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For Honor benötigt eine ständige Internetverbindung, selbst die Kampagne lässt sich nicht offline spielen. Bricht die Verbindung ab, etwa wegen Serverüberlastung oder Wartungsarbeiten, werdet Ihr mit einer Fehlermeldung zurück ins Hauptmenü geworfen. Doch das ist nicht der einzige Wermutstropfen der Online-Anbindung von For Honor: Ubisoft setzt beim Mehrspieler-Modus auf Peer-to-Peer-Verbindungen, so wie es Activision seit jeher mit den Konsolenversionen von Call of Duty macht – trotz nicht abklingender Kritik seitens der Spieler. Das bedeutet: Statt eines speziell dafür bereitgestellten Systems (Dedicated Server) übernimmt die Konsole eines Gamers das Ausrichten und Verwalten des jeweiligen Matches. Eure Erfahrung ist damit direkt von der Qualität der Verbindung des ausrichtenden Spielers abhängig – verlässt dieser das Match, muss das Programm zunächst eine andere Person zum Ausrichter ernennen, wobei die Partie für einige Sekunden pausiert oder gleich ganz abbricht. Zudem führt das Peer-to-Peer-System tendenziell zu einer schlechteren Trefferabfrage als Dedicated-Server-Lösungen. In For Honor sind uns relativ häufig Spielabbrüche begegnet. Deutlich seltener kam es zu üblen Lags und daraus folgend in ihren Positionen und Animationsphasen springenden Spielern – bei einem auf Timing fußendem Kampfsystem ein absoluter Spielspaßkiller. Doch wenn es funktioniert, dann in der Regel gut: Viele unserer Matches liefen komplett ohne Probleme ab.
Inhaltlich gibt sich der Mehrspieler-Modus recht dünn: Zwar zieht Ihr mit den zwölf sich in Geschwindigkeit, Stärke und Spezialangriffen unterscheidenden Helden auf ebenso vielen abwechslungsreich gestalteten Karten in die Schlacht. Jedoch gibt es effektiv nur drei (unspektakuläre) Spielmodi: In ”Herrschaft” ringt Ihr in zwei Viererteams um Kontrollpunkte, in ”Deathmatch” erledigt Ihr Feinde nach Punkten und in ”Duell” (1v1), ”Handgemenge” (2v2) und ”Vernichtung” (4v4) gewinnt, wer am Ende noch steht. ”Herrschaft” funktioniert ähnlich gut wie in den gängigen Ego-Shootern, lässt aber mangels Fernkampf Dynamik vermissen. Dank Aufgabenorientierung kommt es hier seltener zu unfairen Kämpfen gegen zwei oder mehr Gegner als im frustreichen ”Vernichtung”-Modus. Die zahlreichen freispielbaren Perks, Waffen und Kosmetik-Upgrades sind zwar eine nette Dreingabe, können den Mangel an Spielmodi jedoch nicht auffangen. Auf Dauer motivierend dürfte For Honor derzeit nur für perfektionswütige Spieler sein, die sich in ”Duell” austoben. Ähnlich wie in einem Prügelspiel liegt der Fokus hier rein auf dem Kampfsystem: Ihr meistert das Timing, nutzt Combos zur rechten Zeit, täuscht Angriffe an und konzentriert Euch auf einen einzigen Gegner. Da die über maximal fünf Runden ausgetragenen Duelle aber oft recht schnell vorbei sind, fallen die langen Warte- und Ladezeiten hier besonders auf: Vom Beginn der Spielsuche bis zum Start des Matches können durchaus zwei Minuten vergehen.








