
Seite 2
Ankerpunkte im Himmel, blitzschnelle Supersprünge oder absurde Wandläufe wie Ihr es aus Spidermans virtuellen Abenteuern kennt, gibt es in Bionic Commando nicht: Spencers Metallarm bringt einige virtuelle Pfunde auf die Waage, verhindert Sprints und macht Stürze ins Wasser zur wiederkehrenden Todesursache. Zwar verleiht das spürbare Gewicht dem Spiel einen realistischeren Anstrich, bisweilen vermisst Ihr jedoch das Gefühl, ein Superheld zu sein: Wenn Euch Feinde im Nacken sitzen und unter Beschuss nehmen, wären mehr Power, mehr Lebensenergie, mehr Supermoves wünschenswert.
Denn so schön das Schwingen im Großstadtdschungel sein kann, so ernüchternd sind viele Kämpfe: Eure Pistole, die Euch durch das komplette Spiel begleitet, hat keinen Bumms – auch Snipergewehr, MG oder Granatwerfer fühlen sich nicht sehr druckvoll an. Ob Ihr einen Feind erwischt, erkennt Ihr oftmals nur an seinem schwindenden Energiebalken; da hilft auch der schickste Unschärfe-Effekt beim Blick über die Schulter nicht. Störend kommt hinzu, dass Ihr Eure ’große’ Knarre nur an von den Entwicklern festgelegten Nachschubpunkten tauschen könnt, die Waffen der toten Feinde sind tabu.
Eure Gegner im Spiel sind unterschiedlich stark gepanzerte Söldner und dicke Roboter – vor allem bei letzteren sind die Offensivqualitäten Eures Armes gefragt: Mit einer praktischen Autozielfunktion schleudert Ihr herumliegendes Levelinventar sowie die Leichen erlegter Gegner auf den Feind. Ebenfalls im Kampf einsetzbar sind eine ’Stampfattacke’ aus großer Höhe sowie die Möglichkeit, Euch aus der Luft per Haken an Schurken heranzuziehen und Ihnen mit den Stiefeln auf den Brustkorb zu krachen. In wiederkehrendem Rhythmus wechseln sich Scharmützel mit kleinen Soldatengrüppchen, Schwung-Sprung-Passagen sowie Fights gegen Mech-Schwergewichte ab – Aufgaben abseits von ’Gelange von A nach B’ oder ’Besiege XY’ gibt es nicht. Bosskämpfe sind rar gesät – unter diesen tut sich das Duell mit einem gigantischen Metallwurm wohltuend hervor, sowohl in puncto Präsentation als auch Spielbarkeit.
Optisch läuft Bionic Commando vor allem in den Wald- und Canyon-Abschnitten zur Höchstform auf, erreicht aber nie das inszenatorische oder grafische Niveau eines Resident Evil 5; das mittels gewaltiger Bilder in Szene gesetzte Ende soll an dieser Stelle jedoch nicht unerwähnt bleiben. Wie schon die titelgebende Dunkelheit in The Darkness spricht Euer Held mit der Stimme von ”Faith no More”-Sänger Mike Patton – hinzu kommen treibende Musikstücke, die zum rechten Zeitpunkt an Dramatik zulegen.
Die Mehrspieler-Modi konnten wir bislang nur ohne Gegner austesten. Die knapp 15 Arenen machten einen grafisch wie architektonisch interessanten Eindruck – mehr dazu findet Ihr im nächsten Heft.











Bei der ersten Preview und das Interview zur Bionic Commando, könnte wohl der nächsten Knaller im Capcom aus den Hausen Grin (bekannt für Ghost Recon Advanced Warfighter für den PC), aber irgendwie fehlt doch den letzten pfiff. Schade.