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| Spiel: | Battlefield: Bad Company 2 |
| Publisher: | Electronic Arts |
| Developer: | DICE |
| Genre: | Ego-Shooter |
| Getestet für: | 360, PS3 |
| Erhältlich für: | 360, PS3 |
| USK: | 18 |
| Erschienen in: | 4 / 2010 |
Mal wieder sind die Russen schuld. Anstatt den verdienten Heimaturlaub anzutreten, zieht die vierköpfige Bad Company gegen einen rachsüchtigen General aus dem östlichen Großreich zu Felde. In unterhaltsamen sechs Stunden jettet Ihr abermals als Preston Marlowe um den halben Globus, um eine geheime Waffe aus dem 2. Weltkrieg zu finden und einen Angriff auf die USA zu vereiteln. Euch zur Hand gehen wie schon im ersten Teil drei KI-Kollegen, die Ihr allerdings weder befehligen dürft noch für eine kooperative Spielweise zur Verfügung stehen. Dafür agieren sie nun vehementer und ballern Euch den Weg frei. Nur bestimmte Schlüsselgegner müsst Ihr selbst erledigen, um eine Zwischensequenz oder eine neue Wegstrecke auszulösen. Im Gegensatz zu den offenen Mehrspieler-Karten (dazu später mehr) lässt Euch Bad Company 2 durch Levelschläuche eilen und auf wenig schlaue Gegner zielen. An bestimmten Stellen öffnet sich diese Röhrenform zu einem Bauch, in dem meist einige zerstörbare Gebäude auf Raketeneinschlag warten.
Anstatt die Umgebung aus reinem Selbstzweck oder gar zur taktischen Vorgehensweise zu zerlegen, sind nur bestimmte Gebäude oder Teile davon zerstörbar. Türen besitzen beispielsweise nie einen Knauf und sind immer verschlossen, weshalb Ihr sie per Kugelhagel in Einzelteile auflöst. Warum sich die aufgebohrte Frostbyte-Engine hinter gescripteten Detonationen versteckt, bleibt unklar – dabei ist Entwickler DICE doch so stolz auf den realitätsgetreuen Einsturz der Bauten. Es kracht zwar ohrenbetäubend um uns herum, aber nur, weil das Spiel zur rechten Zeit eine Sequenz abspult. Eine offene Spielwelt wird uns durch tolle Weitsicht und einige schöne Panoramen suggeriert, der Shooter gehorcht aber dabei einem strikten Drehbuch – alternative Routen sind nicht vorgesehen, eher lautet die zielführende Devise: ”Schieß auf alles, was sich bewegt”. Immerhin rücken Gegner nicht unendlich nach.
Was Bad Company vor zwei Jahren von einer bloß pfiffigen Modern Warfare-Kopie abhob, waren seine Titelhelden. Sweetwater, Haggard und Co. nahmen sich durch augenzwinkernde Dialoge selbst nicht allzu ernst, was ihnen im schlimmsten Fall die Kritik einbrachte, dass man über Krieg nicht scherzen sollte. Diesen auflockernden Humor kürzt DICE jedoch radikal. Zwar wird in etlichen Zwischensequenzen verbal die Lage sondiert, doch ist das in den seltensten Fällen noch humorig – weil es das Spiel auch nicht mehr darauf anlegt. Nach wie vor düst Ihr mit zahlreichen Vehikeln wie Squad, Humvee oder Panzer von Schauplatz A nach B, doch bleiben Eure Kumpane dann stumm – die Sticheleien aus dem ersten Bad Company-Einsatz sind patriotischem Ernst gewichen. Am Ende motiviert die Rettung des amerikanischen Vaterlandes die Truppe zu einem stylisch arrangierten Finale, das sich inszenatorisch gekonnt an den beiden Modern Warfare-Episoden orientiert.


























