Call of Juarez: Bound in Blood – im Klassik-Test (PS3 / 360)

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Die weitere Spezialität von Thomas ist der Lassowurf, mit der er an vorgegebenen Stellen Bäume, Balken oder Häuser erklimmt. Stilsicher schwingt Ihr das Lasso mit kreisenden Bewegungen des rechten Analogsticks. Entweder helft Ihr Ray an diesen Stellen hoch oder erkundet Miniabschnitte auf eigene Faust – das Duo trennt sich im gesamten Spielverlauf äußerst selten. Daher absolut unverständlich: Bound in Blood bietet keinen Koop-Modus.

Das Waffenarsenal bedient sich der damaligen Zeit: Revolver und Gewehre in verschiedenen Ausführungen. Geht Euch die Munition aus, ladet Ihr zeitintensiv jede Patrone einzeln nach. Umso wichtiger ist kluges in Deckung gehen: Euer Alter Ego sucht automatisch Schutz hinter Kisten, Zäunen oder anderen Objekten. Trotz historisch akkurater Ballermänner fällt das Zielen selbst bei ausgeschalteter Zielhilfe erstaunlich leicht: Das Fadenkreuz von Rays Pistolen zieht Feinde an wie Motten das Licht. Zusammen mit den beschränkten KI-Gegnern, die sich zwar hinter Objekten verstecken, aber beim Nachladen dümmlich auf offenem Feld herumstehen, verkommt Bound in Blood teilweise zu einem Schützenfest auf Moorhuhn-Niveau. Umso schneller lädt sich dafür der coole ’Konzentrations-Modus’ auf, der sich schon im Vorgänger mit jedem Abschuss füllte. Bei Aktivierung markiert Ihr in Zeitlupe mehrere Gegner, die dann in Echtzeit automatisiert das Zeitliche segnen. Das klappt an bestimmten Stellen sogar kooperativ mit dem KI-Bruder – dann fahren zwei Fadenkreuze vom Bildrand ins Zentrum.

Gelegentliche Bosskämpfe inszeniert der polnische Entwickler Techland als Duell Mann gegen Mann mit einem Augenzwinkern gen zahllose Kino-Western. Mit dem linken Analogstick tänzelt Ihr vor Eurem Gegenüber nach links und rechts und bringt Euch so in die optimale Schussposition; der rechte Stick lenkt Eure nervöse Hand am Halfter, die permanent in Bewegung sein muss – wer zu früh zu nah seine Griffel am Colt hat, erntet eine abweisende Handbewegung. Ein Glockenschlag gibt das Zeichen: Wer alles richtig macht, zieht geschwind seinen Revolver und zielt mit einem nach oben scrollenden Fadenkreuz auf Kopf oder Körper. Wegen flinker Gegner ist dieser atmosphärische Geschicklichkeitstest allerdings stellenweise frustig. Übrigens: Die schwarze Seele in den McCalls duelliert sich nicht nur mit Gaunern, sondern auch mit Gesetzeshütern wie einem Sheriff – weil Thomas dessen Tochter geschwängert hat.

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