Guilty Gear -Strive- – im Test (PS5)

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Axl Low hält seine Gegner gerne auf Distanz und spielt sich somit ganz anders als die enorm offensive Giovanna, einsteigerfreundliche Kämpfer wie Ky Kyske oder Sol Badguy unterscheiden sich sehr vom langsamen, aber starken Nagoriyuki, der auch unter den richtigen Bedingungen eben mal seine Manöverpalette einfach austauscht. Manche Figuren sind spielerisch deutlich komplexer als andere, aber sie alle profitieren von einer gewissen spielerischen Entschlackung. Combos sind nun kürzer, aber effektiver, die Menge an Specials pro Figur überwältigt nicht und generell wird aggressives Spielen oft belohnt. Gleichzeitig wird aber auch der unterlegene Spieler etwas unterstützt: Früher konnte es fast schon ein Todesurteil darstellen, wenn man in die Ecke gedrängt wurde. Nun bricht nach ein paar Treffern die Stage-Barriere und die Kontrahenten finden sich mit etwas mehr Abstand in einem anderen Teil des Levels wieder.

Etwas schwieriger zu beantworten ist die Frage, warum man sich im neuen Guilty Gear überhaupt gegenseitig vertrimmt. Kurz gesagt: Die Geschichte ist lang, verzweigt, komplex und zudem noch voll von eigenem Jargon, der sich natürlich auch in den Story-Modus erstreckt. Allerdings ist der hier etwas irreführend: Wer eine dynamische Geschichte-und-Kampf-Mischung Marke Mortal ­Kombat erwartet, wird enttäuscht werden, verbirgt sich hinter dem entsprechenden Menüpunkt doch lediglich eine lange, nicht interaktive Erzählung. Die wurde zwar komplett in der Spiele-Engine mit deren Modellen und Szenarien aus dem Spiel erstellt und sieht auch bis auf manche etwas seltsame Laufanimation gut aus, ist aber eher eine digitale Anime-Serie als das, was man so gemeinhin unter einem Story-Modus versteht. Dafür dürft Ihr Euch in eigenen Menüs und Übersichtsgrafiken über Termini, die Figuren und die Geschichte der Welt von ­Guilty Gear informieren. Ansonsten bleibt für Solisten aber auch nicht allzu viel übrig, es gibt neben den bereits erwähnten Trainingsmöglichkeiten aber zumindest einen Arcade- und einen Survival-­Modus.

Zentral sind hier die Online-Kämpfe, für die Arc System Works eine ganz besondere und schon in früheren Beta-Versionen teils heftig kritisierte Online-Lobby gebaut und prompt beibehalten hat. Ihr erstellt Euch einen kleinen Pixel-Avatar und bestreitet einen Testkampf, um Euer Niveau festzulegen. Dann wird Euch ein Stockwerk zugewiesen, auf dem sich Spieler mit vergleichbarer Qualifikation tummeln. Ihr lauft herum, zieht die Waffe und fordert andere Spieler heraus – so steigt Ihr im Falle von regelmäßigen Siegen beständig auf. Witzig ist die Idee der Pixel-Lobby allemal, aber die Durchführung wirkt nur begrenzt elegant und durch die riesigen Einblendungen auf der rechten Bildseite gedrängt – es wäre schön, wenn man zumindest dieses Element noch etwas beeinflussen könnte. Sonst funktionieren die Online-Gefechte dank implementiertem Rollback-Code aber sauber und flüssig.

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T3qUiLLa
1. September 2021 14:07

iwo ein paar effekte rausnehmen und die auflösung runterschrauben…dann kriegt das auch die swith hin.
dragonball fighterz läuft auch grandios auf switch. für die community wär es super mit einem xbox release, vllt mit crossplay?! da würden alle nur profitieren.
zu dem sollte man noch sagen das die guilty gear community mega freundlich und kein bisschen toxisch ist. da wollen die leute wirklich in frieden und in ruhe prügeln. super angenehm, hab profis gehabt die sich mit mir anfänger abgeben haben und runde um runde spielen um einen besser werden zu lassen.

Rudi Ratlos
1. September 2021 13:51

Hoffe ja, dass das auch noch für die Box kommt – die Switch dürfte doch leicht überfordert sein…

T3qUiLLa
1. September 2021 13:39

dafür muss gesagt werden, so blöd die online lobbys sind umso besser ist die internetverbindung dank rollback netcode. für mich eines der besten prügelspiele seit blazblue.guilty gear hat aber etwas sehr besonderes an sich, der verzicht auf megalange combos, der hohe schadensoutput, das charakterdesign….der look allgemein, der donnerde metalsoundtrack. all das macht das spiel find ich zu einer ganz besonderen sache. alleine der gitarrensound beim laden eines kampfes….besser wurd ich nie heiß gemacht auf einen bevorstehenden kampf.
spiel es auf ps5 und kann mich nicht satt sehn, glasklaares bild und keine frameeinbrüche, egal ob local oder im netz. arc systems besonders wurf aktuell. SPIELEN!!!