiel noch genug Eigenständigkeit.
Das Spiel habe ich mir dank des Tests hier schon vor ner Weile im Sale geholt. Ich hatte es auch schon länger auf der Platte installiert, aber doch immer andere Spiele vorgezogen. Dank dem PSN-Ausfall am Samstag habe ich dem Spiel endlich mal eine Chance gegeben und bin bisher doch recht angetan. Nach eher mauen Einstieg im Prolog zieht das Gameplay ordentlich an und macht jetzt richtig Bock. Es läuft auch alles super flüssig, so dass sich das Warten diesbezüglich wohl gelohnt hat. Die Kämpfe machen Laune, könnten aber etwas abwechslungsreicher sein. Die Gestaltung der Level gefällt mir richtig gut. Bisher kein Oberknaller, aber durchaus kurzweilig. Dürfte das nächste gute / sehr gute Spiel der Entwickler sein, die ich insbesondere durch Remember Me, Vampyr und Life is Strange sehr zu schätzen gelernt habe.