Call of Duty: Black Ops – im Klassik-Test (PS3 / 360)

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Screenshot von Call of Duty: Black Ops
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Grafisch muss sich Black Ops nur vor wenigen anderen Spielen verstecken – allerdings sucht Ihr große Unterschiede zu den sehr schicken Vorgängern mit der Lupe. Hier eine besonders plastisch wirkende Schneeverwehung, dort ein malerisches Bergpanorama. Folgt Ihr dem hohen Tempo, das Euch die Entwickler nahelegen, wirkt die Optik wie aus einem Guss. Explosionen links, Feuersbrünste rechts. Klatschender Regen in sturmgepeitschter Nacht, grelles Mündungsfeuer, das geisterhafte Schatten an die Wände einer Höhle zeichnet. Wer aber innehält, der wird – wie schon in Modern Warfare & Co. – nicht belohnt: Zum einen verpasst er sehenswerte gescriptete Events, zum anderen stößt er auf reichliche matschige Texturen oder bemerkt verschwindende Leichen. Dass Euch der Titel beinahe während der gesamten Spielzeit in einen dichten Soundteppich aus Schussgeräuschen, Funksprüchen, Bombendonner und Schmerzensschreien hüllt, haben wir natürlich erwartet. Unerwähnt bleiben darf die bemerkenswerte Grafik-Sound-Kombination, die Euch ein solch ­cineastisches Spielerlebnis serviert, aber natürlich nicht.

Spielzeit ist ein gutes Stichwort: Wer Call of Duty: Black Ops nicht gleich auf einer der beiden höchsten Schwierigkeitsstufen startet, der sieht den Abspann der Story nach maximal sechs Stunden. Natürlich sind die vollgestopft mit ­Action. ­Natürlich ist das Spiel technisch sehr aufwändig. Und natürlich ist da der riesige Mehrspieler-Modus und die Nazi-Zombie-Party ’Überlebenskampf’. Dennoch beschleicht uns der Eindruck, dass Spiele wie Medal of Honor, Star Wars: The Force Unleashed II und jetzt auch Black Ops die typische Spielzeit eines ­Actiontitels weiter drücken wollen: Hatten wir uns gerade mit acht bis zehn Stunden angefreundet, werden uns plötzlich nur noch vier bis sechs serviert. Bei Black Ops fällt nicht nur die Länge der Kampagne negativ auf: Auch manche Mission selbst ist zu kurz geraten – kaum habt Ihr Euch an eine frische Umgebung gewöhnt, die Aussicht genossen und ein, zwei Häuserblöcke durchsiebt, da zerrt Euch ­Masons Erinnerungsmarathon schon zum nächsten ­Einsatzort.

Die Steuerung von Black Ops ist erwartet präzise und bietet wie schon in den vorherigen Episoden keinen nennenswerten Anlass zur Kritik. Die künstliche Intelligenz der Feinde hingegen ist weit von einem Killzone 2 oder Half-Life 2 entfernt. Flankieren, Rückzug, Teamwork & Co. sind Fremdwörter für Eure Feinde – sie bringen Euch durch Feuerkraft, Überzahl oder ihre Platzierung in Bedrängnis. Statt als eine denkende Kampfeinheit präsentieren sie sich als moderne, hübsch gestaltete Schießbudenfiguren, deren Abschuss aber mächtig Spaß macht. Das hat der Titel auch seinem reich gefüllten Waffenschrank zu verdanken: Von mehreren Varianten des Awtomat Kalaschnikowa, obrasza 47 (auch bekannt als AK-47) über modernere Schnellfeuergewehre und derbe Schrotflinten bis hin zum Flammenwerfer-Aufsatz, ­Granatspuckern, Raketenwerfern und der Armbrust (wahlweise mit Explosiv-Geschossen) ist alles dabei, was bei den Soldaten, Söldnern und Terroristen dieser Welt hoch im Kurs steht.

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