
Meinung
Thomas Nickel meint: Cho Aniki ist nicht nur eine kultige Serie, gerade die beiden PC-Engine-Teile sind auch spielerisch und technisch gelungene Horizontal-Shoot’em-Ups. Die Mechaniken funktionieren, die Explosionen krachen, die Gegner sind abwechslungsreich und die Musik ist oft genug herrlich unpassend – kein Wunder, dass Masaya damals mehr Soundtrack-CDs als Spiele verkauft hat! Aber so sehr ich mich freue, die beiden Titel auf aktueller Hardware zu sehen, so sehr hätte ich eine etwas liebevoller aufgemachte Sammlung begrüßt. Mehr Hintergründe, mehr Informationen, vielleicht ein paar Interviews, aber auch ein paar mehr Einstellmöglichkeiten würden diesen bizarren Werken gut zu Gesicht stehen. Und ein Wort zum Faktor Homoerotik: Ja, beide Episoden spielen intensiv mit entsprechenden Motiven und gerade in Japan gängigen Klischees über Bodybuilder und Homosexualität. Dabei wirken sie aber nicht aufreizend, sondern humorvoll, ironisch, augenzwinkernd und ganz bewusst seltsam. Und besonders wichtig: Sie machen sich nicht einfach nur billig über das Thema lustig, stattdessen wird in erster Linie auf den Kontrast all dieser unterschiedlichen Tonalitäten zwischen Action, Muskeln, Öl und hochgradig bizarren Designs gesetzt. Cho Aniki ist eben doch mehr als nur diese ”homoerotische Ballerei aus Japan”.








