FAR: Changing Tides – im Test (PS5)

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Matthias adelte den Erstling Lone Sails 2019 durch Vergleiche mit Journey und Inside. Damals seid Ihr mit einem Dampfschiff-Einrad-Mix durch eine post-apokalyptisch anmutende Wüste gegondelt und habt die besondere Atmosphäre aufgesogen, nebenbei wurden ein paar simple Maschinen-Rätsel gelöst. Der Nachfolger ändert nun die Prämisse und lässt Euch diesmal über die Meere segeln, bleibt aber ansonsten seinen Wurzeln treu.

Erneut erwartet Euch ein fast schon meditatives Abenteuer ohne Sprachausgabe, Text und Erklärungen. Ein Scheitern gibt es hier nicht und das Tempo könnt Ihr die meiste Zeit selbst bestimmen. Statt mit einem Menschlein in roter Jacke zieht Ihr diesmal mit einem kleinen Knirps in einem Taucheranzug los. Das bringt die größte Neuerung mit sich: Ihr seid jetzt nicht nur über dem Wasser unterwegs. Keine Angst: Eine läs­tige Sauerstoffanzeige existiert nicht, Ihr habt also auch unter der Meeresoberfläche alle Zeit der Welt. Im Laufe des Abenteuers erweitert Ihr Euer Schiff mit neuen Mechaniken wie der Verwandlung zu einem U-Boot. Im Gegensatz zum Vorgänger verbringt Ihr nun mehr Zeit mit der Bedienung Eures Fahrzeugs. Oft könnt Ihr Euch zwar auch minutenlang einfach nur von Eurem Segel ­entspannt treiben lassen, aber auch hier müsst Ihr ständig die Ausrichtung korrigieren, wenn Ihr ein wenig flotter vorankommen wollt.

Meist stoßt Ihr auf der 30 Kilo­meter langen Reise auf Hindernisse, die Ihr aus dem Weg räumen müsst. Dann heißt es aussteigen. Da Objekte zum Interagieren praktischerweise hellblau markiert sind, habt Ihr die Logik hinter den Gerätschaften fix verstanden, die zur Lösung beitragen. Nach einigen Schieberätseln und Handgriffen geht die Reise unbeschwert weiter.

In Lone Sails konntet Ihr noch Massen an Brennstoffen für Euer Gefährt anhäufen. Diesmal sind die Entwickler sparsamer mit der Verteilung von Ressourcen, außerdem erfordert die Beschaffung etwas mehr Anstrengung. Die nötigen Behälter befinden sich häufig am Meeresboden. Um diese zu entdecken, müsst Ihr ein Auge auf Euer eingebautes Radar haben. Leider könnt Ihr nur eine Kiste gleichzeitig schleppen, was die Besorgungstouren zu einer ­repetitiven Angelegenheit macht.

Den Vorgänger müsst Ihr zwar nicht gespielt haben, trotzdem haben Kenner mehr Freude am Finale. Die Geschichte ist aber ansonsten kaum existent. Es sind eher die besonders atmosphärischen Momente, die Euch in den Bann ziehen: der punktuelle Einsatz von Musik, das Eintreten von seltenen Ereignissen wie einem Sturm und das Gefühl der ständigen Einsamkeit, die Euch umgibt. FAR: Changing Tides ist nichts für jeden Spielertyp, aber solltet Ihr Euch nach einem Relax-­Adventure sehnen, dann seid Ihr hier gut aufgehoben.

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